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Lokales Hunderte kleinere Erdbeben seit dem Wochenende - Experten: Stärke 5,0 denkbar
Leipzig Lokales Hunderte kleinere Erdbeben seit dem Wochenende - Experten: Stärke 5,0 denkbar
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19:25 02.06.2014
Handout: Geophysikalisches Observatorium Collm der Universität Leipzig /dpa Quelle: dpa
Leipzig

Nach Experten-Angaben häufen sich solche Schwarmbeben. LVZ-Online beantwortet die wichtigsten Fragen zum heftigsten Erdbeben im deutsch-tschechischen Grenzgebiet seit 30 Jahren.

 

Wie stark war das Beben?

Seismologen geben die Stärke der Erschütterung vom 31. Mai mit 4,2 bis 4,6 auf der Richter-Skala an. „Es war entweder das zweitstärkste oder sogar das stärkste Beben der letzten 100 Jahre in der Region“, sagt Josef Horalek vom Geophysikalischen Institut Prag. Das Epizentrum lag in der Gegend um Novy Kostel in zehn Kilometer Tiefe. Der Erdstoß war bis in 200 Kilometer Entfernung zu spüren.  

 

Ist mit Nachbeben zu rechnen?

„Das wird noch eine Weile so weitergehen. Schwarmbeben sind lang anhaltend und können über Tage und Wochen, sogar bis zu Monaten andauern“, sagt Petra Buchholz vom Geophysikalischen Observatorium Collm (Nordsachsen). Seit Sonnabend registrieren die Wissenschaftler Hunderte von Nachbeben. In den Stunden nach dem Hauptbeben wurden nahe dem Epizentrum 22 größere Erschütterungen mit Stärken bis Magnitude 3,1 protokolliert.    

 

Was sind die Ursachen für Schwarmbeben?

Die vom unterirdischen Vulkanismus geprägte Region ist ein klassisches Gebiet für Mikro-Beben. Als Ursache wird der Aufstieg von Gasen und/oder Flüssigkeiten aus dem Erdmantel in die Erdkruste angenommen. Dies führt zu Spannungen im Gestein, die sich als Beben entladen.   

 

Wie gefährlich sind solche Beben?

Erschütterungen der Stärke vier bis fünf treten weltweit rund 6500-mal pro Jahr auf und werden als „leichte Erdbeben“ klassifiziert. Meist werden sie kaum wahrgenommen und die Schäden wie auch beim jüngsten Ereignis sind relativ gering.

 

Sind Erdbeben vorhersagbar?

Leider nein. „Man kann höchstens mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten, abgeleitet aus bisherigen Erfahrungswerten“, so Petra Buchholz.

 

Werden die Abstände zwischen den Beben kürzer?    

„Es lässt sich schon feststellen, dass Schwarmbeben häufiger auftreten“, sagt Dr. Ottomar Krentz vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Allerdings existieren verlässliche Messungen für das Vogtland erst seit Mitte der 1980er-Jahre. Erst vor einer Woche rüttelte die Erde im selben Gebiet – ein Beben der Stärke 3,8. Im Oktober 2011 wurde ein Beben mit Magnitude 3,9 auf der Richter-Skala aufgezeichnet. 2008 wurde die Region innerhalb von zwei Monaten von insgesamt 20.000 kleinerer Beben heimgesucht.

 

Sind noch stärkere Beben möglich?

Ein vergleichbar heftiges Beben mit einer Stärke von 4,6 gab es zuletzt im Dezember 1985. „Unsere tschechischen Kollegen halten einen möglichen Maximalwert von 5,0 für denkbar“, prognostiziert Krentz.

Benjamin Winkler

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