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Lokales Immer mehr Gedränge – Planer spielen Verlegung von Straßenbahnen durch
Leipzig Lokales Immer mehr Gedränge – Planer spielen Verlegung von Straßenbahnen durch
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00:27 08.03.2018
Viel enger geht es nicht – an der Zentralhaltestelle vor dem Hauptbahnhof wird das Gedränge immer größer. LVB-Planer haben deshalb durchgespielt, die Straßenbahnlinien 10 und 11 nur noch an der Westseite des Hauptbahnhofs halten zu lassen.
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Leipzig

Das Gedränge im Haltestellenkomplex vor dem Hauptbahnhof wird immer größer. Fahrgäste und Experten der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) suchen nach Lösungen, um den wichtigen Haltepunkt zu entlasten. Weil ein Ausbau wegen der benachbarten Fahrspuren aktuell nicht möglich ist, wird über eine Verlagerung von Straßenbahnlinien auf die Haltestelle an der Westseite des Hauptbahnhofs nachgedacht. Der Knackpunkt: Mehrere Linien könnten dann nicht mehr über den Augustusplatz und den Wilhelm-Leuschner-Platz rollen, sondern müssten über den westlichen Innenstadtring fahren – also über Tröndlin-, Goerdeler- und Dittrichring.

Entlastung für Gleise 1 und 2

„Weil der Straßenbahnbereich vor dem Hauptbahnhof viel zu oft von LVB-Fahrgästen überfüllt ist, wird das Umsteigen oft beschwerlich, ja mitunter sogar gefährlicher“, schrieb Mike Dallmann an die LVZ. „Vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen, Rentner oder Mütter, zum Beispiel mit Kinderwagen.“ Es sei ja schon zu hören gewesen, dass der Bereich umgebaut werden müsse. „Aber wir wissen ja, wie lange solche Veränderungen von der Planung bis zur Fertigstellung brauchen.“ Warum, fragt der Schönefelder, könnte man nicht erstmal die Gleise an der Hauptbahnhof-Westseite verstärkt nutzen? Dort halte mit der Linie 9 nur eine Straßenbahn. Wenn zum Beispiel die 10 oder 11 dort stoppen würden, hätten die Fahrgäste aus Leipzigs Norden nicht nur den Hauptbahnhof, sondern auch den Goerdelerring zum Umsteigen oder für Ziele in der Innenstadt – und man würde vor dem Hauptbahnhof die Gleise 1 und 2 entlasten.

Den Verkehrsbetrieben ist diese Idee nicht neu. „Wir haben darüber auch schon nachgedacht“, sagt Holger Flache, Bereichsleiter für Verkehrsmanagement bei den LVB. Dabei habe sich herausgestellt, dass die vorgeschlagene Linienverlagerung für die LVB „durchaus Charme“ hätte. „Wir würden den Westring dann deutlich stärker als heute bedienen“, sagt der Experte. Denn aktuell wird der westliche Promenadenring, verglichen mit dem Straßenbahnaufkommen auf dem östlichen Innenstadtring (Augustusplatz und Wilhelm-Leuschner-Platz), von Straßenbahnen und Fahrgästen deutlich geringer frequentiert.

LVB: Fußweg für Umsteiger zu lang

Ein „großes Problem“ für die LVB sei bei einer solchen Verlagerung allerdings, dass dann relativ viele Fahrgäste nicht mehr am Hauptumsteigepunkt vor dem Hauptbahnhof aussteigen, sondern nur an einem Nebenpunkt „jenseits des Rings“. Sie würden dann den unmittelbaren Zugang zu den Bahnen dort verlieren. „Die Linien 10 und 11 fahren nur in einem Fünf-Minuten-Abstand hintereinander“, rechnet Flache vor. Von diesen relativ vielen Fahrgästen würde ein großer Teil zur Zentralhaltestelle vor dem Hauptbahnhof wollen, um dort umzusteigen. Diese müssten dann zu Fuß dorthin gehen. „Ganz abgesehen davon, dass die Haltestelle an der Westseite des Hauptbahnhofs für ein solches Fahrgastaufkommen noch gar nicht ausgelegt ist.“

Auch bei den Fahrten der Linien 10 und 11 über den Westring sehen die LVB-Leute Probleme: Die dortigen Haltepunkte seien für sehr viele Fahrgäste nicht annähernd so attraktiv wie die auf dem Ostring, wo vor allem die Haltestellen am Augustusplatz und am Wilhelm-Leuschner-Platz stark genutzt werden. Wer dorthin wolle, werde wohl nicht über den Westring fahren, glaubt Flache. Dies gelte auch für den LVB-Stopp im Peterssteinweg, der sich am Neubau der katholischen Kirche befindet. Wer dort aussteige und in eine Bahn wechseln wolle, die an dem viel größeren Stopp am Wilhelm-Leuschner-Platz hält, müsste verhältnismäßig weit laufen.

Ostring ist attraktiver

Die LVB haben auch schon durchgespielt, nur eine der beiden Linien – also der 10 oder der 11 – über den Westring fahren zu lassen und die andere über den attraktiveren Ostring. „Wir fürchten, dass dann kaum jemand in die Bahn steigt, die auf dem Westring verkehrt, während die auf dem Ostring überlaufen wird“, glaubt Flache. Die Fahrgäste würde nicht die weiteren Fußwege in Kauf nehmen, die eine Fahrt über den Westring mit sich bringt. „Das machen die Leute einfach nicht mit.“

Von Andreas Tappert

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