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Lokales Hunderte Leipziger demonstrieren gegen Neonazis - Protest auch gegen Gewalt in Syrien
Leipzig Lokales Hunderte Leipziger demonstrieren gegen Neonazis - Protest auch gegen Gewalt in Syrien
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20:13 24.03.2012
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Gegen Nazis und rechte Alltagskultur" zogen die Demonstranten vom Friedrich-List-Platz im Zentrum-Ost bis zum Lene-Voigt-Park. Polizei und Veranstalter zählten rund 600 Teilnehmer – 100 mehr als erwartet. Bis zum Abend blieb es friedlich. „Es ist alles ruhig verlaufen“, sagte Polizeisprecher Mario Weigelt gegenüber LVZ-Online.

Nach der Auftaktkundgebung um 12 Uhr setzte sich der etwa 150 Meter lange Protestzug zur ersten Zwischenkundgebung an der Ecke Kreuzstraße/Scherlstraße in Bewegung. Bei dem gut dreistündigen Aufmarsch des Ladenschluss-Aktionsbündnisses, an dem sich vor allem junge Leute beteiligen, setzte die Polizei auf „Kommunikation statt Konfrontation“, wie Weigelt sagte. Das Konzept ging auf: Abgesehen von vereinzelten Platzverweisen gegen Störer des Aufzugs habe es keine Auseinandersetzungen gegeben.

Zu einem kleineren Zwischenfall kam es am Täubchenweg, Ecke Kippenbergstraße. Auf dem Dach eines Gebäudes wurde laut Polizei ein bengalisches Feuer entzündet und ein Transparent entrollt. Linken-Stadträtin Juliane Nagel, die die Demo angemeldet hatte, zeigte sich mit der Resonanz des Protestaufrufs insgesamt zufrieden. „Es gab keine größeren Konflikte“, sagte sie gegenüber LVZ-Online.

"Geschäft wird es nicht mehr lange geben" - Neue Neonazi-Treffpunkte im Visier

Der Protest richtete sich zum einen gegen das Geschäft Fighting Catwalk im Täubchenweg, in dem Bekleidung der bei Neonazis beliebten Marke Thor Steinar verkauft wird. "Die Demonstration war sehr erfolgreich", sagte Nagel. "Wir haben uns schon im Vorfeld an den Besitzer des Ladens gewandt." Mittlerweile gebe es eine Räumungsklage. "Den Teilnehmern der Demo konnten wir heute sagen, dass es das Geschäft nicht mehr lange geben wird", so die Stadträtin.

Zum anderen wurde gegen neue Treffpunkte von Neonazis im Osten der Stadt demonstriert. Nahe der Langen Straße, wo Neonazis zwischenzeitlich eine Erdgeschosswohnung als Domizil nutzten, fand gegen 13 Uhr die erste Zwischenkundgebung statt. Die Kritik richtete sich vor allem gegen den Vermieter des Hauses. Den Neonazis wurde inzwischen gekündigt.

In einer Mitteilung des Leipziger Kreisverbands der Grünen heißt es, Aktionen von Neonazis und die Eröffnung des Geschäftes zeigten die Notwendigkeit, rassistischen und menschenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegenzutreten. Monika Lazar, Bundestagsabgeordnete der Grünen und Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, erklärte im Vorfeld, es sei wichtig, sich offen gegen menschenfeindliche Bestrebungen zu bekennen. Homophobie, Sexismus, Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit gelte es durch Zivilcourage zu bekämpfen. Lazar rief daher zur Teilnahme an dem Protest in Leipzig auf.

Der Demo-Zug führte vom List-Platz entlang der Ludwig-Erhard-Straße, Kreuzstraße, Inselstraße, Dresdner Straße, Gerichtsweg zum Täubchenweg. Von dort ging es nach einer Zwischenkundgebung weiter über Breite Straße und Wurzner Straße in Richtung Eisenbahnstraße und dann zum Lene-Voigt-Park. Nach Ende der Demonstration gegen 15.30 Uhr fand dort vor dem ehemaligen Zollschuppen ein Straßenfest statt. "Das war ein schöner Ausklang. Die Gelegenheit wurde zu Gesprächen und zur Vernetzung als Ausgangspunkt für eine kontinuierliche Arbeit im Leipziger Osten genutzt", sagte Juliane Nagel.

Rund 200 Teilnehmer bei Demo gegen Gewalt in Syrien

Wegen der Gewalt in Syrien fand am Samstagnachmittag eine weitere Demo unter dem Motto „Unterstützung für Syrien“ in Leipzig statt. Rund 200 Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben um 14 Uhr auf dem Augustusplatz und zogen in Richtung Innenstadt. Der Protestmarsch führte über den Neumarkt zurück zum Ausgangspunkt. Der Anmelder, eine Privatperson, hatte ursprünglich mit bis zu 500 Teilnehmern gerechnet. Nach der Abschlusskundgebung endete die Veranstaltung gegen 17 Uhr.

Bei beiden Demonstrationen kam es nach Polizeiangaben entlang der Routen zu Behinderungen im Auto- und Straßenbahnverkehr. „Bislang gibt es aber keine Informationen, dass es irgendwo größere Staus gab“, sagte Polizeisprecher Weigelt.

Robert Nößler/rob/maf

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