Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Holzhausener Heimatverein präsentiert Ausstellung zur Eisenbahngeschichte
Leipzig Lokales Holzhausener Heimatverein präsentiert Ausstellung zur Eisenbahngeschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 21.11.2013

Zu bestaunen gibt es viel in der kleinen Schau, zum Beispiel das Original-Schaltpult des von 1936 bis 2004 im Hauptbahnhofsvorfeld betriebenen elektromechanischen Vierreihen-Stellwerks. Und es stecken jede Menge Informationen drin. So erfährt der Besucher allerlei über die Verkehrsdimensionen, die der City-Tunnel eröffnet, und die weiteren Vorhaben des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8 am Leipziger Hauptbahnhof bis 2015. "Die Bahn wird in den nächsten beiden Jahren die Bahnsteige 10 bis 15 ICE-tauglich ausbauen", ist Rudi Herrmann, einst Fahrdienstleiter und Stellwerkschef, bestens informiert. Auf den Weg nach Berlin würden sich die Züge künftig von den Bahnsteigen 12 und 13 machen, nach Dresden von den Bahnsteigen 14 und 15. "Die Gleisanlagen im Vorfeld sind alle für Tempo 160 ausgelegt, während die Einfahrtsgeschwindigkeit in die Bahnhofshalle bei Tempo 40 liegen soll. Allein 65 neue Weichen sind notwendig", fügt Herrmann hinzu. Er und Michael Hanf haben die Ausstellung des Heimatvereins gestaltet.

Leipzig. Mit einer Weihnachtsüberraschung für Eisenbahnliebhaber und Technikfreaks wartet in diesen Tagen der Holzhausener Heimatverein auf. Im Berggut am Zuckelhausener Ring präsentiert er noch bis zum dritten Adventssonntag in einer Ausstellung die Entwicklung "Vom Dresdner Bahnhof bis zum City-Tunnel".
Neben der Entwicklung der Stellwerks- technik von der Eröffnung des Hauptbahnhofs im Jahr 1915 bis zum heutigen elektronischen Stellwerk widmet sich die Schau auf besondere Weise dem Tunnel-Thema. So existierten im einst größten Kopfbahnhof Europas mit seinen 26 Bahnsteigen und zusätzlichen acht Außenbahnsteigen elf Tunnel. Die beiden zum Ein- beziehungsweise Ausfahren von Zügen in westlicher und östlicher Richtung sind neben dem Personentunnel, der die Bahnsteige unterquert, noch die bekanntesten. Für das Eilgut gab es einen Extra-Tunnel wie auch einen, der zum ehemaligen Bahnpostamt gegenüber der Brandenburger Straße führte. Und kurioserweise zwei nebeneinander liegende Längs-Tunnel: auf der preußischen Seite des Bahnhofes unter den Bahnsteigen 12/13, auf der sächsischen unter den Bahnsteigen 14/15. Auch einen Lebensrettungstunnel habe es gegeben, da die Feuerwehr den Querbahnsteig aufgrund unzureichender Tragfä- higkeit nicht befahren durfte.

"Spektakulär ist natürlich der bereits vor 100 Jahren mit dem Bau des Hauptbahnhofes in Angriff genommene Tunnel zum Bayerischen Bahnhof", betont Hanf. 1892 hatten die Staatseisenbahnverwaltungen Preußens und Sachsens mit der Stadt Leipzig und der Reichspostverwaltung vereinbart, vom entstehenden Hauptbahnhof mit einer Untergrundbahn die Verbindung zum "Bayerischen" herzustellen. "Der Tunnel, in dem zu DDR-Zeiten das Zeitkino untergebracht war, endete aber 1915 unter dem Innenstadtring; etwa dort, wo heute die Autos den Hauptbahnhofsvorplatz passieren", erläutert Herrmann. Nachdem die beiden Weltkriege den Tunnel-Traum stoppten, in den 60er und 70er Jahren ernsthafte Pläne an den Finanzierungs- engpässen der DDR scheiterten, rückte das Projekt nach der Wende wieder in den Fokus.

Am 15. Dezember wird der Traum Wirklichkeit.

Öffnungszeiten der Ausstellung am Zuckelhausener Ring 17: bis zum 15. Dezember immer sonntags von 14 bis 17 Uhr; am Sonnabend, 14. Dezember, von 14 bis 19 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.11.2013

Günther Gießler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Wunsch von rund Tausend Schleußigern, mit dem Rathaus über die aktuellen Verkehrsveränderungen in ihrem Viertel zu reden (die LVZ berichtete), bereitet der Verwaltungsspitze offenbar Kopfschmerzen.

21.11.2013

Die geplante Notunterkunft für 120 Flüchtlinge im ehemaligen Fechner-Gymnasium in Schönefeld beschäftigte gestern auch den Stadtrat. Dort wurde mehrheitlich ein Sicherheitskonzept sowie ein überarbeitetes Wohnkonzept für Flüchtlinge beschlossen.

21.11.2013

Mit dem Zustand des Leipziger Straßennetzes hat sich jetzt der Stadtbezirksbeirat Ost befasst. Mit dem Zustand des Leipziger Straßennetzes hat sich jetzt der Stadtbezirksbeirat Ost befasst.

21.11.2013
Anzeige