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Lokales Innenministerium: Dresdner Neonazi-Gruppe bei Krawallen in Leipzig-Connewitz
Leipzig Lokales Innenministerium: Dresdner Neonazi-Gruppe bei Krawallen in Leipzig-Connewitz
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18:07 11.12.2016
Nach Randalen in Connewitz im Januar 2016 setzte die Polizei zahlreiche Tatverdächtige fest. Quelle: LVZ
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Dresden - 

Die rechtsextreme Vereinigung „Freie Kameradschaft Dresden“ soll an den verheerenden Ausschreitungen im vergangenen Januar im Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt gewesen sein. Das geht aus der am Sonntag veröffentlichten Antwort der sächsischen Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Kerstin Köditz hervor. Laut Innenministerium waren an den Krawallen 215 Menschen beteiligt. Darunter sollen laut Köditz „mindestens acht Personen“ gewesen sein, die der Neonazi-Vereinigung zugerechnet werden.

Bei den Verwüstungen in dem als linksalternativ geltenden Stadtteil war ein Sachschaden im sechsstelligen Bereich entstanden. Rechtsextreme und Hooligans hatten randaliert, Autos angesteckt, Pyrotechnik gezündet und Schäden an zahlreichen Geschäften und Kneipen hinterlassen und die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt.

Gegen die „Freie Kameradschaft Dresden“ waren Polizei und Staatsanwaltschaft am 30. November wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgegangen. Der Gruppe werden in verschiedener personeller Zusammensetzung 14 Straftaten wie Beteiligung an der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, versuchte Brandstiftung, Landfriedensbruch im besonders schweren Fall sowie Körperverletzungen und Sachbeschädigungen vorgeworfen. Gegen sechs der insgesamt 17 mutmaßlichen Mitglieder zwischen 16 und 30 Jahren waren Haftbefehle vollstreckt worden.

Neonazis auf Pegida-Versammlungen

Laut Innenminister Markus Ulbig (CDU) haben die Mitglieder der Neonazi-Gruppierung im Herbst 2015 dreimal an Pegida-Versammlungen teilgenommen. Zudem sind neben den Krawallen in Leipzig sieben weitere Veranstaltungen zwischen November 2015 und Februar 2016 aufgelistet, an denen die „Freie Kameradschaft Dresden“ aktiv beteiligt gewesen sein soll. Mit Verweis auf laufende Ermittlungen gab das Innenministerium in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage keine weiteren Details bekannt.

Von LVZ

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