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Lokales Hohe Ehre für Leipziger Bibliothek und ihr „öffentliches Wohnzimmer“
Leipzig Lokales Hohe Ehre für Leipziger Bibliothek und ihr „öffentliches Wohnzimmer“
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19:44 24.10.2016
Der hausinterne Chor der Leipziger Städtischen Bibliotheken – hier mit Direktorin Susanne Metz (vorn links) – trat am Montag erstmals öffentlich auf. Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

„Nicht nur Leipzig, auch ganz Sachsen, sieht bei uns den Lorbeer wachsen“ – mit diesem umgedichteten „Lorbeerkranz“ absolvierte der Chor der Leipziger Städtischen Bibliotheken (LSB) am Montag seinen ersten öffentlichen Auftritt. Und das aus bestem Grund: Die LSB erhielten den Sächsischen Bibliothekspreis 2016 – für ihr herausragendes interkulturelles Engagement. „Bibliotheken wie die Leipziger Städtischen Bibliotheken leben vor, wie Integration und gegenseitiges Kennenlernen gelingen kann - danke für dieses Engagement“, so Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), die zur Preisverleihung ihren Staatssekretär Uwe Gaul schickte. Der Preis wird seit 2013 vom Ministerium in Kooperation mit dem sächsischen Landesverband des Deutschen Bibliotheksverbandes vergeben und ist mit 4000 Euro dotiert.

Thomas Burger, der Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek, lobte, wie die LSB mit ihrer Arbeit Chancengleichheit herstelle und sich als Treffpunkt „für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft“ etabliere. Das sei wichtig für eine lernende demokratische Gesellschaft. „Die Bibliothek kann so in den nächsten Jahren beitragen, dass aus frustrierten Wutbürgern zuversichtliche Mut-Bürger werden, wie sie 1989 die ganze Welt fasziniert haben.“

Der Erfolgstrend der Leipziger Bibliotheken, zu der neben dem Haupthaus am Leuschnerplatz 15 Zweigstellen sowie der Bücherbus gehören, ist nahezu ungebremst. So konnten bis September 2016 erneut 3,2 Millionen Entleihungen registriert werden – so viel wie im Vorjahr. Obwohl eine weniger geöffnet ist – die Georg-Maurer-Bibliothek an der Zschocherschen Straße in Plagwitz wird derzeit saniert und ist geschlossen. Im Vorjahr hatte die LSB mit fast fünf Millionen Entleihungen ihr bestes Jahresergebnis erzielt. Erreicht wurde dies unter anderem durch den Ausbau digitaler Medien, mehr Service und verlängerten Öffnungszeiten. Diese „exzellente Leistungsentwicklung“ wurde ebenso gewürdigt wie die Zusammenarbeit mit Leipziger Vereinen sowie anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen. So etabliere sich das Haus, wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte, „zum öffentlichen Wohnzimmer der Stadt“. Und es werde die uralte sozialdemokratische Idee der Volksbildung mit Leben erfüllt.

Nicht nur im Haupthaus wird das interkulturelle Angebot stetig ausgebaut. Dazu gehört die Anschaffung von fremdsprachiger Literatur, aber auch gezielte Sprachförderung. Zudem wurden einzelne Projekte angestoßen, wie etwa deutsch-syrische Abende, spanische Vorlesetage oder die Ausgabe von „Medienboxen“ an Klassen, in denen Deutsch als Fremdsprache gelernt wird. „Gerade Kinder sind schnell beim Erlernen der deutschen Sprache, brauchen aber neben der Schule noch mehr Bezugspunkte, um hier bei uns anzukommen“, so Stange. Getestet wurde die „Bibliothek der lebenden Bücher“, in deren Rahmen Menschen mit Fluchterfahrung für ein Gespräch „ausgeliehen“ werden konnten. Organisiert wurde das gemeinsam mit der Stiftung Bürger für Leipzig, die die Mitarbeiter der Bibliothek ob des Erfolges „Dream-Team“ nannte.

Von Mathias Orbeck

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