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Lokales Hunderte Menschen demonstrieren in Leipzig für Seenotrettung
Leipzig Lokales Hunderte Menschen demonstrieren in Leipzig für Seenotrettung
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13:21 08.07.2018
Berlin erlebte am Sonnabend die größte Demonstration für sichere Fluchtwege. In Leipzig nahmen mehrere Hundert Menschen teil. Quelle: dpa
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Leipzig/Berlin

Mehrere Hundert Menschen haben am Sonnabend in Leipzig für die Seenotrettung auf dem Mittelmeer demonstriert. Unter dem Motto „Cornern gegen Horst“ trafen sich die Teilnehmer am frühen Abend an der Albertina und setzten so ein Zeichen gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung.

„Lasst die Schiffe frei“, forderte Christin Melcher, Chefin der Grünen in Sachsen. Viele der Demonstranten trugen orangefarbene Westen oder Tücher.

12.000 Teilnehmer in Berlin

An den Kundgebungen beteiligten sich bundesweit Bürger. In Berlin gingen 12.000 Menschen auf die Straße. Sie forderten sichere Fluchtwege nach Europa und eine Entkriminalisierung der zivilgesellschaftlichen Seenotretter. Unter dem Banner „Stoppt das Sterben im Mittelmeer“ zogen sie vom Alexanderplatz zum Bundeskanzleramt. Die Polizei sprach von mehreren tausend Teilnehmern. Auch in Hannover, Bremen, Hamburg, Frankfurt am Main, München und weiteren Städten fanden Aktionen und Proteste gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik statt.´

Zu den Protesten hatte das Bündnis „Seebrücke“ aus 13 Flüchtlingsinitiativen und zivilgesellschaftliche Gruppen aufgerufen, darunter „Sea-Watch“, „Mission Lifeline“, „Sea-Eye“, „Gesicht zeigen!“ und das „Peng Collective“.

In Hannover protestierten nach Behördenangaben mehr als 500 Menschen auf dem Opernplatz gegen mögliche Sammellager in nordafrikanischen Staaten. Es dürfe nicht sein, dass hilfsbedürftige Flüchtlinge nah an Krisenherden interniert werden, erklärte der Flüchtlingsrat der Stadt. In Bremen beteiligten sich der Polizei zufolge 400 Demonstranten an einer Kundgebung, die sich auch gegen eine von Rechtsextremisten geplante Aktion richtete. Das Bündnis „Seebrücke“ sprach von mehr als 2.000 Demonstranten in Hannover und über 1.000 Teilnehmer in Bremen.

In Hamburg seien 3.000 Menschen auf die Straße gegangen, in Frankfurt 1.000 und in München bis 400, sagte der Sprecher des Bündnisses, Timo Fischer. Weitere Aktionen fanden in Heidelberg, Halle, Greifswald, Zwickau, Wetzlar, Tübingen und Ulm statt. Auch in Malta fand demnach eine Kundgebung mit 150 Teilnehmern statt. Dort steht derzeit der Kapitän des deutschen Rettungsschiffes „Lifeline“, Claus-Peter Reisch, vor Gericht, das Schiff wurde von den Behörden beschlagnahmt.

Klaas Heufer-Umlauf mit Aufruf

Derweil rief der Fernsehmoderator Klaas Heufer-Umlauf vom Komiker-Duo Joko und Klaas im Internet zu Spenden auf, um den privaten Rettungsorganisationen das Chartern von Schiffen zu ermöglichen. Derzeit könne auf dem Mittelmeer nicht gerettet werden, obwohl es genug Leute gäbe, die das tun möchten, weil die Schiffe beschlagnahmt seien, sagte er in einer Videobotschaft. Es brauche jetzt Schiffe, um ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass die Seenotrettung weitergehe, und um Hilfe leisten zu können. Er werde persönlich dafür sorgen, dass das Geld da ankomme, wo es hinmüsse. Bis Sonntagmittag wurden mehr als 72.000 Euro gesammelt.

Zuvor hatte bereits der Fernsehmoderator Jan Böhmermann eine Spendenkampagne zur Deckung der Prozess- und Gutachterkosten für Kapitän Reisch gestartet. Bis Sonntagmittag kamen über 186.000 Euro zusammen.

Reisch steht derzeit auf Malta vor Gericht, weil das Rettungsschiff laut den maltesischen Behörden nicht ordnungsgemäß registriert ist und daher nicht in internationalen Gewässern fahren darf. Zuvor hatte die „Lifeline“ mit 234 vor der libyschen Küste geretteten Flüchtlingen an Bord erst nach einer mehrtägigen Odyssee die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen von Malta erhalten. Italien und Malta hatten ihre Häfen im Juni für Rettungsschiffe geschlossen. Mehrere Schiffe und Aufklärungsflugzeuge werden von den Behörden zurückgehalten.

Von LVZ

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