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Lokales Illegaler Müll kostet Leipziger eine Viertelmillion Euro im Jahr
Leipzig Lokales Illegaler Müll kostet Leipziger eine Viertelmillion Euro im Jahr
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00:36 21.05.2018
Immer wieder laden Bürger ihren Müll illegal in der Botanik ab. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Leipziger lassen jedes Jahr an unzähligen Stellen in der Stadt Tausende Tonnen illegalen Mülls liegen. Sperrmüll, Haus- und Gartenabfälle oder sonstiger Unrat werden einfach an Straßenränder, hinter Büsche, in Parks oder Gräben gekippt. Die Kosten für deren Beseitigung belaufen sich auf Hunderttausende Euro. Die Zeche zahlen alle Leipziger, denn das Geld fehlt am Ende dem Stadthaushalt.

Mit drei Kilogramm ist das jährliche Pro-Kopf-Aufkommen an illegalem Müll seit Jahren konstant. „Die Auswirkungen sind erheblich, da nicht nur das Stadtbild beeinträchtigt wird, sondern auch Gefahren durch die Ablagerung von Schadstoffen entstehen“, sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Eine Änderung im Verhalten der Verursacher sieht er nicht und belegt dies mit Zahlen: Im Jahr 2014 wurden in Leipzig 1447 Tonnen illegalen Mülls beseitigt, im vergangenen Jahr waren es 1593 Tonnen. Bearbeitete der Stadtordnungsdienst 2014 noch 2357 Fälle, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 2863 Vorgänge; allein in diesem Jahr waren es bis Mai schon 1352. Werden Verursacher zweifelsfrei identifiziert oder gar erwischt, drohen ihnen Strafen von bis zu 100 000 Euro. Doch die eingenommenen Bußgelder von 1116 Euro im Jahr 2014 und 6856 Euro im vergangenen Jahr stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten der Beseitigung der wilden Müllkippen. Die lagen 2014 noch bei 168 000 Euro, im vergangenen Jahr schon bei 240 000 Euro.

Durch die personelle Aufstockung des Stadtordnungsdienstes sind nach den Worten des Umweltbürgermeisters ab diesem Jahr mehr Streifen möglich. „So können wir der illegalen Entsorgung vielleicht besser Herr werden“, hofft er. Außerdem will die Stadt eine „Dreck-weg-App“ einführen, mit der jeder Bürger künftig gleich per Smartphone illegale Müllecken unkompliziert der Behörde melden kann.

Norman Volger, Chef der Grünen-Fraktion im Stadtrat, wünscht sich indes einen höheren Ermittlungsdruck durch die Behörden. Und sein Ratskollege von der SPD, Christopher Zenker, regt an, mit Werbekampagnen wie beispielsweise in Berlin die Menschen für eine saubere Umwelt zu sensibilisieren.

Von Klaus Staeubert

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