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Lokales In Leipzig-Gohlis gedeiht das Quartier Siebengrün - Gesamtkosten: 74 Millionen Euro
Leipzig Lokales In Leipzig-Gohlis gedeiht das Quartier Siebengrün - Gesamtkosten: 74 Millionen Euro
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23:59 12.07.2013

Der Leipziger Projektentwickler Licon hat jetzt auch Klarheit geschaffen, was aus dem Hochhaus am Eingang des zehn Hektar großen Areals wird und wie die neue Kita mit 104 Plätzen aussieht.

Ein "urbanes Paradies mit Wasserlandschaft" versprechen die Hochglanzprospekte. Tatsächlich erinnert Siebengrün - sechs Jahre nach dem Abmarsch der Bundeswehr - kaum noch an Exerzierplätze und Panzer. Eher an eine große Ferienanlage in Mecklenburg - nur mit einer Großstadt ringsum.

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Gerade sind wieder zwei der endlos langen Reitställe, die um 1900 aus gelben Klinkern entstanden, in Reihenhäuser mit eingeschnittenen Lichthöfen verwandelt worden. "Zusammen mit den Kaisergärten leben nun schon über 1000 Leute hier", erzählt Firmensprecher Markus Heinker. Die Kaisergärten liegen ebenfalls am Viertelsweg. Sie waren auch mal eine Kaserne und wurden von Licon zur Wohnanlage umgestaltet.

Mit 74 Millionen Euro Investitionsvolumen ist das neue Quartier Siebengrün aber ein ungleich größeres Kaliber. Trotz heftigen Streits vor zwei Jahren in der Unternehmensspitze hat es Licon geschafft, dieses Großprojekt durchzuziehen. "Bis Anfang 2014 wollen wir mit allen denkmalgeschützten Bauten fertig sein", berichtet Geschäftsführer Peter Wolf. Besonders freue es ihn, dass nun auch Klarheit über die Zukunft des 22 Meter hohen Stahlbetonskelettbaus herrscht, der in den Sechzigerjahren als Stabsgebäude errichtet wurde und die Eingangszone des Areals dominiert. "Nach mehreren, sehr hilfreichen Runden im Gestaltungsforum für Architektur konnten wir mit der Stadt vereinbaren, dass für diesen Solitär ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt wird." Ähnlich wie in der Südvorstadt, wo Licon in der Arndtstraße 14 aus einer Plattenbauschule ein schmuckes Wohnhaus zauberte, soll auch der Siebengeschosser am Viertelsweg eine moderne Fassade mit Retro-Elementen erhalten. "Im Erdgeschoss entsteht eine Ladenzeile, im ersten Stock Praxen und darüber Wohnungen mit tollem Ausblick und besonders niedrigem Energieverbrauch", erklärt Architekt Peter Homuth. "Wir hoffen, den Umbau im Frühjahr 2014 starten zu können." Noch etwas schneller soll es mit einer Tiefgarage (132 Stellplätze) und zwei kleineren Neubauten auf dem Platz vor dem Hochhaus gehen. Er wird anschließend begrünt, erhält einen Spielplatz.

Am anderen Ende der Fleißnerstraße beginnt noch diesen Monat der Bau einer Kita mit 104 Plätzen - davon 30 Krippe. Unter diesem Haus, das im August 2014 an einen freien Träger übergeben werden soll, ist noch eine Tiefgarage mit 36 Stellplätzen vorgesehen.

Die zwei Meter tiefe, künstlich angelegte Seenlandschaft von Siebengrün wird mit Regenwasser von den Dächern gespeist. An den Ufern entstehen noch 26 individuelle Einfamilienhäuser. "21 Grundstücke sind bereits verkauft", sagt Wolf. "Das erste Haus steht im Rohbau. Für ein ordentliches Gesamtbild soll hier eine Gestaltungssatzung sorgen."

Das ganze Modell scheint so erfolgreich zu sein, dass es nun auch einen neuen Anlauf für das Werk Motor auf der anderen Seite der Olbrichtstraße gibt. Dort wurden bis 1990 Panzermotoren montiert und repariert. Wie Wolfgang Krug vom Stadtplanungsamt bestätigte, will nun ein anderer Investor die übrigen Klinkerbauten bis hinunter zur Tresckowstraße ebenfalls zu Wohnhäusern umgestalten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2013

Jens Rometsch

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