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Hotel Astoria in Leipzig wird 100

Happy Birthday, altes Haus! Hotel Astoria in Leipzig wird 100

Das Leipziger Hotel Astoria wird am Sonnabend 100 Jahre alt. Eröffnet am 5. Dezember 1915 verteidigten die Astorianer jahrzehntelang den Ruf, das führende Haus in der Stadt zu sein. Trotz der Schließung 1996 wollen sie nun das Jubiläum feiern. Auch eine neue Rettungsinitiative hat sich rechtzeitig gegründet.

So haben es noch viele Leipziger in Erinnerung: Bis 1996 betrieb die Maritim-Gruppe das Astoria, versprach Investitionen von 120 Millionen D-Mark, die nie flossen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wahrscheinlich werden es mehr als 100 Gäste, die sich am Sonnabend zu einer ungewöhnlichen Feier einfinden. Diese Hoffnung hat Eckhard Werner, der letzte Direktor vom Hotel Astoria, welches am 5. Dezember 1915 als damals „größter und modernster Hotelneubau Deutschlands“ eröffnet wurde. „Ein hunderster Geburtstag – das ist schon was Besonderes“, sagt der 72-jährige Connewitzer. Deshalb treffen sich die früheren Mitarbeiter – wie jedes Jahr am 5. Dezember – nun wieder zu einem guten Essen und angeregten Plausch über das legendäre Haus.

Wolfgang Froese, auch er ein Astorianer und mittlerweile Chef des „Kettenkasten“ in Warnemünde, hat sich bei der Vorbereitung des Treffens an diesem Sonnabend ab 18 Uhr im BfW-Saal an der Georg-Schumann-Straße 148 besonders engagiert, berichtet Werner. „Seit Tagen scannen wir dort Fotos und Dokumente ein, die dann zur Erinnerung auf eine Leinwand projeziert werden.“ Auch viele andere Gastronomen – in Leipzig bekannt sind beispielsweise Ulrich Reinhard (lange Chef von Auerbachs Keller), Werner Schaarschmidt (Scharschmidts Restaurant) oder Peter Niemann (Herrenhaus Möckern) – seien bestimmt wieder dabei.

Das Leipziger Hotel Astoria wird 100! Am 5. Dezember 1915 wurde es eröffnet. Jahrzehntelang galt es als bestes und größtes Hotel in Leipzig. Vom einstigen Glanz ist nichts geblieben, denn seit Jahren verfällt der Bau am Goerdelerring. Foto-Eindrücke aus einer wechselvollen Geschichte.

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Werner selbst fing 1957 als Lehrling in dem Hotel gleich neben dem Hauptbahnhof an, das von Anbeginn als unangefochte Nummer Eins im hiesigen Beherbergungsgewerbe galt. „Am Schönsten waren immer die Leipziger Messen – obwohl wir da nur Gäste mit Westgeld oder Regierungsmitglieder ins Haus lassen durften.“ Die 500 Astorianer hätten dann zwar fast rund um die Uhr gearbeitet, doch die Gäste kamen eben aus der ganzen Welt. „Ich habe mit Juri Gagarin und mit David Copperfield an einem Tisch gesessen“, erzählt der langjährige Küchendirektor, der 1995 – nach dem Tod von Hoteldirektor Peter Schulze – dessen Nachfolge antrat und sich ebenso wie sein Vorgänger gegen die drohende Schließung aufbäumte. „Leider erfolglos. Ich glaube auch nicht, dass es mit dem schönen alten Haus noch mal was wird.“

1981 – als das Merkur an der Gerberstraße als neuer Primus an den Start ging und Dutzende Astorianer dorthin wechseln mussten – seien im Keller des Astoria fünf Pumpen eingebaut worden, um die ständigen Nässeprobleme zu bewältigen. „Eines Tages fielen die Pumpen aus. Alles war sofort überschwemmt“, erinnert sich Werner. Das Haus stehe auf einem alten Flussbett der Parthe, sei nicht zu retten.

Anders sieht das Christa Schwarz, einst Marketing-Chefin der Nobelherberge und heute stadtbekannte Gästeführerin. „Baukonzerne wie Philipp Holzmann wollten das Astoria wiederbeleben. Schließlich ist die Lage wunderbar und der legendäre Ruf lebt nicht nur bei den Leipzigern, die hier Veranstaltungen besuchten, Hochzeiten oder Jugendweihen feierten, noch immer fort“, so die 70-Jährige. „Als 1992 Queen Elizabeth Leipzig besuchte, war es keine Frage, wer die Königin bedienen durfte. Wir Astorianer.“

Tatsächlich bemühen sich neuerdings auch wieder junge Leute um das Schicksal des alten Grandhotels. So lädt eine Initiative auf Facebook für Sonnabend 15 Uhr unter das Vordach des Astorias ein. Mit Straßenkreide sollen auf den Boden Geburtstagswünsche gemalt werden, sodass symbolisch ein Roter Teppich entsteht. „An Plakaten werden Fotos, Zeitungsartikel und Berichte zu sehen sein“, so die Iniatoren, die den 100. als Beginn einer neuen Rettungsinitiative sehen.

Von Jens Rometsch

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