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Höhenpromenade und Klettergarten - Grobkonzept für Leipziger Parkbogen Ost steht

Höhenpromenade und Klettergarten - Grobkonzept für Leipziger Parkbogen Ost steht

Die Umgestaltung des stillgelegten S-Bahn-Rings im Leipziger Osten erhält jetzt konkrete Konturen. Ein Planungsteam unter Leitung des Berliner Büros Urbanplan hat dafür ein Grobkonzept erarbeitet, das soeben bei einer Bürgerwerkstatt am Rabet vorgestellt wurde.

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Eine der Attraktionen des neuen Rad- und Fußwegs soll die Nutzung des Viaduktes in Sellerhausen als Höhenpromenade werden. (Archivbild)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Demnach soll ab 2016 ein fünf Kilometer langer und in aller Regel 6,50 Meter breiter Rad- und Fußweg entstehen, der ein halbes Dutzend Stadtteile verbindet. Der Name des Vorhabens, das von Bürgerinitiativen angestoßen wurde, lautet Parkbogen Ost. Laut Karsten Gerkens, Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW), geht es auch darum, den Osten "fit für eine neue Bewohnerschaft" zu machen.

Eine der Attraktionen wird der 1875 erbaute Viadukt in Sellerhausen sein. Als Höhenpromenade und Radweg soll der neue Verkehrsweg über den 200 Meter langen Viadukt sowie die benachbarten Bahndämme führen - mit tollem Ausblick inklusive. Weitere Projekte sind beispielsweise die Renaturierung der westlichen Rietzschke-Aue im Vernässungsbereich der dortigen Kleingärten, ein Klettergarten in Anger-Crottendorf oder die Umwandlung der jüngst geschlossenen Feuerwache Ost in einen Bauhof. Dieser sei als "Anlaufstelle für alle, die sich mit dem Eigenausbau von Wohnungen und Häusern befassen" gedacht, sagt Heide Luckmann vom ASW-Parkbogen-Management. "Dafür haben schon viele Akteure Interesse bekundet. Auch könnten im Bauhof Menschen beschäftigt und ausgebildet werden, die schwer in den Arbeitsmarkt integrierbar sind - wie Schulabbrecher und Langzeitarbeitslose." Gespräche dazu mit der Handwerkskammer laufen.

Ulrich Becker von Urbanplan plädiert dafür, noch genau zu untersuchen, ob das ganze Vorhaben mit einer Bundesgartenschau im Jahr 2025 verknüpft werden kann. Falls ja, sei ein Gebiet östlich des Hauptbahnhofs dafür sehr gut geeignet. Aus dem dortigen Freiladebahnhof könnte ein neuer Park werden, aus dem halbrunden Lokschuppen an der Adenauerallee ein Zentrum für urbanes Gärtnern. In jedem Fall biete eine Bundesgartenschau die Chance, umfangreiche Fördermittel nach Leipzig zu holen und den Parkbogen zügig zu verwirklichen. Allerdings müssten vorher die Risiken einer solchen Großveranstaltung genau geprüft sein.

Ebenfalls neu ist die Idee des vom ASW beauftragten Planungsteams, im Nordbereich des Parkbogens zwei Wege anzulegen. Einer würde von der Westseite des Hauptbahnhofs über einen künftigen Grünzug entlang der Parthe zum Postbahnhof und Mariannenpark führen, der andere von der Ostseite des Hauptbahnhofs über Freiladebahnhof und Mariannenstraße bis zum Kohlweg. Beide Trassen ließen sich über die vorhandene Fuß-Radweg-Brücke, welche am Kohlweg die noch in Betrieb befindlichen Gleise überspannt, vereinen. Nicht neu, aber wieder aktueller erscheint die Idee, den alten Lokschuppen im Lene-Voigt-Park in ein Kulturzentrum zu verwandeln. Seit 2014 gibt es für diese Immobilie neue Eigentümer, die auch Gespräche mit dem Verein Japanisches Haus führen, sagt Parkbogen-Managerin Luckmann.

Bei den 50 Teilnehmern der Werkstatt habe das Grobkonzept viel Anklang gefunden, fährt sie fort. Ergänzt um Ideen aus der Veranstaltung sollen die Planer nun einen Masterplan-Entwurf samt Kostenschätzung erstellen. Beides werde am 11. Juni, 17 Uhr, wieder in einer Bürgerwerkstatt in der Berufsschule am Rabet, Neustädter Straße 1, präsentiert. "Bürger und Fachleute treffen dann gemeinsam konkrete Festlegungen. Wir hoffen, dass der Stadtrat den Masterplan im Herbst beschließt, damit wir noch dieses Jahr die Fördermittelanträge stellen und 2016 mit ersten Abschnitten beginnen können."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2015

Jens Rometsch

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