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Hürden vor Neustart des Rektorwahlverfahrens an Leipzigs Uni

Stellenausschreibung wohl frühestens im März Hürden vor Neustart des Rektorwahlverfahrens an Leipzigs Uni

Die nach dem geplatzten Wahlverfahren für den Rektorposten an der Leipziger Uni geplante Neuausschreibung der Stelle kann offenbar frühestens im März erfolgen. Nach LVZ-Informationen müssen formal erst noch einige Weichen gestellt werden, damit ein rechtskonformer Neustart möglich ist.

Die fünfjährige Amtszeit von Uni-Rektorin Beate Schücking, hier im Kreis des Rektoratskollegiums, endet formal am 29. Februar, aber wegen des gescheiterten Wahlverfahrens führt sie auch danach weiter die Geschäfte.

Quelle: André Kempner

LEIPZIG.

Sauberer Schlussstrich nötig

Nur diese beiden waren vom Hochschulrat nominiert worden, nicht aber Amtsinhaberin Professorin Beate Schücking und der Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften Professor Jürgen Haase. Die Kandidatenauswahl durch den von Professor Reinhold Grimm geleiteten Hochschulrat wurde vom Senat und dem Erweiterten Senat nicht mitgetragen, über Monate zog sich der Gremienzoff mit gegenseitigen Schuldzuweisungen und einer Klageandrohung des Erweiterten Senates hin. Dieser hatte von dem Potsdamer Verwaltungsrechtler Professor Klaus Herrmann ein Gutachten eingeholt, in dem bezüglich der Nichtnominierung Schückings von einer „Verletzung des Gleichbehandlungsgebots“ die Rede war.

Bei einem Treffen von Mitgliedern des Hochschulrates und des Erweiterten Senates am 21. Januar wurde nun versucht, die Wogen zu glätten und einen gemeinsamen Nenner zur weiteren Vorgehensweise zu finden. Bei der Sitzung in großer Runde, an der auch ein Vertreter des sächsischen Wissenschaftsministeriums teilnahm, zeigte sich, dass eine Neuausschreibung der Stelle nicht ohne Weiteres möglich ist. Voraussetzung dafür ist unter anderem ein formal sauberer Schlussstrich unter das gescheiterte Wahlverfahren. Demnach müssen alle Bewerber, die dabei angetreten waren, schriftlich über das Ende informiert werden. Dagegen kann von ihnen binnen eines Monats Widerspruch eingelegt werden.

Ursprünglich gab es sieben Anwärter für das höchste Amt an der Uni. Drei wurden schon vor der Anhörung durch den Hochschulrat von der Findungskommission aussortiert. Schücking und Haase bekamen nach dem Hearing vom Hochschulrat im Juli 2015 dann kein grünes Licht für einen Platz auf der Kandidatenliste, nur Mühle und Schmitt wurden gesetzt. Im Oktober beendete Haase offiziell seine Bewerbung, Schücking hielt ihre aufrecht und will auch bei dem kommenden Wahlverfahren wieder ins Rennen gehen, das nach Stand der Dinge aber frühestens im März mit einer erneuten Ausschreibung beginnen könnte. Geht alles glatt, würde es im Oktober oder November zur Wahl kommen. Schückings fünfjährige Amtszeit läuft Ende Februar aus, danach bleibt sie aber bis auf Weiteres ebenso wie die drei Prorektoren auf ihrem Posten. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD): „Es tritt keine Lücke ein.“

Kooperation statt Konfrontation

Spannend dürfte werden, wie viele Anwärter sich melden, wenn die Rektorstelle erneut annonciert wird. Schließlich sorgte das zurückliegende Trauerspiel um die Wahl deutschlandweit für Negativ-Schlagzeilen. Das könnte die Bewerberzahl drücken. Mühle hatte bei seinem Verzicht auf die Kandidatur die tiefe Zerrüttung in der Kommunikationskultur zwischen den Uni-Gremien kritisiert. Statt Konfrontation soll es nun Kooperation geben – so war zumindest die Botschaft bei der gemeinsamen Sitzung des Hochschulrates und des Erweiterten Senates. Zweimal im Jahr wollen sich Hochschulräte und Senatoren fortan treffen, und auch im Zuge des Rektor-Wahlverfahrens soll eine Vertrauensbasis geschaffen werden.

Von Mario Beck

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