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Lokales Ist die Weiße Elster zum Baden da?
Leipzig Lokales Ist die Weiße Elster zum Baden da?
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23:59 08.08.2013
Die Weiße Elster in Schleußig Quelle: André Kempner

Das Gesetz erlaubt derweil das Schwimmen in den Stadtgewässern - auf eigenes Risiko.

Sven Weber hat "unfassbare Vorgänge" auf den Flößen der Elsterbar in der Könneritzstraße dokumentiert: Badende, vor allem Kinder, die in die Fluten springen. "Und das in der Weißen Elster, wo es nur eine Frage der Zeit ist, wann ich als ausgebildeter Rettungsschwimmer tätig werden muss", warnt der Anwohner. Unfälle mit Verletzungs- oder Todesfolge an der Schleußiger Waterkant seien programmiert. Ebenso betont Jürgen Kasek, der der Leipziger Regionalgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) vorsitzt: "Es ist absehbar, dass es dort irgendwann Verletzungen gibt." Vor allem aus zwei Gründen. Erstens: "Die Flöße sind nicht mehr offiziell genehmigt, stellen eine Gefahr dar und müssten deswegen entfernt werden", so Kasek. Zweitens: Der Verkehr auf der Weißen Elster.

Nach eigenen Angaben hat der BUND das Treiben auf dem Wasser an der fraglichen Stelle beobachtet, dabei rund 20 Motorboote an einem einzigen Tag gezählt, die allesamt zu schnell durch die enge Passage geprescht seien - "an einem normalen Wochentag", erklärt Kasek. Der Stadt sei das Problem bekannt, nur werde nichts unternommen. Sven Weber stimmt zu und kündigt an, "die Behörden mit ihrer Verantwortung zu konfrontieren".

Auf Anfrage heißt es aus der Wasserbehörde, die im Umweltamt mit der Gewässeraufsicht betraut ist: "Das Baden in der Weißen Elster ist ohne besondere Genehmigung möglich - auf eigene Verantwortung." Gleiches gelte für das Hineinspringen, was bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von zwei, drei Metern ein kalkulierbares Risiko sei. Tatsächlich hat die Kommune keine expliziten Regelungen für das Schwimmen in den Leipziger Stadtgewässern getroffen, lässt vielmehr Landesrecht für sich gelten. Nach Paragraf 34 des Sächsischen Wassergesetzes zählt auch das Baden in der Weißen Elster zum sogenannten Gemeingebrauch, ist demnach nicht verboten - unabhängig davon, dass der Fluss kein ausgewiesenes Badegewässer ist. Aber kommt es nun, wie von Weber und Kasek gerügt, zu Unfällen? Laut Polizeisprecher Uwe Voigt: Nein.

Nur sehr selten hätten die Ordnungshüter Einsätze im Stadtgebiet, bei denen sich jemand beim Baden in den Kanälen verletzt. Dennoch unterstreicht auch Voigt: "Gerade bei fließenden Gewässern ist es immer möglich, dass sich Strudel bilden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.08.2013

Felix Kretz

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