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Lokales Hochwasser in Leipzig: Interaktive Karte zeigt Überflutungsszenarien der Messestadt
Leipzig Lokales Hochwasser in Leipzig: Interaktive Karte zeigt Überflutungsszenarien der Messestadt
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14:18 13.01.2011
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Leipzig

Hinweise auf den Überschwemmungsumfang und Angaben, welche Straßenzüge betroffen sein könnten, gibt eine interaktive Gefahrenkarte des sächsischen Landeshochwasserzentrum, die im Internet einzusehen ist.

Auf der Karte lassen sich die Auswirkungen unterschiedlich starker Hochwasserabflussmengen auf das Stadtgebiet simulieren. „Das sind hydrologische Berechnungen, die aber nicht tatsächlich so eintreten müssen“, sagte Rainer Elze, Wasserbau-Ingenieur beim Landeshochwasserzentrum auf Anfrage von LVZ-Online. „Die Hochwasserereignisse werden in 5 verschiene Gefahrenszenarien eingeteilt – angefangen mit einem statistischen Wiederkehrintervall von 20 Jahren, das heißt ein Hochwasser, das durchschnittlich alle 20 Jahre auftritt, über 50, 100 und 300 Jahre bis hin zu einer Extremsituation. Zur besseren Vorstellung nennt Elze das Hochwasser an der Elbe im Jahr 2006, das einem Wiederkehrintervall von etwa 20 Jahren zugeordnet werden konnte.“

Bis auf den skizzierten Extremfall, gehen alle dargestellten Szenarien von funktionierenden Hochwasserschutz-Anlagen aus. In Leipzig-Leutzsch müssten entsprechend schon 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch Luppe und Co. strömen, damit das Wasser über die Deiche und in den Stadtteil hinein gelangt. Ein Deichbruch, wie er im Westen der Messestadt befürchtet wird, sei dagegen ein Extremfall, sagt Elze. Laut der Gefahrenkarte könnte man dann im Stadtteil keinen trockenen Fuß mehr auf die Straße setzen. „Der Extremfall zeigt hier allerdings den maximalen Umfang der Überflutungen an“, erklärt Elze. Da ein Deich aber nicht auf einmal komplett verschwinde oder breche, sei das so nicht zu erwarten.

Erstellt wurde die interaktive Karte im Zuge der Hochwasserschutzkonzeptionen nach der so genannten „Jahrhundertflut“ 2002. „Im Wesentlichen beruhen die Szenarien auf Vermessungsdaten aus dem Jahr 2003 und entsprechen dem damaligen Gebietszustand“, erklärt der Experte weiter. Im Einzelfall habe sich die Situation durch örtliche Verbesserungen des Hochwasserschutzes geändert, im Großen und Ganzen aber nicht. „Zum Teil gibt es heute beispielsweise mehr Rückhalteräume“ sagt Elze. Spätestens bei einer neuen Datenerhebung würde das korrigiert. Allerdings sei das Prozedere sehr kostspielig und aufwendig – alle Gewässer und Abflussgebiete müssten dazu neu vermessen werden. Einer EU-Richtlinie folgend, die mit sechsjährigem Abstand Neuerfassungen verlangt, werde man erst zwischen 2017 und 2018 wieder solche umfassenden Retuschen vornehmen.

Die Gefahrenkarte im Internet: www.umwelt.sachsen.de

Matthias Puppe

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