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Lokales Im Waldstraßenviertel wohnen Bestverdiener Leipzigs – geringste Einkommen im Osten
Leipzig Lokales Im Waldstraßenviertel wohnen Bestverdiener Leipzigs – geringste Einkommen im Osten
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20:53 31.07.2012
Das Waldstraßenviertel: Mit durchschnittlich 1460 Euro Nettoeinkommen pro Monat wohnen hier Leipzigs Top-Verdiener. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Dort haben Erwachsene im Schnitt 1406 Euro und damit fast ein Drittel mehr in der Tasche als noch vor drei Jahren. In Schleußig, Reudnitz oder Lindenthal sinken die Einkommen dagegen deutlich.

Insgesamt hatten die Messestädter 2011 im Durchschnitt 1066 netto und damit rund 30 Euro mehr pro Monat zur Verfügung als noch vor einem Jahr. Das geht aus den Ergebnissen der Kommunalen Bürgerumfrage 2011 hervor, der bislang größten repräsentativen Befragung der Stadt mit mehr als 9000 Teilnehmern zwischen 18 und 85 Jahren. Vor allem Frauen hatten an dem Zuwachs maßgeblichen Anteil: Ihr Monatseinkommen erhöhte sich um 49 auf 964 Euro, während die finanzielle Situation bei Männern nahezu stagnierte. Mit durchschnittlich 1162 Euro verdient das starke Geschlecht aber noch immer knapp 200 Euro mehr.

Leipzigs Stadtteile mit den höchsten und niedrigsten Einkommen in Bildern:

Leipzig. Die Einkommen in Leipzig steigen – die Kluft zwischen den einzelnen Stadtteilen wird aber immer größer. Mittlerweile fast doppelt so hoch wie in Volkmarsdorf oder in Neustadt-Neuschönefeld sind die monatlichen Nettoeinkünfte im Waldstraßenviertel. Dort haben Erwachsene im Schnitt 1406 Euro und damit fast ein Drittel mehr in der Tasche als noch vor drei Jahren.

Eine Auswertung nach einzelnen Stadtteilen, die LVZ-Online vorliegt, zeigt jedoch: Nicht in allen Bezirken kommt der wirtschaftliche Aufschwung gleichermaßen an. So gingen seit 2008 in einigen Vierteln die Einkommen stark zurück. Verluste von mehr als 100 Euro pro Einwohner mussten Schleußig (1165 statt 1328 Euro), Lindenthal (1147 statt 1304 Euro) und Reudnitz-Thonberg (854 statt 971 Euro) verkraften. Die einkommensschwächsten Leipziger wohnen nach wie vor im Osten und Westen der Stadt: In Volkmarsdorf und Neustadt-Neuschönefeld beträgt das monatliche Nettoeinkommen weniger als 800 Euro, in Lindenau und Grünau liegt es nur etwa 100 Euro darüber.

Andrea Schultz, Abteilungsleiterin für Stadtforschung im Leipziger Rathaus, begründet die wachsende Kluft mit demografischen Faktoren, aber auch mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Einige Stadtteile konnten offensichtlich stärker vom Boom in den letzten Jahren profitieren als andere.“ Gleichzeitig hätten Wanderungsbewegungen dazu geführt, dass manche Viertel deutlich aufgewertet wurden.

Einkommensverteilung in Leipzig - alle Stadtteile im Überblick

2011 lag das Nettoeinkommen in Leipzig durchschnittlich bei 1060 Euro - 30 Euro höher als im Jahr zuvor. Quelle: dpa

So stieg in Plagwitz, einem Stadtteil mit vielen Zuzügen gutverdienender junger Leute, das Durchschnittseinkommen um 202 Euro auf 1225 Euro. Auch Gohlis-Nord, Eutritzsch, Heiterblick und Neulindenau konnten ähnliche Zuwächse verzeichnen. Die Verluste in Schleußig erklärt Schultz mit dem hohen Anteil junger Familien, in denen häufig nur ein Elternteil in Vollzeit arbeitet. Denn bei den Nettoäquivalenzeinkommen, die unterschiedliche Haushaltsgrößen berücksichtigen, landete der Stadtteil mit 1459 Euro wiederum auf einem Spitzenplatz.

„Dennoch bleibt festzustellen, dass Leipzig im Bundesvergleich insgesamt ein geringes Einkommensniveau hat“, resümiert Schultze. Eine der Folgen: „Die Schere zwischen Arm und Reich klafft dadurch aber auch nicht so weit auseinander wie in westdeutschen Städten“, so die Stadtforscherin.

Mehr zum Thema lesen Sie am Mittwoch, 1. August 2012, in der Leipziger Volkszeitung oder im E-Paper.

Robert Nößler

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