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Lokales „Ich habe Angst, dass der Krach noch mehr wird“ – Leipziger erarbeiten Lärmaktionsplan
Leipzig Lokales „Ich habe Angst, dass der Krach noch mehr wird“ – Leipziger erarbeiten Lärmaktionsplan
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08:39 28.04.2011
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Leipzig

Die Menschen auf dem Gehweg, vorher noch im Gespräch vertieft, blicken sich verdutzt an, hören sich nicht mehr. Es ist zu viel Lärm.

Die Georg-Schumann-Straße soll wegen ihres schlechten Straßenzustandes besonders viel Lärm verursachen. „Die Abrollgeräusche der Bahnräder sind auf dieser unebenen Straße sehr laut“, so Tino Supplies vom Umweltbund Ökolöwe. Er will diese Lärmbelästigung nicht mehr hinnehmen und versucht, mit seinem Verein Lösungen zur Minderung des Geräuschpegels darzulegen. Die Liste der Vorschläge des Umweltbundes ist lang: Sanierung der Straße mit breiten Gehwegen, Radwege, Beschränkung auf zwei Spuren für den Autoverkehr, Fahrbahnsanierung und Reduzierung der Spurrinnen stehen auf dem Bauplan.

Diese Vorschläge erarbeitete der Ökolöwe auf dem vergangenen Ortsteil-Wokshop im März. „Die Bürger sind wirklich sehr aktiv und wollen, dass sich etwas verändert“, sagt Supplies. Das habe er auch am Mittwoch wieder gemerkt. Den internationalen Tag gegen den Lärm nimmt der Umweltbund zum Anlass noch mehr Bürger für die Umgestaltung der Georg-Schumann-Straße zu begeistern. Die Idee kommt an, viele Leute bleiben stehen, hören Supplies bereitwillig zu und nehmen auch die Ohrstöpsel für kurzfristige Gehörgang-Entspannungen.

Anwohnerin Vera Bayer findet die Straßenbahn besonders laut. „Außerdem fahren hier jeden Tag mehr Autos lang. Ich habe Angst, dass der Krach noch mehr wird“, so die 71-jährige Rentnerin.

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„Ich bin furchtbar lärmempfindlich. Häufig kann ich meine beiden Kinder nicht mehr verstehen, wenn wir die Georg-Schumann-Straße entlang laufen. Die Ohrstöpsel sind schon mal eine gute Idee, aber noch besser finde ich die Vorschläge zur Umgestaltung“, sagt die 40-jährige Sabine Müller, die gerade mit ihren Töchtern Prisca (3) und Olivia (6) spazieren geht.

Gerd Backofen (71) meint: „Hier muss wirklich dringend etwas passieren. Es kann ja nicht sein, dass ich mir als Fußgänger manchmal die Ohren zuhalten muss, wenn ich hier langgehe.“

Hintergrund des Projektes ist eine EU-Umgebungslärmrichtlinie, die alle Ballungsräume verpflichtet, Lärmaktionspläne zu erstellen und dabei die Bürger mit einzubeziehen. Dazu hält der Umweltbund Ökolöwe Workshops ab, in denen ein Handlungskatalog für die Lärmaktionsplanung verfasst werden soll. Mit der Initiative „Mach's leiser - Mitwirken bei der Lärmaktionsplanung in Leipzig“ sollen schützenswerte Ruhezonen und konkrete Lärmprobleme identifiziert und dafür Lösungen erarbeitet werden.

Die Ergebnisse präsentieren die Bürger in einem Bürgergutachten im Frühsommer 2011. „Der Ökolöwe begleitet und unterstützt die Bürger dabei. Probleme lösen und Ideen einbringen ist aber Aufgabe der Anwohner“, klärt Supplies auf.

In dem mit diesen Vorschlägen erstellten Lärmaktionsplan wird festgelegt, welche Lärmminderungsmaßnahmen in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden sollen.

Dominik Bath

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