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Lokales Hunderte Besucher bei der „Comics Games Cosplay“ in Leipzig
Leipzig Lokales Hunderte Besucher bei der „Comics Games Cosplay“ in Leipzig
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14:20 12.11.2017
Sich selbst und das aufwendige Kostüm zu präsentieren, das macht fast allen Cosplayern Spaß. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Captain Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“ steht lässig an eine Wand gelehnt, ein paar Meter weiter Shiro, der Held der amerikanischen Netflix-Serie „Voltron“ – viele Besucher der Stadtbibliothek schauen sich am Sonnabend verwundert um. Der Grund: die „Comics Games Cosplay“, organisiert von den Machern des Leipziger Multimediablogs „Nerdzig“. Die Organisatoren bezeichnen die Veranstaltung liebevoll als „kleines Leipziger Nerdfest“.

Der Trend kommt aus Japan

Das Wort „Cosplay“ setzt sich zusammen aus „costume“ und „play“, also „Kostüm“ und „spielen“. Cosplayer stellen Charaktere aus Manga, Anime, Computerspielen oder Filmen nach. Dabei fertigen sie ihre möglichst originalgetreuen und meist sehr aufwendig hergestellten Kostüme oft selbst an. Der Trend kommt ursprünglich aus Japan, ist aber schon lange in Europa etabliert. Viele Leipziger kennen Cosplay auch von der Manga-Comic-Con, die parallel zur Leipziger Buchmesse stattfindet. „Sonst gibt es für Cosplayer in Leipzig aber nur wenige Möglichkeiten, sich zu treffen“, erzählt Christin Kündiger von Nerdzig. So sei die Idee für die „Comics Games Cosplay“ entstanden. Die Stadtbibliothek als Veranstaltungsort war sofort offen dafür, sagt Kündiger.

Mitorganisatorin Christin Kündiger von Nerdzig als Tohru. Quelle: Dirk Knofe

Seit zwölf Jahren lebt die 32-Jährige in Leipzig. Am Samstag verkörpert sie die Figur der Tohru aus dem Manga „Miss Kobayashi’s Dragon Maid“: farbige Kontaktlinsen, eine Perücke mit langen blonden Haaren und zwei Hörnern, blaues Kleid, weiße Handschuhe bis zu den Ellbogen. „Tohru ist ein Drache, hat sich aber in einen Menschen verliebt und deswegen in einen Menschen verwandelt“, erklärt Kündiger. Seit ihrer Jugend liest sie Mangas, auch wegen der starken weiblichen Charaktere. „Da erleben die Mädchen selber Abenteuer und sind Heldinnen.“

Cosplayer sind „Alleskünstler“

Am Cosplay fasziniere sie auch das Sehen und gesehen werden. „Man freut sich darauf, sich zu präsentieren.“ Das bestätigen auch andere Gäste. „Aufzufallen, das macht Spaß und stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt Monika Neumann, die heute als Shiro unterwegs ist. Ihr Kostüm hat sie fast komplett selbst hergestellt. „Allein an der Perücke habe ich mit einer Freundin insgesamt vier Tage gearbeitet“, erzählt die 20-Jährige. Sie liebe den kreativen Ausgleich zum Alltag. Richtig in der Szene ist Neumann seit 2011 unterwegs, fasziniert ist sie von Mangas und Comics schon länger. „In der Grundschule habe ich unheimlich gerne Pokémon geschaut.“ Auch Franziska Ritter-Borchardt hat ihr Kostüm selbst gemacht: rote Perücke, rotes kurzes Kleid, rote Lippen. „Ich habe mir das alles selbst beigebracht. Man wird durch Cosplay zu einem kleinen Alleskünstler, ich kann jetzt sogar Perücken machen“, sagt die 23-jährige Schauspielerin, die auch Workshops anbietet.

Cyndi Herrmann (31) steckte viel Mühe in ihr Luna-Tee-Cosplay. Quelle: Dirk Knofe

Mehrere hundert Besucher

Für seine Gäste hat sich das Nerdzig-Team einiges einfallen lassen. Die Besucher können Computerspiele spielen, es gibt ein Fotoshooting, Bühnenprogramm, ein Nerdquiz und Gebäck. Im Oberlichtsaal präsentieren Künstler Mangas, Postkarten und Schlüsselanhänger. Das kommt gut an: „Hier muss ich später noch shoppen gehen“, sagt ein Besucher zu seinen Freunden, während sie sich durch die Menge schieben, denn es ist voll. „Genaue Zahlen haben wir noch nicht, es waren aber hunderte Menschen da. Wir sind mehr als begeistert. Es war fantastisch“, freut sich Organisator Sascha Kummer am Sonntag.

Sich kreativ ausleben und das Resultat zeigen können, das lieben viele Cosplayer am meisten an ihrem Hobby. Quelle: Dirk Knofe

An einem der Künstlertische sitzt Mercedes Massri. Die 28-jährige Illustratorin ist extra aus Bremen angereist. Unter dem Künstlernamen Sakimake zeichnet sie zarte, zerbrechlich wirkende, aber starke Frauenfiguren. „Ich konzentriere mich auf klassische Figuren wie Sailor Moon“, sagt sie. Immer wieder erzählen die Besucher auch, wie unkompliziert die Cosplay-Gemeinschaft sei. Lisa Klose und James Alt sind am Samstag als Partner-Cosplay unterwegs. Sie stellen ein Paar aus dem Indie-Game „Mad Father“ dar, ihre Kleidung ist mit Kunstblut bespritzt. Die beiden 19-Jährigen schwärmen von der offenen Szene. „Man kann beim Cosplay sein, wie man will und wer man will. Es ist egal, ob jemand homosexuell ist oder transsexuell, oder was er sonst so macht. Das ist unheimlich schön“, sagt Alt.

Von Sophie Aschenbrenner

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