Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Hürden vor Neustart des Rektorwahlverfahrens an Leipzigs Uni
Leipzig Lokales Hürden vor Neustart des Rektorwahlverfahrens an Leipzigs Uni
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 31.01.2016
Die fünfjährige Amtszeit von Uni-Rektorin Beate Schücking endet formal am 29. Februar, aber wegen des gescheiterten Wahlverfahrens führt sie auch danach weiter die Geschäfte. Quelle: André Kempner
Anzeige
LEIPZIG


Sauberer Schlussstrich nötig

Nur diese beiden waren vom Hochschulrat nominiert worden, nicht aber Amtsinhaberin Professorin Beate Schücking und der Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften Professor Jürgen Haase. Die Kandidatenauswahl durch den von Professor Reinhold Grimm geleiteten Hochschulrat wurde vom Senat und dem Erweiterten Senat nicht mitgetragen, über Monate zog sich der Gremienzoff mit gegenseitigen Schuldzuweisungen und einer Klageandrohung des Erweiterten Senates hin. Dieser hatte von dem Potsdamer Verwaltungsrechtler Professor Klaus Herrmann ein Gutachten eingeholt, in dem bezüglich der Nichtnominierung Schückings von einer „Verletzung des Gleichbehandlungsgebots“ die Rede war.

Bei einem Treffen von Mitgliedern des Hochschulrates und des Erweiterten Senates am 21. Januar wurde nun versucht, die Wogen zu glätten und einen gemeinsamen Nenner zur weiteren Vorgehensweise zu finden. Bei der Sitzung in großer Runde, an der auch ein Vertreter des sächsischen Wissenschaftsministeriums teilnahm, zeigte sich, dass eine Neuausschreibung der Stelle nicht ohne Weiteres möglich ist. Voraussetzung dafür ist unter anderem ein formal sauberer Schlussstrich unter das gescheiterte Wahlverfahren. Demnach müssen alle Bewerber, die dabei angetreten waren, schriftlich über das Ende informiert werden. Dagegen kann von ihnen binnen eines Monats Widerspruch eingelegt werden.

Ursprünglich gab es sieben Anwärter für das höchste Amt an der Uni. Drei wurden schon vor der Anhörung durch den Hochschulrat von der Findungskommission aussortiert. Schücking und Haase bekamen nach dem Hearing vom Hochschulrat im Juli 2015 dann kein grünes Licht für einen Platz auf der Kandidatenliste, nur Mühle und Schmitt wurden gesetzt. Im Oktober beendete Haase offiziell seine Bewerbung, Schücking hielt ihre aufrecht und will auch bei dem kommenden Wahlverfahren wieder ins Rennen gehen, das nach Stand der Dinge aber frühestens im März mit einer erneuten Ausschreibung beginnen könnte. Geht alles glatt, würde es im Oktober oder November zur Wahl kommen. Schückings fünfjährige Amtszeit läuft Ende Februar aus, danach bleibt sie aber bis auf Weiteres ebenso wie die drei Prorektoren auf ihrem Posten. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD): „Es tritt keine Lücke ein.“

Kooperation statt Konfrontation

Spannend dürfte werden, wie viele Anwärter sich melden, wenn die Rektorstelle erneut annonciert wird. Schließlich sorgte das zurückliegende Trauerspiel um die Wahl deutschlandweit für Negativ-Schlagzeilen. Das könnte die Bewerberzahl drücken. Mühle hatte bei seinem Verzicht auf die Kandidatur die tiefe Zerrüttung in der Kommunikationskultur zwischen den Uni-Gremien kritisiert. Statt Konfrontation soll es nun Kooperation geben – so war zumindest die Botschaft bei der gemeinsamen Sitzung des Hochschulrates und des Erweiterten Senates. Zweimal im Jahr wollen sich Hochschulräte und Senatoren fortan treffen, und auch im Zuge des Rektor-Wahlverfahrens soll eine Vertrauensbasis geschaffen werden.

Von Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der sächsische Verfassungsschutz beobachtet Gegner von Legida und Pegida, darunter auch Mitglieder des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“. Das Bündnis hat nun Demoteilnehmer dazu aufgerufen, sich bei den Behörden zu erkundigen, ob auch sie in den Fokus von Geheimdiensten und Polizei geraten sind.

28.01.2016

Extrem zu warm, zu trocken und zu sonnenreich – so sehen Wetter- und Klimaexperten in Sachsen das Jahr 2015. Leipzig schwitzte oft bei über 30 Grad. Dafür gab es kaum eisige Tage im Winter.

28.01.2016

Die Grube-Halle wird bald wieder Sportlern zur Verfügung stehen. Vor dem Hintergrund derzeit zurückgehender Flüchtlingszahlen wird das Gebäude nicht mehr als Unterkunft gebraucht. In der nächsten Woche sollen die Bewohner ausziehen.

29.01.2016
Anzeige