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Lokales Illegale Graffitis: Leipzig ist Sachsens Hochburg - Aufklärungsquote der Polizei steigt
Leipzig Lokales Illegale Graffitis: Leipzig ist Sachsens Hochburg - Aufklärungsquote der Polizei steigt
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13:17 17.09.2014
Hinter dem Gerüst verbarg sich im April 2014 ein spektakuläres Graffiti an der alten Leipziger Hauptpost. Quelle: André Kempner
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Leipzig

In den vergangenen beiden Jahren wurden bei der Leipziger Polizei jeweils mehr als 2300 Fälle illegaler Graffiti registriert. In Dresden waren es jeweils etwa 900, in Chemnitz etwas mehr als 700 im Jahr. Die Leipziger Graffiti-Polizisten haben es mit allen Formen der Gattung zu tun: „Sprayen, kratzen, ätzen oder auch die Benutzung von Edding-Stiften, alles läuft bei uns zusammen und nicht, wie in anderen Städten, bei den einzelnen Polizeirevieren“, berichtete Köhler.

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Dass Leipzig die sächsische Hochburg illegaler Graffiti sei, hänge unter anderem mit der Rolle des Hauptbahnhofs als Verkehrsdrehscheibe zusammen. „Wo viele Eisenbahnwaggons stehen wird auch viel gesprüht.“ Auch der City-Tunnel habe sich zum Anziehungspunkt der Sprayer entwickelt. Zudem gebe es im Gegensatz etwa zu Dresden viel weniger freie Wände, die legal besprüht werden dürfen.

Schwerpunkte der Tätigkeit des achtköpfigen Anti-Graffiti-Teams sind die Stadtteile Connewitz, die Südvorstadt, Plagwitz, Schleußig und Grünau. In diesem Jahr ist auch die Stadt Schkeuditz vor den Toren Leipzigs zu einem der Schwerpunkte geworden.

Die Mehrzahl der Graffiti-Täter seien zwischen 14 und 21 Jahren alt, die meisten seien Mehrfachtäter, verübten auch andere Straftaten wie etwa Diebstähle, Überfälle oder Drogendelikte. Hauptproblem der Ermittler bei Sachbeschädigung durch Graffiti ist, dass die Täter nur selten auf frischer Tat ertappt werden.

Bisweilen helfen die Sprayer aber selbst nach: „Sie filmen zum Beispiel Züge, die sie bemalt haben, um sich damit zu brüsten.“ Ebenfalls hilfreich für die Polizei ist, dass sie bei Wohnungsdurchsuchungen häufig Skizzenbücher oder charakteristische Schriftzüge feststellen können, die den Zusammenhang zwischen einem Graffito und dessen Urheber nachvollziehbar machen. Zudem bearbeitet nach der Aufklärung durch die Polizei ein auf Graffiti-Straftaten spezialisierter Staatsanwalt die Fälle.

Jörg Aberger

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