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Immobilien im Leipziger Osten immer begehrter – weiterhin 20.000 freie Wohnungen

Immobilien im Leipziger Osten immer begehrter – weiterhin 20.000 freie Wohnungen

Der Leipziger Immobilenmarkt verzeichnet weiter steigende Umsätze. Nach dem regelrechten Boom im Süden und Südwesten in den vergangenen Jahren richtet sich das Interesse der Käufer nun vermehrt in Richtung der östlichen Stadtteile.

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Blick auf die Eisenbahnstraße im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld. (Archivfoto)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. „Der Leipziger Osten kommt“, erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) am Freitag bei der Vorstellung des Immobilienberichts für 2012 und ergänzte: „Es wird inzwischen sogar Manches saniert, wo wir früher einmal dachten, das wird im Leben nichts mehr.“ Grundsätzlich biete Leipzig aber noch moderate Preise und viel Platz, so der Chef-Stadtentwickler.

Allein im Stadtteil Volkmarsdorf wechselten im vergangenen Jahr 31 unsanierte Mehrfamilienhäuser den Besitzer – soviele wie in keinem anderen Quartier. Auch Neustadt-Neuschönefeld, Reudnitz-Thonberg und Schönefeld-Abtnaundorf sind offenbar bei Investoren beliebt. Mithalten kann in dieser Kategorie aktuell nur Altlindenau. Allgemein haben die Preise im Segment zum Teil deutlich angezogen, erklärte Gernot Weiß vom kommunalen Gutachterausschuss, der den Immobilienbericht jedes Jahr erstellt. Der durchschnittliche Kaufpreis für eine unsanierte Immobilie in Leipzig stieg um 13 Prozent auf 154 Euro pro Quadratmeter.

Stadtverwaltung: Impulse tragen Früchte

Die Gründe für die Verlagerung des Interesses der Investoren gen Osten sind laut Weiß’ Gutachter-Kollege Matthias Kredt vielfältig. „In anderen Stadtteilen stehen zum einen einfach nicht mehr so viele unsanierte Häuser zur Verfügung“, sagte Kredt. Andererseits trage aber auch die allgemein positive Entwicklung in den Stadtteilen zum gesteigerten Interesse bei.

„Wir haben hier in den vergangenen Jahren wichtige Impulse gesetzt, die jetzt in den Markt mit hineinwirken“, unterstrich Baubürgermeister zur Nedden die Bemühungen der Kommune und führte das Quartier rings ums Rabet, die Häuserzeilen zwischen Dresdner Straße und Eisenbahnstraße oder die Georg-Schwarz-Straße als positive Beispiele ins Feld. Vor allem junge Menschen zögen deshalb nun vermehrt auch gen Reudnitz, Schönefeld und Lindenau. Und das werde offenbar auch vom Käufer unsanierter Mehrfamilienhäuser honoriert. „Die investieren hier ja auch deshalb, weil sie eine positive Entwicklung im Stadtteil erwarten“, so der Baubürgermeister.

Frisch sanierte Wohnungen meist nicht für Leipziger

Auch beim Verkauf bereits sanierter Häuser und Eigentumswohnungen steigen Preise und Nachfrage. Stadtweit wurden im vergangenen Jahr 296 frisch sanierte Mehrgeschosser veräußert – somit 62 mehr als 2011. Bei Eigentumswohnungen pendelt sich der Wert nach zwischenzeitlichem Einbruch wieder auf dem Niveau von vor fünf Jahren ein. Insgesamt 659 aufgewertete Altbauwohnungen fanden anno 2012 neue Ersteigentümer – vor allem im Süden, in Alt-West, im Zentrum und im Südwesten.

Dabei kam das Geld nur sehr selten aus der Messestadt selbst. 94 Prozent der Käufer, die durchschnittlich 2372 Euro pro Quadratmeter für ihre Neuerwerbung auf den Tisch legten, waren nicht aus Leipzig. Beim Wiederverkauf schlugen die Messestädter dann immerhin in knapp einem Drittel der Fälle zu und zahlten durchschnittlich noch 1060 Euro pro Quadratmeter. Beliebt waren dabei vor allem Wohnungen in der Südvorstadt, in Gohlis-Süd und in Schleußig.

Lediglich bei unbebauten Grundstücken verzeichnete die Branche in Leipzig derzeit kein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr. Wie Gutachter Gernot Weiß erklärte, sei dies aber vor allem auf den Rückgang beim Verkauf von Landwirtschaftsflächen zurückzuführen. Klassische Baugrundstücke für Wohnungen und Gewerbe blieben ähnlich beliebt, wie zuvor. „Allerdings verschiebt sich das Kaufverhalten langsam in den teureren Bereich, denn es werden vermehrt bessere Lagen erworben“, so Weiß.

20.000 freie Wohnungen – neue Kapazitäten in Lindenau und am Bayrischen Bahnhof

Trotz steigender Preise und einem erhöhten Sanierungsstand sei Leipzig im Vergleich aber immer noch kein allzu teures Pflaster, so der Baubürgermeister am Freitag. „Der Grundstücksmarkt ist immer noch auf einem so günstigen Niveau, wie man es in anderen Städten vergeblich suchen wird“, sagte zur Nedden und fügte an: „Es gibt weiterhin mehr als 20.000 freie Wohnungen. Aber der Leerstand geht zurück.“

Befürchtungen, die boomende Messestadt werde bei fortlaufenden Zuzug irgendwann aus den Nähten platzen, wies der Bürgermeister indes zurück: „Wir haben hier noch Reserven, werden 2020 auch 600.000 Einwohner unterkriegen können. Leipzig war bis zur Wende in den alten Stadtgrenzen ja eine Stadt mit mehr als 700.000 Einwohnern.“ Laut des verantwortlichen Stadtentwicklers gebe es beispielsweise ausreichend Leerflächen in Leipzig, die noch gefüllt werden könnten. Zudem entstünden am Lindenauer Hafen und am Bayrischen Bahnhof künftig zwei gänzlich neue Stadtviertel.

Matthias Puppe

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