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Lokales Idee für Hauptbahnhof Leipzig: Schlafboxen und Eislaufareal
Leipzig Lokales Idee für Hauptbahnhof Leipzig: Schlafboxen und Eislaufareal
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00:18 19.06.2016
Bahn-Azubis mit Bahnhofsmanager: Jens Papenfuß (52), Michelle Lange (21), Sven Poppe (18) v.l. Quelle: Martin Pelzl
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Leipzig


„Wir sind nach einer Woche Hospitation beim Leipziger Bahnhofsmanagement in die Ideenfindung eingestiegen“, erklärt Sven Poppe (18), einer der aus Leipzig, Dresden, Halle und Chemnitz kommenden Azubis. Dabei sei es nicht darum gegangen, eine Lösung zu finden, die explizit etwas mit der Bahn zu tun hat, sondern „die dem Kunden was bringt“, so der Kaufmann für Verkehrsservice im zweiten Lehrjahr. „Dafür haben wir unter anderem eine Kundenbefragung im City-Tunnel und in den Hauptbahnhof-Promenaden durchgeführt“, sagt die Leipzigerin Michelle Lange (21). Einige der Wünsche seien natürlich bar jeglicher Realisierungsmöglichkeit. Dennoch seien interessante Dinge zusammengekommen. „Beispielsweise ist das Thema Zeitkino von vielen angesprochen worden“, so die angehende Verkehrsservice-Kauffrau.

Aus all den gesammelten Daten und Ideen sind letztlich zwei Nutzungsvarianten entwickelt worden, die Ende September beim großen Finale des Wettbewerbs in Berlin präsentiert werden sollen. Beide beinhalten – in unterschiedlicher Anzahl – die Aufstellung von mietbaren Fahrrad- und Schlafboxen. Bei letzteren handelt es sich um sogenannte Kapselhotels einer Münchner Firma, in denen sich Reisende auch stundenweise zur Ruhe betten können. „Ein großer Vorteil der Fläche ist ja, dass durch die in der Nähe angesiedelte Bundespolizei die Themen Diebstahl und Vandalismus praktisch keine Rolle spielen dürften“, erläutert Jens Papenfuß (52) vom Bahnhofsmanagement. Die immer mal wieder aufkochende Idee, dort einen weiteren Parkplatz einzurichten, sei schon lange verworfen worden, weil die beiden Parkhäuser „zwar gut genutzt werden, aber noch Reserven haben“.

Die von jungen Bahn-Mitarbeitern entwickelten Varianten für die 3200 Quadratmeter große Fläche, für die auch eine grobe Kostenschätzung erfolgt ist, unterscheiden sich in erster Linie dadurch, dass eine grüne Zone mit Kinderspielbereich, kleinem Café und Sitzgelegenheiten im Zentrum ersterer steht. Die zweite sieht als Hauptattraktion eine Eventfläche vor, die beispielsweise für Wochen- und Trödelmärkte, eine (überdachte) Eislauffläche im Winter sowie für Kinoabende und kleinere Konzerte genutzt werden könnte. Sollte das Leipziger Projekt beim Wettbewerb unter den Siegern sein, hätte eine Realisierung noch deutlich größere Chancen, weil die Bahn ein paar Euro beisteuern dürfte. Doch auch sonst scheint die Arbeit der fünf Azubis nicht umsonst – der Betreiber der Promenaden hat schon Interesse an der Umsetzung der einen oder anderen Idee signalisiert.

Bei der von den Bahn-Azubis beplanten Fläche handelt es sich übrigens nicht um das gesamte unter dem Dach befindliche Areal, sondern nur um etwa zwei Drittel. Was passiert mit dem Rest? Was in Bahn-Kreisen bislang nicht bestätigt wurde, scheint nun Realität zu werden: Die Fläche direkt am Ende des Hallendachs, die über die Kurt-Schumacher-Straße erreichbar ist, soll wohl durch einen großen Leipziger Reiseveranstalter als Bus-Parkplatz samt Wendeschleife gemietet und genutzt werden.

Von Martin Pelzl

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