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Leipzig Lokales Immer mehr Leipziger setzen sich ins Auto
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00:18 18.12.2016
Immer mehr Leipzig setzen sich ins Auto.   Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Der Anteil der Wege, die die Leipziger danach im Auto zurücklegen, klettert auf 39,7 Prozent (2013 waren es 38,4 Prozent). Auf 1000 Einwohner kommen mittlerweile 441 Pkw – ein neuer Rekord. Bemerkenswert: Der Motorisierungsgrad hat sich in den vergangenen beiden Jahren beschleunigt. Entfielen im Jahr 2008 noch 402 Autos auf 1000 Einwohner waren es fünf Jahre später 416 (plus drei Prozent). 2014/15 kletterte die Zahl sogar um sechs Prozent! Den größten Hype erlebt das Auto in den peripheren Großwohngebieten Grünau, Schönau, Lößnig, Schönefeld-Ost, Heiterblick und Paunsdorf. Dort stieg die Zahl der Pkw in den Jahren 2008 bis 2015 bezogen auf 1000 Einwohner von 325 auf 479. Ein Plus von 47 Prozent.

Angesichts dessen kommen die Autoren in der Studie zu einem dramatischen Schuss: Vor dem Hintergrund der aktuellen Bevölkerungsprognose – Anstieg von derzeit knapp 580 000 Einwohnern auf 720 000 im Jahr 2030 – „wäre eine weitere Zunahme des Motorisierungsgrades mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum nicht mehr beherrschbar und würde fast eine Steigerung der Kfz-Anzahl in Leipzig auf 150 Prozent bedeuten.“ Die Folge des Verkehrsinfarktes: Staus und Parkplatzmangel. Parkraumbewirtschaftungsgebiete – also flächendeckendes kostenpflichtiges Parken – müssten eingeführt, Zonen zum Laden und Liefern ausgewiesen werden, „um den Wirtschaftsverkehr in diesen Gebieten nicht zum Erliegen zu bringen“.

Fast jeder Leipziger besitzt ein Rad

Lichtblick: Mit 905 Fahrrädern auf 1000 Einwohner verfügt heute fast jeder Leipziger über ein Rad. Dessen Anteil am Verkehrsmix ist von 2013 bis 2015 auf 17,3 Prozent geklettert (plus 2,1 Punkte). Damit liegt Leipzig nach Bremen (23 Prozent) an zweiter Stelle im deutschen Großstadtvergleich. Auf Busse und Bahnen entfallen 17,6 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Der Anteil der Wege, die die Leipziger zu Fuß zurücklegen, fiel dagegen auf 25,4 Prozent (minus 3,9 Punkte).

Es seien noch „erhebliche Anstrengungen notwendig“, so ein Sprecher von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos), „um die Ziele des Stadtentwicklungsplans Verkehr und öffentlicher Raum für das Jahr 2025 zu erreichen“. Aufgrund des Flächenverbrauchs „würde eine weiter deutlich anwachsende absolute Zahl an Pkw und mit dem Pkw zurückgelegter Wege massive Beeinträchtigungen verursachen und insbesondere auch den Wirtschaftsverkehr stark belasten“. Gleichwohl könne die Kommune das Mobilitätsverhalten nur bedingt steuern. Auf Fahrzeugkosten und die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs habe sie nur bedingt oder keinen Einfluss.

Die Studie ist Bestandteil der Verkehrserhebung „Mobilität in Städten“, die seit 1972 regelmäßig durch den heutigen Lehrstuhl Verkehrs- und Infrastrukturplanung an der TU Dresden durchgeführt wird. Sie ist die am längsten kontinuierlich durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung zum Mobilitätsverhalten in Deutschland.

Von Klaus Staeubert

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