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Lokales Im Internet tobt Debatte um Leipziger Luftmessstation
Leipzig Lokales Im Internet tobt Debatte um Leipziger Luftmessstation
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15:22 07.01.2019
Die Luftmessstation am Hallischen Tor misst die Luftbelastung durch den Verkehr auf dem Leipziger Innenstadtring – sie steht aber viel dichter an einer Kreuzung, als es die gültige EU-Verordnung zulässt. Quelle: Dirk Knofe - Picturework.eu
Leipzig

Hohn und Spott – und auch Wut – löste im Internet die Nachricht aus, dass Leipzigs zentrale Luftmessstation Am Hallischen Tor nicht regelkonform aufgestellt ist, die Stadtverwaltung diese aber nicht umsetzt. Wie berichtet, werden im Rathaus die Kosten für die Verlegung der Station in den Untergrund des Willy-Brandt-Platzes als unverhältnismäßig hoch eingestuft. Die insbesondere für die Abgasmessung benötigte Station ist nur 3,30 Meter von der nächsten Kreuzung entfernt, obwohl die EU einen Mindestabstand von 25 Metern vorgeschrieben hat.

„Ein Vorschlag zur Güte: Alle Grenzwertüberschreitungen werden gestrichen und die Station bleibt stehen“, kommentiert ein User aus Brandis sarkastisch die Entscheidung der Stadtverwaltung. Ein anderer orakelt: „Mal sehen ob man in Leipzig bei einem drohenden Fahrverbot auch noch so entspannt ist.“ Wieder andere vermuten hinter der Posse eine Art Verschwörung. „Man könnte fast glauben, dass sich einige das sehnlichst wüschen und so die Hilfe einer zu viel messenden Station ganz willkommen ist“, wird geargwöhnt.

Wie sieht es mit dem Recht aus?

Für Kopfschütteln sorgt auch, dass die Stadt für ihre Entscheidung unverhältnismäßig hohe Kosten anführt. In Kenntnis der Gerichtsurteile, die die Deutsche Umwelthilfe erwirkt hat, sei dies nicht nachvollziehbar, heißt es. „Ich denke, die drohenden Kosten für Gerichtsverfahren und die Kosten der von einem Fahrverbot Betroffenen sind weitaus höher einzuschätzen, als eine Messstation umzusetzen“, schreibt ein User. „Davon abgesehen ist es äußerst fragwürdig wie man Akzeptanz schaffen will, wenn man sich offensichtlich nicht an die Regeln hält – unabhängig von der Frage, inwieweit die Grenzwerte, die heute gültig, sind überhaupt sinnvoll sind.“

Vor allem dieser letzte Satz rief im Netz die Verteidiger der Luftschadstoffmessungen und der Dieselfahrverbote auf den Plan. Die eingeführten Grenzwerte hätten in den vergangenen Jahren nachweislich Leipziger Luft besser gemacht, führen sie an. Dies habe auch dazu beigetragen, dass die Lebenserwartung in Deutschland angestiegen ist. „Wenn Dir das nicht gefällt, gibt es hübsche Gegenden in der Welt, wo es keine Grenzwerte gibt und die Lebenserwartung auch deutlich schlechter ist“, schreibt ein Umweltschützer und empfiehlt den Kritikern: „Zieh doch dort hin und verlange nicht einfach von anderen, dass Sie den Dreck wegatmen müssen, der verbotenerweise aus dem Auspuff kommen. Hätten die Hersteller funktionierende Abgasreinigungen verbaut, hätten wir kein einziges Fahrverbot.“

Harsche Kritik und Verschwörungtheorien

Auch dagegen gab es Protest. „Guter Vorschlag“, ist zu lesen. „Warum ziehst Du nicht um? Geh aufs Dorf. Da ist die Luft sauber und du brauchst keinen Dreck wegatmen. Allerdings kräht früh um fünf eventuell ein Hahn. Aber diese ,Lärmbelästigung’ kann man ja vielleicht gerichtlich verbieten lassen.“

Wieder andere fahren ganz schweres Geschütz auf und wittern hinter der Rathaus-Entscheidung, die Station nicht umzusetzen, eine Verschwörung. „Einige Politiker meinen, dass grüner Psycho-Terror gut ist, weil er aufweckt, hilft und die Umwelt verbessert“, schreiben sie. „Dann stellen sie kritische Nachfragen ein. Ist ja für eine gute Sache. Dafür darf man dann auch mal das Recht brechen. Die Journalisten werden schon nicht so kritisch sein und der dumme Bürger bekommt ja sowieso nichts mit.“ Doch dies sei völlig inakzeptabel. „Wir müssen verlangen, dass sich Politiker an das Recht halten.“

Von Andreas Tappert

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