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Lokales Im Zoo treffen Schuppentiere erstmals aufeinander
Leipzig Lokales Im Zoo treffen Schuppentiere erstmals aufeinander
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23:07 06.01.2010
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Leipzig

So viel stand fest: Sympathie ist da. Der Leipziger Zoo darf auf Liebe hoffen.

Ein bisschen gemein ist es ja schon: Das Weibchen ist etwas kleiner und runder, das Männchen länger und dünner. Doch den beiden Ohrenschuppentieren Quesan und Tou Feng ist das egal. Da sie nachtaktiv sind, orientieren sie sich mehr mit ihrem Geruchssinn und es scheint fast so, als könnten sie sich tatsächlich gut riechen. Zumindest das Männchen Tou Feng näherte sich gestern bei der ersten Begegnung immer wieder seiner - hoffentlich - zukünftigen Herzensdame, zu Zärtlichkeiten kam es zwar nicht, aber es war ja auch das erste Rendezvous und noch dazu vor versammelter Presse. Wählerisch können aber beide nicht sein, immerhin sind sie die Einzigen ihrer Art im Zoo und das sogar europaweit. Sie gelten als weltweit gefährdet. Zoodirektor Jörg Junhold, Kurator Gert Nötzold und Tierpflegerin Christina Schwind hoffen auf Amors Pfeil und baldigen Nachwuchs.

Schuppentiere leben in Laub- und Bambuswäldern, überwiegend im Tiefland in Asien und Afrika. Die Heimat Quesans war Taiwan, der Zoo Taipeh hat sie dem Leipziger Zoo im September 2009 geschenkt, Tou Feng ist schon rund ein Jahr länger hier. Vielleicht war er deshalb bei der gestrigen Begegnung weniger schüchtern. Dass beide mit fletschenden Zähnen aufeinander losgehen, musste jedenfalls niemand befürchten. "Schuppentiere sind wohl die einzigen Säugetiere ohne Zähne", erklärt Schwind. Da sie sich nur von Insekten ernähren, brauchen sie die auch nicht. In Leipzig stehen eigens für sie gezüchtete Bienen auf dem Speiseplan. Nach dem Essen folgt meistens gleich ein Verdauungsschläfchen - und das kann auch mal länger dauern. Circa 20 Stunden am Tag befinden sich die Tiere in Ruheposition, sagt Nötzold. Die Besucher können sie aber trotzdem auf einem Monitor im Elefantenkeller beim Schlafen beobachten. Da es hier sowieso schon dunkler ist, sei dies ein optimaler Platz für ihr Gehege, so der Kurator.

Doch auch von ihren großen Nachbarn gibt es Neuigkeiten. Nach dem Bullentausch mit Prag im November (die LVZ berichtete) ist nun Naing Thein der einzige Mann im Elefantenhaus. Doch er hat sein Gehege noch nicht verlassen. Sein Vorgänger Mekong dagegen macht in Prag schon fleißig Übungen mit seinen Pflegern. Die Hoffnungen auf ein graues Riesenbaby gehen leider gegen Null: Der Hormonspiegel von Elefantenkuh Trinh ist rapide abgefallen, wie Junhold mitteilte. Jetzt liegt es an Naing Thein, es mit einer der fünf Elefantenladies zu probieren. Wer von den Dickhäutern möchte, darf sich täglich die Beine an der frischen Luft vertreten und den Rüssel ins kalte Weiß stecken. Die Tierpfleger passen auf, dass sich keiner erkältet und es zu keinen schniefenden Rüsseln kommt.

Magdalena Fröhlich

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