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Lokales Initiativen fordern für Leipzig-Probstheida ein Gesamtverkehrskonzept
Leipzig Lokales Initiativen fordern für Leipzig-Probstheida ein Gesamtverkehrskonzept
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23:59 04.04.2014
Das Park-Krankenhaus in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Bürgerverein Probstheida und die Bürgerinitiativen Probstheida/Strümpellstraße sowie Sonnenpark haben hierfür eigene Vorstellungen entwickelt. Im Freizeitzentrum in der Franzosenallee kritisierten sie am Donnerstagabend vor geladenen Vertretern der Leipziger Ratsfraktionen das bisherige Vorgehen des Stadtplanungsamtes. Der Tenor: Alle Aktionen und Reaktionen des besagten Amtes seien nur zu offensichtlich mit dem Investor Fresenius abgestimmt, die Vorstellungen und Interessen der Probstheidaer würden nur ungenügend oder gar nicht berücksichtigt.

Gleichzeitig wurde beklagt, die Stadtverwaltung ignoriere die zu erwartenden individuellen Verkehrsströme. Denn laut Aussage der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) liege der maximale Anteil der Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs nur bei rund 20 Prozent - der größte Teil werde mit dem Auto unterwegs sein. "Prognostisch werden täglich 8800 Personen mit dem Wagen und 2200 Personen mit Straßenbahn oder Bus erwartet", sagte Alexander Kerns von der Initiative Strümpellstraße. Daher sei selbst bei der angestrebten Verbesserung des Nahverkehrs mit einer Verdoppelung des Pkw-Verkehrs zu rechnen. Die bereits heute bis an die Leistungsfähigkeit belastete Strümpellstraße könne diesen Verkehr unmöglich aufnehmen. Selbst wenn die Franzosenallee als weitere zusätzliche Hauptzufahrtsstraße eingerichtet werden würde, sei in Probstheida eine erhebliche Verkehrsüberlastung zu erwarten. Dies werde nicht nur durch die zukünftige Straßenbahntrasse verschärft, sondern auch durch die Anwohner, die die Zufahrtsstraßen ebenfalls nutzten.

Kritisch wurde auch die Kreuzung Strümpell-/Russenstraße angesprochen, über die der Verkehr zum Herzzentrum und zu den weiteren Kliniken fließt. Bei einer Störung dieses wichtigen Knotenpunktes - zum Beispiel durch einen Unfall - würden die Krankenhäuser verkehrstechnisch abgeschnitten, hieß es. Auch deshalb sei eine ausgewogene Anbindung und eine sinnvolle Verteilung der Verkehrsströme über eine neue nördliche Anbindung für den Bus- und Anlieferverkehr notwendig.

Verwunderlich sei in diesem Zusammenhang, dass die interne Ringstraße des Klinik-Areals mit einer Fahrbahnbreite von neun Metern bereits deutlich größer geplant wurde als die Hauptzufahrt über die Strümpellstraße, die nur sechs Meter breit ist. Außerdem würden auf dem Klinikumgelände drei Parkhäuser mit insgesamt 2126 Stellplätzen geplant. "Sollten die bisherigen Planungen der Stadt umgesetzt werden, wird Probstheida im Verkehr ersticken", prophezeit Christine Bose von der Initiative Strümpellstraße. Deshalb sollten nicht voreilig und unüberlegt Straßenbahn-Freihalte- trassen festgelegt werden. Mit ihnen würden planungsrechtliche Grundlagen geschaffen, die einem späteren Ge- samtverkehrskonzept entgegenstünden. Daher sollte die geplante Entscheidung des Stadtrates über den Trassenverlauf ausgesetzt und stattdessen mit einer echten Bürgerbeteiligung ein Gesamtverkehrskonzept erarbeitet werden. Dafür müssten dann auch Verkehrsströme analysiert und der Lärmschutz berücksichtigt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.04.2014

Andreas Tappert

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