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Lokales Holocaust-Gedenken: "Marsch des Lebens" zieht durch strömenden Regen
Leipzig Lokales Holocaust-Gedenken: "Marsch des Lebens" zieht durch strömenden Regen
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22:12 11.04.2018
Holocaust-Gedenken in Leipzig Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Das Sprachbild lag nahe: „Der Himmel weint über die Opfer der Schoa“, hat Stefan Haas gestern Abend auf dem Leipziger Markt etwa 150 Menschen begrüßt. Kurz darauf hagelte es sogar. Zum Holocaust-Gedenktag Jom HaSchoa organisiert die evangelikale TOS-Freikirche, deren Pastor Haas ist, bis Mai insgesamt neun „Märsche des Lebens“ durch Städte in Deutschland. In Leipzig zog die Menge vom Richard-Wagner-Platz durch die Innenstadt zum Markt.

Küf Kaufmann von der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig beklagte dort, dass „Jude auf Schulhöfen und in Stadien wieder zum normalen Schimpfwort geworden“ sei. Gabriele Goldfuß vom internationalen Referat der Stadt Leipzig forderte dazu auf, auch bei berechtigter Kritik an Israel auf die Nuancen zu achten. „Nach dem Regen kommt der Sonnenschein“, konnte der Leipziger Gemeinde-Rabbiner Zsolt Balla die Metapher vom Beginn weitertragen, nachdem sich der Himmel zu seinem Redebeitrag beruhigt hatte. Obwohl sich der Antisemitismus in Europa momentan wieder verbreite, glaube er „mit der richtigen Erinnerungskultur“ an eine bessere Zukunft, sagte er.

Fünf Leipziger zeigten, wie ein angemessener Blick auf die Geschichte aussehen kann: Sie erzählten von Mitgliedern ihrer eigenen Familien, die sich im Nationalsozialismus schuldig gemacht hatten. Im Gedenken an die sechs Millionen Opfer der Schoa wurden sechs Kerzen angezündet, eine davon durch die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD).

mwö

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