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Lokales Interview mit FlixBus-Chef zum neuen Leipziger Fernbus-Terminal
Leipzig Lokales Interview mit FlixBus-Chef zum neuen Leipziger Fernbus-Terminal
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00:24 24.04.2018
Zur offiziellen Eröffnung des neuen Fernbus-Terminals am Hauptbahnhof rollte gestern ein Flixbus durch ein rotes Band. Morgen 7 Uhr beginnt der Regelbetrieb. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

Das Münchner Unternehmen Flixbus wurde 2013 gegründet, befördert heute mit seinen Fernbussen schon mehr Passagiere als der gesamte innerdeutsche Flugverkehr. Mit seinem Marktanteil von über 90 Prozent ist Flixbus auch der größte Nutzer des neuen Leipziger Fernbus-Terminals. Wir sprachen darüber mit Fabian Stenger, Chef der Flixbus Dach GmbH.

Welchen Vorteil haben die Reisenden durch den neuen Busbahnhof?

Er ist nach modernsten Gesichtspunkten gestaltet worden und setzt voll auf Fahrgastkomfort. Leipzig ist damit ein Vorbild für andere Städte in Deutschland.

Was ist das Besondere an dem Konzept?

Das Gesamtpaket aus optimaler Lage, perfekter Anbindung an den Nahverkehr und Ausstattung. 75 Prozent der Fernbusreisenden nutzen für ihre An- und Abreise zur Haltestelle den Umweltverbund, sie sind also mit dem Rad, dem ÖPNV oder zu Fuß unterwegs. Da ist eine Fernbushaltestelle im Stadtzentrum mit nahen Umsteigemöglichkeiten entscheidend, wenn man eine echte Alternative zum Auto bieten will. Außerdem profitieren die Reisenden von der modernen Ausstattung: elektronische Anzeigen, komfortable Wartebereiche, Service-Station, Verkaufsflächen und Gastronomie.

Gibt es dort auch Fahrscheine zu kaufen?

Wir eröffnen im Fernbus-Terminal einen Flixbus-Shop. Reisende können also direkt vor Ort und bis kurz vor der Abfahrt spontan ihre Tickets kaufen. Unsere Mitarbeiter beraten dort auch zu Reisemöglichkeiten. Das Stationspersonal unterstützt zudem die Reisenden und Fahrer am Bussteig: etwa beim Check-in.

Welche Rolle spielt Leipzig in Ihrem Gesamtangebot?

Seit unserer Unternehmensgründung vor fünf Jahren ist statistisch gesehen jeder Leipziger mehr als achtmal mit Flixbus gereist. Im deutschlandweiten Vergleich ist das ein Spitzenwert.

Wohin reisen die Leipziger gern?

In Deutschland führen Berlin, Dresden und München die Liste der favorisierten Reiseziele ab Leipzig an. In unserem Angebot haben wir darauf reagiert: Nach Berlin zum Beispiel geht es an diesem Freitag mehr als 30 Mal – die Fernbusse starten meist jede halbe Stunde. International stehen Prag, Amsterdam und Wien ganz oben. Wir wollen zudem immer mehr kleinere Städte und Gemeinden anbinden. Von Leipzig aus kann man bereits jetzt ohne Umstieg mit dem Fernbus nach Suhl/Zella-Mehlis, Quedlinburg oder Gransee fahren. Insgesamt gibt es mehr als 130 Direktziele ab Leipzig. Mit einem Umstieg sind über 1300 Ziele in ganz Europa erreichbar.

Welche Zukunftspläne verfolgen sie mit dem neuen Terminal?

Das Fernbusterminal mit seinen neun Bussteigen gibt uns für zukünftige Netzerweiterungen mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der Angebotsplanung. Bestehende Verbindungen ab Leipzig können aufgestockt und neue touristische Ziele angebunden werden. Ab Ende April geht es von Leipzig aus bis zu achtmal pro Tag zum Berliner Flughafen Schönefeld, bis zu viermal täglich nach Rostock und auch nach Rügen wird es mehr Verbindungen geben. Neue Direktziele werden Rotterdam und Bratislava, nach Süddeutschland sind ebenfalls weitere Verbindungen geplant. Grundsätzlich wächst in diesem Jahr unser Angebot allein im deutschsprachigen Raum um 140 neue Haltepunkte. So erhält zum Beispiel Nossen in Sachsen eine Fernbushaltestelle.

Wann fahren in Leipzig Elektro-Busse vor?

Fernbusse sind bereits heute das umweltfreundlichste Fernverkehrsmittel. Über 90 Prozent unserer Busse in Leipzig sind EURO-VI-Busse. Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass die Mobilitätswende möglich ist. Ab Ende April sind E-Busse im Rahmen eines ersten Pilotprojekts bereits in Frankreich unterwegs. In Deutschland ist ab Frühsommer eine Strecke zwischen Baden-Württemberg und Hessen geplant. Wenn die Pilotphasen erfolgreich sind, ist sicherlich auch Leipzig als E-Bus-Startpunkt denkbar.

Von Jens Rometsch

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