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Lokales IHK Leipzig feiert mit Unternehmern 25. Firmenjubiläum
Leipzig Lokales IHK Leipzig feiert mit Unternehmern 25. Firmenjubiläum
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08:03 17.01.2017
IHK-Präsident Wolfgang Topf bei der Festveranstaltung, die an Firmengründungen der Wendezeit erinnerte. Quelle: Foto: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Bei der Veranstaltung im Haus Leipzig kam so manche „Gründergeschichte“ aufs Tablett. Zum Beispiel die der Leipzigerin Annerose Möbius, die damals im Chemischen Kombinat Miltitz arbeitete. „Am 1. September 1990 habe ich mit 44 Jahren eine eigene Firma gegründet. Es gab damals gerade mal zwei Monate die D-Mark bei uns“, erzählte die Diplomingenieurin für Pharmazie (FH). Selbstständig sein wollte sie schon immer. Doch der Neuanfang wurde „artfremd“, eine Handelsagentur für Hotel- und Restaurantausstattung geboren. Durch Messen hatte Möbius Kontakte zu diversen Vertretern verschiedener Branchen bekommen. „Als Seiteneinsteiger gab es keinen Kredit“, schilderte Annerose Möbius, die ihre Firma mit einem breiten Sortiment aufstellte. Eben mit allem, was man für die Hotelausstattung so braucht. „Eins ist mir aber wichtig: Ich bin ganz fair von meinen Westfirmen behandelt worden.“ Ein erstes großes Projekt war ein Hotelschiff auf der Elbe. Es folgten Lieferungen für Gaststätten wie etwa bei den Neueröffnungen von Paulaner und Coffe Baum, aber auch fürs Westin oder das Seaside-Hotel. Im Vorjahr hat die Unternehmenschefin ihren Betrieb verkauft, betreibt aufgrund großer Erfahrungen im Ausstattungsbereich nun eine Eine-Frau-Firma im Unternehmensmanagement.

Richtige Referenzen kann Dagmar Caruso nicht vorweisen. Arbeitet ihre Firma erfolgreich, dann sind die Objekte hinterher meistens verschwunden: Bei Dagmar Caruso fing alles mit einem Staubsauger an. Das war ein Saugfahrzeug, mit dem man Schmutz, Schlacke und Asche einfach aufsaugen, also Industriereinigung betreiben kann. „Wir haben das Gerät bestellt und ganz klein angefangen“, berichtete sie. Mit zwei Angestellten, die den Keller im Academixer-Haus entschlacken sollten, begann in einem Hinterhof der damaligen Ernst-Thälmann-Straße die Erfolgsgeschichte der Caruso Umweltservice GmbH, die heute ihren Sitz in Großpösna hat. „Mit einer japanischen Videokamera habe ich aufgenommen, was wir so machen, und bin dann losgezogen und habe versucht, Aufträge zu ak­qui­rie­ren, wie man heute sagt. Damals kannte ich das Wort noch gar nicht.“ Inzwischen sind aus dem „Staubsauger“ große Abrissbagger geworden, die in ganz Deutschland in puncto Schadstoff- und Asbestsanierung im Einsatz sind. Derzeit ist die Firma beispielsweise bei der Entkernung des Kulturpalastes Dresden im Einsatz.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Nicht alle neu gegründeten Firmen waren erfolgreich, einige sind pleite gegangen. Große Firmen wie die Imo Leipzig GmbH, der IHK-Präsident Topf als Geschäftsführender Gesellschafter vorsteht, mussten heftige Einschnitte überwinden. Das international tätige Stahlbaumontage-Unternehmen baut Brücken und Hallen. „Bei der Bewertung des Betriebsvermögens waren wir damals naiv. Das einzige, was sich wirklich als wertvoll erwies, waren die Köpfe unserer Mitarbeiter“, sagte Topf. Eine riesige Herausforderung der Anfangsjahre war es, Geld zusammenzukratzen, um pünktlich die Löhne zu zahlen. „Ansonsten wäre das Abenteuer gleich beendet gewesen.“

Und so konnten die Unternehmer bei einem Glas Wein so manche Geschichte erzählen. Aber eben auch über neue Ärgernisse reden. Heute kennen sie sich zwar im Rechtssystem aus. Was fehlt – da sind sich die Firmeninhaber einig – seien oftmals klare Verhältnisse in der Politik. Und wettbewerbsfähige Vorschriften.

Von Mathias Orbeck

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