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Investor will zentralen Busbahnhof am Leipziger Hauptbahnhof bauen

Investor will zentralen Busbahnhof am Leipziger Hauptbahnhof bauen

Leipzigs Stadtverwaltung befasst sich offenbar schon seit etlichen Wochen mit einem neuen Plan, wie in direkter Nachbarschaft zum Hauptbahnhof ein zentraler Busknoten entstehen könnte.

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Ein großes Parkhaus mit zentralem Busbahnhof im Erdgeschoss - so könnte die Lösung bei Leipzigs Problemen mit Fern- und Reisebussen aussehen. Eine Firma aus Stuttgart bietet dafür Flächen direkt am Hauptbahnhof (Ostseite) an.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Nach LVZ-Informationen liegt der Kommune dazu inzwischen ein konkretes Projekt eines Stuttgarter Investors vor.

Es handelt sich dabei um eine Firma, der große Flächen auf der Ostseite des Hauptbahnhofs gehören. Nämlich genau jenes Areal, welches die Stadt zurzeit als Abstellfläche für Reisebusse sowie als kleinen bewirtschafteten Auto-Parkplatz nutzt. Durch die Parkgebühren sollen die Mietkosten für das Grundstück (8500 Euro pro Monat) wieder eingespielt werden. Wie berichtet, hatte die Deutsche Bahn AG das Gelände der Stadt jahrelang kostenlos überlassen. 2011 veräußerte sie das Areal jedoch an eine Berliner Firma, die es später nach Stuttgart weiterverkaufte. Im Mai 2013 schlossen der neue Eigentümer und die Stadt einen bis heute gültigen Mietvertrag.

Außerdem bat das Baudezernat den Eigentümer, Ideen für einen dauerhaften Busbahnhof an diesem Standort zu entwickeln. An der Projektentwicklung beteiligte sich auch die Bahn AG. Das Ergebnis liegt inzwischen vor und könnte vergleichsweise zügig umgesetzt werden. Demnach würde der Stuttgarter Investor im ersten Schritt ein großes Parkhaus mit einem zentralen Busbahnhof im Erdgeschoss errichten. Ein Teil der etwa sechs bis sieben Geschosse ließe sich auch für Büros oder andere Zwecke verwenden. Sowohl Fern- als auch Reisebusse könnten dann im Trockenen bestiegen oder verlassen werden. Platz wäre auch für Serviceeinrichtungen wie Fahrscheinverkauf oder Toiletten.

Großer Vorteil:

Die Verkehrsanbindung an der Stelle ist bereits vorhanden und gilt als unproblematisch, auch befinden sich nebenan die Haltestellen für Regional- und Stadtbusse sowie einige Taxi-Plätze. Die Stadt träfen keine Kosten, das Konzept sieht eine Refinanzierung durch die Busunternehmen vor.

Großer Nachteil:

Bis zur City-Tunnel-Station müssten die Bus-Passagiere erst durch den ganzen Bahnhof laufen.

Auf den ersten Blick scheint daher jener Vorschlag charmanter, den der Umweltbund Ökolöwe in der vergangenen Woche mit einer konkreten Voruntersuchung unterstützt hatte. Demnach könnte der zentrale Bushof auch unmittelbar neben dem City-Tunnel-Zugang im Westteil des Bahnhofs entstehen - auf Flächen der nicht mehr existierenden Gleise 1 bis 5. Nach Leipzigs FDP stellte sich nun auch die SPD hinter diese Idee.

Großer Vorteil:

Die Verknüpfung von Tunnel, Fern- und Regionalzügen, Bus und Straßenbahn wäre ideal gelöst.

Großer Nachteil:

Die Stadt verhandelt seit zwei Jahren erfolglos mit der Bahn AG über einen Ankauf dieser Flächen. Der Schienenriese benötigt sie nämlich eigentlich für andere Zwecke. Außerdem droht ein Verkehrschaos an der Westseite des Hauptbahnhofs, wenn sich durch dieses Nadelöhr noch viele Busse durchquälen müssten. Bis eine neue Zufahrtsstraße nach Norden (Richtung Berliner Straße) wirklich gebaut wird, dürften etliche Jahre verstreichen.

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"MeinFernbus" in der Goethestraße in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) erklärte gestern, sie hoffe, dass die Studie des Ökolöwen "frischen Wind" in die Verhandlungen mit der Bahn bringe. Bei Gesprächen mit allen Partnern Anfang April wolle sie aktuelle Optionen für die West- und Ostseite ausloten. Der Investor selbst möchte sich "noch nicht" äußern, sagte er der LVZ.

Linke-Stadtrat Jens Hermann-Kambach verteidigte die Verwaltung gegen Kritik. "Es stimmt nicht, dass das Rathaus in Sachen Fernbus geschlafen hätte", meinte er. "Doch Leipzig kann nicht jeden Preis für die Flächen der Gleise 1 bis 5 bezahlen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2014

Jens Rometsch

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