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Lokales Jetzt müssen auch Quereinsteiger unterrichten
Leipzig Lokales Jetzt müssen auch Quereinsteiger unterrichten
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Zuckertüten für den Schulanfang - auch in Leipzig ist dies eine gute Tradition. Doch der Start wird auch von Problemen in Sachen Raumkapazität begleitet. Quelle: Hendrik Schmidt
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Leipzig

Eine Herausforderung könnte es aber werden, weitere zusätzliche Klassen für Flüchtlingskinder einzurichten, die Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernen. Das hängt davon ab, wie viele Asylbewerber mit Kindern in den nächsten Wochen und Monaten nach Leipzig kommen. "Um gerüstet zu sein, müssen wir den Ausbau unseres Schulnetzes beschleunigen", so Fabian.

Mit 194 Klassen haben die 66 Grundschulen in Leipzig ihre sogenannte Richtkapazität erreicht - in den Häusern kann noch "ein annähernd optimales Raumprogramm" für Unterricht und Hort bereitgestellt werden. Sind alle Schulen rappelvoll? "Nein. Die Nachfrage entwickelt sich in Leipzig sehr differenziert", sagt eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf LVZ-Nachfrage. So gebe es stark nachgefragte, aber auch weniger frequentierte Grundschulen. Ziel sei es, die Ungleichgewichte (da wo möglich) mit der Bildung von gemeinsamen Schulbezirken oder der Veränderung der Schulbezirksgrenzen abzubauen.

Das ist beispielsweise in Connewitz und der Südvorstadt erfolgt, wo die 3. Grundschule in der Bernhard-Göring-Straße sowie die Schule Connewitz in der Zwenkauer Straße nun einen gemeinsamen Schulbezirk haben. An vielen Bildungsstätten wird es zusehends normal, dass es am Nachmittag keine separaten Hortzimmer mehr gibt. "Mir ist wichtiger, dass die Freiflächen ausreichen, damit die Kinder zur Bewegung an die Luft kommen", so Fabian.

Fakt ist aber auch, dass in Mitte/Süd, Plagwitz/Schleußig, Lindenau/Leutzsch und Gohlis zusätzliche Grundschulorte entstehen müssen. Dabei werden auch alte Schulgebäude reaktiviert. So erlebt das leerstehende Haus in der Erfurter Straße sein Comeback - ab Montag zunächst als Interim für das entstehende Gymnasium Telemannstraße, später als Grundschule. Wo nötig, will die Stadt Engpässe mit Containerlösungen überbrücken. Etwa an der Pablo-Neruda-Grundschule am Bayerischen Bahnhof. "Im nun beginnenden Schuljahr ist das aber noch nicht nötig ", sagt Fabian.

Wie jedes Jahr wurden die Sommerferien genutzt, um Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. An Großbaustellen wie der Sporthalle der Wilhelm-Hauff-Schule (Erneuerung Sanitärtrakt und Dach), der Carl-von-Linné-Grundschule (Brandschutz) sowie der August-Bebel-Schule (Dachsanierung) wurde weiter gearbeitet. Derartige Baumaßnahmen beschränken sich nicht nur auf die Ferien, sondern erfolgen - weil der Schulbetrieb oft parallel weiterläuft - über mehrere Jahre. "In den Ferien finden besonders lärm- oder schmutzintensive Arbeiten statt", erklärt Abteilungsleiter Thomas Kuhnert vom Amt für Jugend, Familie und Bildung.

Die Lehrerversorgung ist gesichert. "Vor jeder Klasse steht ein Lehrer", ergänzt Roman Schulz, Sprecher der Bildungsagentur. So gab es allein in der Region Leipzig (Stadt und Landkreise) 237 unbefristete Neueinstellungen sowie zwölf befristete Stellen. Schwerpunkt seien dabei Grund- sowie Oberschulen. Alle ausgeschiedenen Lehrer wurden ersetzt - zusätzlich ein gewisser Korridor geschaffen. Allerdings: Bei den weiterführenden Schulen musste die Behörde teilweise auf Quereinsteiger wie Physiker, Ingenieure oder Chemiker zurückgreifen, die naturwissenschaftliche Fächer unterrichten. Es gibt aber auch Beispiele, das junge Gymnasiallehrer, die eine Stelle an der Oberschule haben, an die Grundschule abgeordnet werden.

In Leipzig gibt es im neuen Schuljahr 15 986 Grundschüler, 9267 Oberschüler, 11 481 Gymnasiasten sowie 2312 Förderschüler an kommunalen Bildungsstätten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2015

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