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Lokales IHK will Wachstum von Unternehmen forcieren
Leipzig Lokales IHK will Wachstum von Unternehmen forcieren
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22:01 31.08.2018
IHK-Präsident Kristian Kirpal (M.) hat sich für die Initiative mit HHL-Rektor Stephan Stubner (l.) und Thorsten Posselt vom Fraunhofer-Zentrum zusammengetan. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Trotz des ungebrochen Wirtschaftswachstums brauchen Leipzigs Unternehmen dringen neue Wachstumsimpulse. „Wir dürfen nicht länger eine verlängerte Werkbank sein, sondern müssen weitere Bestandteile der Wertschöpfungsketten übernehmen“, appellierte gestern IHK-Präsident Kristian Kirpal an den hiesigen Mittelstand. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat deshalb gemeinsam mit dem Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie (IMW) sowie der Handelshochschule (HHL) die neue „Förderinitiative Dienstleistung plus X“ gestartet. Die Idee: Die drei Akteure wollen den Unternehmen in der Region verborgene Wachstumspotenziale aufzeigen – unabhängig von Branche und Betriebsgröße.

„Besonders wertschöpfende Bereiche Forschung und Entwicklung, das Design, aber auch das Marketing oder die kundenspezifischen Dienstleistungen sind weitestgehend in den westdeutschen Bundesländern konzentriert“, listete Kirpal auf. Auch 30 Jahre nach der Wende betrage deshalb die Bruttowertschöpfungslücke zwischen Ost und West noch immer rund 20 Prozent. Dieser Wert sei „nahezu zementiert“, so der IHK-Präsident. In der Region würden deshalb sehr viele Unternehmen kaum oder zu wenig wachsen und nicht groß genug werden, um im Markt eine gewichtige Rolle zu spielen. Dadurch sei ihre Produktivität geringer und ihre Mitarbeiter würden vergleichsweise wenig Lohn erhalten – was die Unternehmen wiederum nicht attraktiv genug für neue Fachkräfte mache.

Um dies zu ändern, will die IHK ihren 67 000 Mitgliedsfirmen jetzt helfen, neue Dienstleistungsangebote zu entwickeln und so die Wertschöpfungsketten zu erweitern. Das Angebot: Mitgliedsunternehmen können sich unabhängig von Branche und Unternehmensgröße ab sofort bis zum 31. Oktober um Beratungsleistungen im Wert von insgesamt 50 000 Euro bewerben und werden dann von versierten Experten des Fraunhofer-Zentrums und der Handelshochschule beraten. „Eine Jury wird mindestens fünf Unternehmen auswählen, die ab Januar 2019 für sechs Monate mit dieser Unterstützung systematisch neue oder auch modifizierte Dienstleistungen entlang ihrer Wertschöpfungskette entwickeln“, so Kirpal. Ausgewählt würden Firmen aus möglichst vielen verschiedenen Branchen, weil auch andere Unternehmen von deren Entwicklung lernen sollen. „Wir wollen die Entwicklung der neuen Dienstleistungen sehr transparent gestalten – das heißt, einzelne Prozessschritte, Methoden und Ergebnisse dokumentieren, veröffentlichen und so allen anderen interessierten Unternehmen zur Verfügung stellen“, sagte Kirpal. „So sollen erfolgreiche Blaupausen für einzelne Branchen entstehen, an denen sich andere Unternehmen orientieren können. Das schafft deutlich mehr Output als das monetäre Investment von 50 000 Euro.“

Das Fraunhofer-Zentrum stellt dafür ein Expertenteam bereit, das ab Januar 2019 mit den teilnehmenden Unternehmen nach verborgenen Potenzialen suchen und neue Dienstleitungsideen oder auch gänzlich neue Geschäftsmodelle für wachsende regionale Unternehmen finden soll. Darüber hinaus wird der Kooperationspartner Handelshochschule die unterschiedlichsten Phasen des Gesamtprojekts begleiten und unter anderem im Projektlenkungsausschuss sowie als Jury-Mitglied mitarbeiten. Bis Ende Juni 2019 sollen sichtbare Ergebnisse vorliegen.

Die Bewerbungsunterlagen sind online unter www.leipzig.ihk.de/plusx abrufbar. „In den Bewerbungsunterlagen sollte der Wille zu Veränderungen im Unternehmen deutlich werden“, betonte Professor Thorsten Posselt vom Fraunhofer-Zentrum IMW. Es sei zwar schön, wenn Unternehmen schon selber eine konkrete Wachstumsidee hätten. „Aber es können sich auch Unternehmen bewerben, die noch nicht wissen, welche neuen Optionen es für sie gibt, geschweige denn wie sie umzusetzen sind.“ HHL-Rektor Professor Stephan Stubner betonte, dass sich nicht nur Dienstleistungsfirmen bewerben können, sondern auch produzierende Unternehmen.

Von Andreas Tappert

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