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Lokales Honeckers Gästehaus in Leipzig: Stadtrat ändert Bebauungsplan
Leipzig Lokales Honeckers Gästehaus in Leipzig: Stadtrat ändert Bebauungsplan
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18:39 25.02.2016
1987 empfing DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker (rechts) im Leipziger Gästehaus den bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß (Mitte). Quelle: Bundesarchiv
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Leipzig

Mit der Änderung solle der neuen Rechtslage zum Denkmalschutz entsprochen, zugleich aber auch die Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Sanierung des Objektes erweitert werden, erklärte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Dies könne zum Beispiel geschehen, indem Anbauten oder weitere Häuser auf dem Areal grundsätzlich gestattet würden. Im Rathaus hätten sich schon mehrere Investoren gemeldet und Interesse an Kauf und Sanierung der Honecker-Herberge bekundet. Als Nutzung kämen nicht allein hochwertige Wohnungen, sondern ebenso andere Modelle in Betracht. In Berlin hätten private Investoren ein ganz ähnliches Gästehaus der DDR-Regierung im Schlosspark Schönhausen denkmalgerecht herausgeputzt. Dort warben die Eigentümer damit, dass schon Fidel Castro, Indira Gandhi und Willy Brandt in dem Objekt schliefen.

Das Gebäude wurde 1968 vom SED-Staatschef Walter Ulbricht eröffnet. Neben Ulbrichts Nachfolger Erich Honecker, der in der besonders gesicherten Herberge mindestens zweimal pro Jahr während der Leipziger Messen übernachtete, durften auch sonstige DDR-Fürsten und ausländische Staatsgäste auf dem 13 000 Quadratmeter großen Grundstück Quartier nehmen. 1983 verhandelten Honecker und Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß in einem abhörsicheren Bunker unter dem Haus einen Milliardenkredit für die fast bankrotte DDR. Strauß bekam eine Suite, die das Möbelkombinat Hellerau extra in bajuwarischem Blau-Weiß gestaltet hatte: Sie blieb unverändert – bis die Treuhand 1995 das ganze Grundstück verkaufte. Neuer Eigentümer wurde die Hamburger Restaurant-Kette Block. Sie zahlte 20 Millionen D-Mark, wollte alles abreißen und ein Luxus-Hotel für 100 Millionen errichten. Doch dazu kam es nie. Am 15. Juli 1995 ließ Block das Inventar samt Honeckers Personenwaage versteigern. Es war der bislang letzte Öffnungstag.

Was aus den Abriss-Plänen des Eigentümers wird, lesen Sie im LVZ-E-Paper und in der Printausgabe vom 26. Februar 2016.

Von Jens Rometsch

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