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Lokales "Hummelbienchen" legen Blumenkästen in Reudnitz-Thonberg an die Ketten
Leipzig Lokales "Hummelbienchen" legen Blumenkästen in Reudnitz-Thonberg an die Ketten
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23:59 14.11.2014
Diebstahlschutz: Janett Dudda von der Kinderbetreuung "Hummelbienchen" in Reudnitz - hier mit Töchterchen Annalina - sichert die Kästen vor dem Haus mit Kette und Schloss. Quelle: André Kempner

Ständig klauten Unbekannte die Blumen vor ihrem Ladenlokal. Dieser Tage verschwanden wieder Chrysanthemen - samt der Kästen. Doch die "Hummelbienchen" wussten sich zu helfen. Sie schalteten via Facebook die virtuelle Nachbarschaft ein. Und siehe da, jedes Mal wurden die Blumen heimlich, still und leise zurückgebracht. "Wir hätten nie damit gerechnet, dass jemand Kinder beklaut", sagt Betreuerin Isabelle Naumann. "Aber dass wir eine solche Reaktion durch Social Media bekommen würden, das haben wir auch nicht erwartet."

Ende September - Isabelle Naumann und ihre Geschäftspartner hatten wenige Wochen zuvor ihren Kinderbetreuungsladen eröffnet - fehlten eines Morgens zwei Blumenkästen. Vier Wochen später verschwand ein dritter. Enttäuscht und empört suchte das "Hummelbienchen"-Team nach Unterstützung im Netz. Es wandte sich an die Facebook-Seite "Dunkel. Dreckig. Reudnitz.", die in dem Stadtteil inzwischen für hyperlokalen Graswurzeljournalismus steht. Wie der Name schon andeutet, beschäftigt sich die Seite nicht nur mit launischen Heimat-Witzen oder fröhlichen Hübsch-Meldungen, sondern auch mit nervenden Missständen im Viertel. Inzwischen hat die Seite rund 1800 Followers. Dabei sind die Webseite sowie der Blog unter demselben Namen "hundertprozentig ironisch gemeint", wie Betreiber Martin Meißner betont. "Ich spiele gern mit dem Image meines Stadtteils. Und mache gerne meine Späße."

Nach der ersten elektronischen "Hummelbienchen"-Post sei ein Aufschrei durch Reudnitz gegangen, schildert Mit-Gesellschafterin Janett Dudda. Dutzende Nutzer hätten ihr Mitgefühl für den neuen Kinderladen bekundet. Auch Meißner wollte seine Solidarität zeigen. Der 27-Jährige fertigte drei neue Holzkästen an, bepflanzte sie und malte die drei magischen Worte "Dunkel.", "Dreckig.", "Reudnitz." darauf - als auffallende Diebstahl-Prophylaxe. So jedenfalls sein Gedanke. Doch bald darauf war auch eines der neuen künstlichen Blumenbeete weg. Diesmal jedoch war die Nachbarschaft auf der Hut. Ein aufmerksamer Reudnitzer postete sofort ein Foto auf der Facebook-Seite, nachdem er den gestohlenen Kasten in einem Park entdeckte. Nach einem Online-Aufruf für "Reudnitzer Zusammenhalt" tauchte wenige Stunden später das erlösende Foto im Internet auf: Der Kasten stand wieder an Ort und Stelle. Lediglich eine Pflanze fehlte.

Nichtsdestotrotz gehen die Kinderbetreuerinnen ab sofort auf Nummer sicher: "Jetzt werden wir unsere Blumenkästen mit Kette und Vorhängeschloss versehen", sagt Janett Dudda. "Echt traurig." Aber wahr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2014

Brown, Krysta

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