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Hohe Strafen nach Steinwürfen auf der Autobahn

Hohe Strafen nach Steinwürfen auf der Autobahn

Der Prozess um Steinwürfe auf die Autobahn 9 bei Markranstädt endete am Montag mit hohen Haftstrafen. Das Landgericht verhängte gegen Tobias K. neuneinhalb Jahre und gegen Jens T.

Leipzig. acht Jahre Gefängnis. Sie erhielten damit härtere Sanktionen als in erster Instanz. Beide sind nunmehr wegen Mordversuches an zehn PKW-Insassen und nicht wie bisher an fünf Personen schuldig.

Nur weil die Angeklagten "einen Kick haben wollten", so Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller, hätten sie Autofahrer "in die reale Gefahr gebracht, ihr Leben zu verlieren". Karsten Nickel, Vorsitzender Richter der 11. Strafkammer, sprach von "außergewöhnlich gefährlichen Taten".

Das Landgericht musste sich bereits zum zweiten Mal mit den Steinwürfen befassen. Vor einem Jahr hatte es die 1. Strafkammer für erwiesen erachtet, dass die beiden Angeklagten im März 2007 "heimtückisch" bis zu 58 Kilo schwere Gesteinsblöcke von einer Brücke in Höhe des Markranstädter Ortsteiles Großlehna auf die A 9 geschleudert hatten. Es ging um vier Tattage: Am 7., 8. und 12. März war es zu schweren Karambolagen gekommen. Mehrere PKW kollidierten auf der Autobahn, die in diesem Abschnitt keine Geschwindigkeitsbegrenzung hat, bei Tempo 130 bis 160 mit den Hindernissen. Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten. Oder, wie der Staatsanwalt sagte, müsse es "ein Heer von Schutzengeln" gegeben haben. Am vierten Tattag - es war der 15. März - konnte die Polizei das Duo verhaften. Jens T. gab damals die Steinwürfe zu.

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Der Prozess um Steinwürfe auf die Autobahn 9 bei Markranstädt endete am Montag mit hohen Haftstrafen. Das Landgericht verhängte gegen Tobias K. neuneinhalb Jahre und gegen Jens T. acht Jahre Gefängnis. Sie erhielten damit härtere Sanktionen als in erster Instanz. Beide sind nunmehr wegen Mordversuches an zehn PKW-Insassen und nicht wie bisher an fünf Personen schuldig.

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Der Schuldspruch aus erster Instanz lautete auf versuchten Mord in fünf Fällen, bezüglich des ersten Tattages jedoch "nur" auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Hinsichtlich der juristischen Bewertung in diesem Punkt hatte die Staatsanwaltschaft mit ihrer Revision Erfolg. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil teilweise auf. Die Maßgabe lautete, zu prüfen, ob nicht auch hier eine härtere Bestrafung nötig sei. Die 11. Strafkammer bejahte am Montag diese Frage, meinte unter anderem, dass es sich auch bei dem am ersten Tag geworfenen Brocken um einen Stein, nicht etwa Sand oder einen Lehmbrocken gehandelt habe. Die Richter erhöhten die Sanktion für Tobias K. (29, Industrieelektroniker) um ein Jahr, für Jens T. (30, Administrator und Musiker) um drei Monate. Ihnen wurde zudem die Fahrerlaubnis entzogen. Bei Jens T. honorierten sie das frühe Geständnis und die Wiedergutmachung. Die zwei Verteidiger hatten beantragt, es im Wesentlichen beim Ersturteil zu belassen. Anwalt Carsten Sewtz kritisierte scharf die Justiz, die beide Angeklagte seit März 2007 bereits dreimal für kurze Zeit inhaftiert, dann wieder auf freien Fuß gesetzt hat. Sie rechneten auch am Montag mit einer Verhaftung. Sie blieb aber aus, weil nach Ansicht des Oberlandesgerichts keine Fluchtgefahr besteht. Gegen das neue Urteil kann Revision eingelegt werden.

Sabine Kreuz

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