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Lokales Im "Zwernser" Gasthof im Leipziger Osten gehen die Lichter wieder an
Leipzig Lokales Im "Zwernser" Gasthof im Leipziger Osten gehen die Lichter wieder an
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00:59 07.12.2013
Marc Petzold, Vater Jürgen und Opa Günter (von links) sind sich einig: Im Gasthof Zweinaundorf geht es nach dem Ausstieg von Wirt Andreas Seifert weiter. Quelle: André Kempner

Vor kurzem zog Andreas Seifert (50), der nun schon mehr als 20 Jahre Wirt in Zweinaundorf ist, die Notbremse: "Ich kann es gesundheitlich nicht mehr machen." Nächstes Jahr stehen ihm mehrere Operationen bevor. Schon seit anderthalb Jahren schlägt er sich mit einer schweren Krankheit herum; nur dank seines Personals konnte der Laden am Laufen gehalten werden. Seiferts Frau ist ebenfalls schwer krank und kann ihn seit 2010 nicht mehr unterstützen. Und der Sohn ist mit 21 Jahren noch zu jung, um den großen Gasthof mit Restaurant, Tanzsaal und Nebenräumen zu übernehmen.

Der Wirt informierte die alteingesessene Leipziger Gastronomenfamilie Petzold, mit der er einen Erbpachtvertrag hat. Den Petzolds - genauer gesagt Jürgen Petzold (61) und seiner in Dresden lebenden Cousine - gehört der Gasthof. "Mir ist ganz schlecht geworden", gesteht Jürgen. Sein Vater Günter Petzold (81) ist sogar in einem der Zimmer geboren worden und auf dem Grundstück aufgewachsen. Alle drei Generationen - Opa Günter, Sohn Jürgen und Enkel Marc (35) - sind Köche von Beruf und haben in Spitzenhäusern gelernt: Fürstenhof, Astoria und Hilton (Berlin). Heute ist der Senior längst im Ruhestand, nachdem er viele Jahre den Internationalen Kochkunstverein zu Leipzig geleitet hat. Dem Enkel gehören die Crossi-Bistros am Johannisplatz und Listplatz sowie eine Cateringfirma, sein Vater ist bei ihm angestellt.

Letzten Endes lag die Entscheidung beim Jüngsten: Vor allem er muss den Riesenbrocken in Zukunft stemmen. Trotz aller Zweifel, ob so ein riesiger Landgasthof heute noch funktioniert - zumal es in der Umgebung ähnlich große Gasthöfe gibt -, entschied der Junior sich für den Familienbesitz, den er irgendwann mal erben wird. "Weil ich mit Herzblut Gastronom bin", sagt er. Aber auch, weil die Familienbande bei Petzolds sehr eng sind, alle drei Generationen sich jeden Sonntag zum Mittagessen treffen und ihnen Tradition wichtig ist.

Allen fiel ein Stein vom Herzen, als Marc signalisierte: "Der Standort wird gerettet. Ziel ist, dass hier im Haus das Leben weitergeht." Kein Gast solle sich Sorgen um seine Buchung machen. Weihnachtsessen, Silvesterparty und alle schon für 2014 geplanten Feiern finden statt. Bis Jahresende läuft der Betrieb zunächst als Catering der Crossi-Gastronomie. Für Laufkundschaft bleibt das Restaurant noch eine Weile geschlossen. Zuerst macht der neue Wirt Bestandsaufnahme und kümmert sich um ein neues, zeitgemäßes Konzept für den Landgasthof. Irgendwann im Jahr 2014 will er dauerhaft neu starten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.12.2013.

Kerstin Decker

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