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Lokales Hormonstress auf Leipziger Hundewiesen: Unkastrierte Rüden stellen Hündinnen nach
Leipzig Lokales Hormonstress auf Leipziger Hundewiesen: Unkastrierte Rüden stellen Hündinnen nach
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00:00 09.04.2013
Für frei laufende Rüden gibt es kein Halten, wenn sie auf einer Hundewiese eine läufige Hündin wittern. Quelle: Daniel Naupold

Die Rüden gehorchen dann ihren Herrchen nicht mehr und bedrängen die Hündin. Nur durch gegenseitige Rücksichtnahme lässt sich dieser Stress für alle Seiten vermeiden.

Es ist tatsächlich ein kleines Dilemma: Laut Hundeverordnung der Stadt Leipzig müssen Hunde überall im Stadtgebiet angeleint werden. Nur auf Freilaufflächen dürfen sie herumtollen. Das gilt für junge pubertierende Hunde genauso wie für ausgewachsene Rüden oder eben für Hündinnen. Die "Vierbeinerinnen" jedoch kommen alle sechs bis acht Monate in die Läufigkeit. Die zieht sich drei Wochen hin, etwa in der Mitte dieser Zeit sind die Hündinnen für wenige Tage deckbereit. Damit es keine unerwünschten Hundebabys gibt, müssen die Besitzer dann besonders aufpassen, oder möglichst gleich die Spielwiesen meiden. Doch nicht jeder sieht das ein.

"Das Ordnungsamt kontrolliert bei Hundebesitzern die Hundemarke und ob sie ihr Tütchen für Hundekot dabei haben. Aber wer greift ein, wenn sie ihre heißen Hündinnen frei herumlaufen lassen?" Mit dieser Frage wandte sich eine 72-jährige Leipzigerin neulich an die LVZ-Tierseite. Und gab gleich selbst die Antwort: "Eigentlich kann man da nur an die Vernunft appellieren. Aber das können Sie vergessen."

Die Seniorin wohnt im Waldstraßenviertel und lässt ihren fünf Jahre alten Setter regelmäßig auf der Hundewiese im Rosental herumtoben. Dort sei das "heiße Thema" Gesprächsstoff. Ihren Namen möchte die Leserin nicht veröffentlicht wissen - sie fürchtet, dass jemand an ihrem Tier Rache nimmt.

"Das ist schon ein häufiges Problem", bestätigt Hundetrainerin Bettina Krist aus Thekla. Aus ihrer Sicht handelt es sich einerseits um eine Frage des Gehorsams: "Die Besitzer sollten ihre Rüden so im Griff haben, dass sie jederzeit abrufbar sind. Egal ob eine läufige Hündin in der Nähe ist oder ein schreiendes Kind." Andererseits beobachtet die Expertin, dass Leute, die sich Hunde anschaffen, oft nicht über einfachste Dinge Bescheid wissen. Deshalb spricht sie sich dafür aus, den Hundeführerschein zur Pflicht zu machen, weil damit auch theoretisches Wissen abverlangt wird.

Rücksichtnahme ist das große Stichwort - so sieht es Maria Klässig vom Hundesportverein Leipzig-Süd/Markkleeberg. Wer seiner läufigen Hündin den Stress ersparen will, von einem Rudel Rüden bedrängt zu werden, der sollte das Tier in dieser Zeit an der Leine lassen und sich am besten fernhalten von Plätzen, wo viele Hunde sind. Normalerweise liege das eigentlich auch im Interesse von Leuten mit Hündinnen. Ansonsten empfiehlt Maria Klässig: "Kontakt suchen, mit den Besitzern reden." Rüden-Besitzer könnten darum bitten, mit einer läufigen Hündin die Hundwiese zu meiden. Hündinnen-Besitzer könnten aber genauso darum bitten, die Rüden anzuleinen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.04.2013

Kerstin Decker

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