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Lokales In Leipzigs alte Hauptpost zieht ein Hotel ein - Baustart für Mai 2015 geplant
Leipzig Lokales In Leipzigs alte Hauptpost zieht ein Hotel ein - Baustart für Mai 2015 geplant
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23:59 05.01.2015
So könnte die Hauptpost am Augustusplatz einmal aussehen. (Archivfoto) Quelle: Fuchshuber und Partner

"Wir wollen den benachbarten Gebäudeteil am Grimmaischen Steinweg, der nicht unter Denkmalschutz steht, abreißen und durch einen Neubau mit 2000 Quadratmetern Nutzfläche sowie niedrigeren Geschosshöhen ersetzen", erklärt Jörg Zochert von der KSW-Geschäftsleitung. "Dort zieht dann ein Hotel ein. Die Fassade wird mit neoklassizistischen Elementen gestaltet. Sie lehnt sich zum Beispiel mit goldfarbenen Fenstergeländern stark an das Vorbild der ganz in der Nähe befindlichen Oper an."

Der Betreiber der neuen Herberge stehe schon fest, so Zochert weiter. "Er arbeitet im Budget-Bereich. Der Eingang liegt am Grimmaischen Steinweg." Auch bei den Mietern für die künftigen Handelsflächen in dem Gebäudeensemble, dessen Wiederbelebung mehr als 100 Millionen Euro kostet, möchte er jedoch noch keine Markennamen nennen. Mit Sicherheit gehörten dazu aber ein Händler für Designmöbel, ein Lebensmittelmarkt, Bäcker, Apotheke, Autoverleih, Café und eine privat betriebene Mensa.

Letztere entsteht ähnlich einem riesigen Buffet-Restaurant auf zwei Etagen in der früheren Fernsprechhalle. Diese bleibt als einziger großer Raum der 1961 bis 1964 errichteten Hauptpost im Original erhalten. Sofern die Baugenehmigung rechtzeitig erteilt wird, will KSW im Mai 2015 mit dem Abbruch aller anderen Gebäudeteile beginnen. Die denkmalgeschützte Aluminium-Vorhang-Fassade wird demontiert. Sie kommt im Anschluss wieder an genau dieselbe Stelle eines Hauptpost-Neubaus, der exakt die gleichen Außenmaße wie sein Vorgänger am Augustusplatz aufweisen wird.

Wie berichtet, sollten die Arbeiten ursprünglich bereits 2014 starten. Doch nach einem offenen Brief von Prominenten, die Kritik an den Entwürfen übten, fanden zunächst noch einmal umfangreiche Abstimmungen mit der Kommune und dem Landesamt für Denkmalpflege statt, berichtet Zochert. Im Ergebnis sei KSW zwei weitere Kompromisse eingegangen. Und zwar Folgende:

Erstens behalte die Hauptpost-Fassade nun ihre ungetönten Glasscheiben sowie die ursprüngliche Farbe Hellblau für die Fensterraster. Eine Modernisierung zu schwarz getöntem Glas und bronzefarbenen Rastern sei vom Tisch.

Zweitens wurde der gläserne Dachaufbau, welcher eine Skybar und ein Tagungszentrum aufnehmen soll, leicht in der Höhe auf 5,95 Meter verringert. Zochert: "Alle beteiligten Seiten sind sich einig, dass die herausragende Denkmaleigenschaft dieses Objekts mit den nun vorliegenden Plänen gewahrt ist."

Keine Änderungen gab es bei den 461 Studentenapartments in verschiedenen Gebäudeteilen. Sie werden künftig durch die Youniq AG betreut, erhalten auch kleine Loggien als Raucheraustritt ins Freie. Youniq unterhält bereits drei Häuser mit Studentenapartments in der näheren Umgebung. Ironischerweise gehörte Youniq einst selbst das 13400 Quadratmeter große Hauptpost-Areal, dessen insgesamt vier historische Bauten seit vielen Jahren leer stehen. 2007 hatte Youniq das Grundstück jedoch an einen Hotel-Investor aus Berlin verkauft. Dieser reichte es 2013 weiter an KSW.

Der Leipziger Projektentwickler wollte das Areal zunächst als reinen Wissenschaftscampus wiederbeleben. Da weder die Universität noch andere Hochschulen mitzogen, läuft es nun auf eine Mischnutzung hinaus. So werden im Bereich an der Querstraße über einer zweistöckigen Tiefgarage eine neue Klinik und ein Reha-Zentrum errichtet. Mehrere Biotech-Firmen, eine Ausstellung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung sowie ein Studenten-Service-Büro sollen zudem die historischen Bauten füllen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.01.2015

Jens Rometsch

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