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Lokales Jeder vierte Leipziger Haushalt erhielt Mieterhöhung
Leipzig Lokales Jeder vierte Leipziger Haushalt erhielt Mieterhöhung
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09:24 10.07.2015
Sanierte Gründerzeitfassaden in Leipzig: Mietwohnungen in der Messestadt werden zunehmend teurer. Quelle: dpa
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Leipzig

Innerhalb eines Jahres haben die Kaltmieten in Leipzig einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Wie die Kommunale Bürgerumfrage 2014 ergab, stiegen die Quadratmeterpreise im vergangenen Jahr von 5,08 Euro auf 5,38 Euro, was im Durchschnitt einer Erhöhung um knapp sechs Prozent entspricht. Da zeitgleich die Nebenkosten leicht sanken, zahlen die Leipziger aktuell im Schnitt 7,45 Euro warm pro Quadratmeter (2013: 7,23 Euro). Am teuersten ist es im Zentrum mit 8,14 Euro, am günstigsten wohnt es sich im Stadtbezirk West mit 6,88 Euro.

Insgesamt wurden 6000 Messestädter für die repräsentative Befragung schriftlich interviewt, knapp 2700 antworteten. Jeder vierte Haushalt gab dabei an, in den vergangenen vier Jahren eine Mieterhöhung erhalten zu haben. Vermieter können die Kaltmiete laut Gesetz innerhalb von drei Jahren um maximal 20 Prozent anheben. Besonders stark waren Mieter in Plattenbauten und damit vor allem Rentner betroffen. Mit Modernisierungsmaßnahmen wurde die Erhöhung nur in einem Drittel der Fälle begründet.

Mietbelastung geht wegen steigender Löhne zurück

Viele Leipziger befürchten angesichts des starken Zuzugs – die Stadt wächst derzeit jährlich um mehr als 10.000 Einwohner – weitere Preissteigerungen. Mehr als die Hälfte der Mieter rechnet bereits im nächsten Jahr mit einer Erhöhung. Allerdings würde eine Verteuerung um 20 Prozent sechs von zehn Haushalten vor erhebliche Probleme stellen. Vor allem einkommensschwache Mieter, die im Schnitt schon jetzt 45 Prozent ihres Einkommens für die Wohnung ausgeben, erklärten sich diese dann nicht mehr leisten zu können.

Da die Durchschnittseinkommen in Leipzig 2014 überproportional gestiegen sind, ging die Mietbelastung, also die prozentuale Ausgabe fürs Wohnen, im Schnitt jedoch zurück. „Die gestiegenen Wohnkosten werden durch die ebenfalls gewachsenen Einkommen mehr als ausgeglichen“, heißt es aus dem Amt für Statistik und Wahlen. Knapp ein Drittel des verfügbaren Geldes mussten die Haushalte für die Wohnkosten aufbringen, etwas weniger als im Jahr zuvor.

450 Euro Warmmiete im Schnitt – und 80.000 Umzüge pro Jahr

Insgesamt gesehen sind die durchschnittlichen Kaltmieten (320 Euro) und Warmmieten (450 Euro) in Leipziger Haushalten jedoch noch sehr günstig und im bundesweiten Vergleich am unteren Ende angesiedelt. 70 Quadratmeter groß ist die typische Leipziger Wohnung – zwei Quadratmeter kleiner als noch im Vorjahr. Die Statistiker führen dies auf den Zuzug von Singles und jungen Paaren zurück, die sich zunächst für ein kleineres und damit preiswerteres Zuhause entscheiden.

Leipzig ist derzeit auch eine Umzugsstadt: Mehr als 80.000 Personen, etwa jeder Siebte, haben laut Einwohnerregister im vergangenen Jahr neue vier Wände bezogen, entweder durch Zuzug oder einen neuen Wohnort innerhalb der Stadt. Viele fühlen sich in ihrem Stadtteil wohl. Drei Viertel gaben an „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Nur sechs Prozent sind „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“. Das hängt allerdings ebenfalls stark von der Wohnlage ab: Am glücklichsten lebt es sich im Zentrum – dort gaben die Bewohner die Durchschnittsnote 1,9 von 5. Die Plattenbauviertel im Westen der Stadt haben die geringste Zufriedenheit. Hier wurde lediglich ein Wert von 2,4 erreicht.

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