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Lokales Jetzt wehren sich die Lehrer am Heisenberg-Gymnasium
Leipzig Lokales Jetzt wehren sich die Lehrer am Heisenberg-Gymnasium
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00:34 28.06.2015
Wollen sich auf pädagogische Arbeit konzentrieren können: Ulrich Stein und Christina Stegmann. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Jetzt reicht es den Lehrern: Das Kollegium des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Möckern hat die Nase voll von den Belastungen, die die Pädagogen seit gut zwei Jahren erdulden müssen. Hintergrund: Das Gebäude in der Renftstraße wird bei laufendem Betrieb teilsaniert, die halbe Schule ist deshalb in ein Gebäude in der Diderotstraße ausquartiert. Die Lehrer müssen täglich zwischen beiden Standorten wandern.

Die „Dauerbaustelle“ sollte im Sommer Geschichte sein – doch die Sanierung zieht sich hin. Wie berichtet, wurde Hausschwamm in der Decke entdeckt – daher muss die Tragkonstruktion teilweise erneuert werden. Das undichte Dach wird ebenfalls repariert. Das dauert mindestens ein Jahr länger – zumal Baupläne überarbeitet, Fördermittelanträge angepasst werden müssen.

Acht Räume im Interim Diderotstraße werden vom neuem Schuljahr an jedoch für die Paul-Robeson-Oberschule benötigt, das am Standort Jungmannstraße nicht mehr genügend Platz hat. Deshalb hatte das städtische Amt für Gebäudemanagement die Idee, einen Teil der Heisenberg-Gymnasiasten in die Anhalter Straße zu schicken. Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht, weil es einen dritten und vierten Umzug bedeuten würde. Die Lehrer haben sich deshalb in einem Brief bei der Bildungsagentur Leipzig beschwert.

„Seit November 2013 haben wir alles erduldet und uns mit den Belastungen abgefunden, damit es mit der Sanierung unseres Hauses vorwärts geht“, sagt Oberstufenberaterin Christina Stegmann. Auch Direktor Ulrich Stein kann sich einen neuerlichen Umzug nicht vorstellen. „Das ist nicht zumutbar. Es ist nicht nachvollziehbar, dass so etwas überhaupt erwogen wird.“ Bislang habe der „Wanderzirkus“ 60 Unterrichts- und Funktionsräume betroffen, inklusive der Physik-, Biologie- und Chemiesammlung. Manche mehrfach. In der Anhalter Straße wäre nicht mal Sportunterricht möglich, hieß es. Obwohl das Heisenberg-Gymnasium eine moderne Halle hat.

Das Werner-Heisenberg-Gymnasium wird saniert – das dauert mindestens ein Jahr länger als geplant. Im Gebäude muss die Tragkonstruktion erneuert werden. Quelle: Christian Modla

Fast 1000 Stunden haben Lehrer, Schüler, Hausmeister und Sekretärinnen beim letzten Umzug ein- und ausgepackt. „Vom Chancengleichheit für unsere Schüler kann nicht mehr die Rede sein“, findet Stein. Elternvertreter haben sich ebenfalls beschwert. Die Vorzugsvariante: Klassen der Robeson-Oberschule nutzen das Interim Anhalter Straße. Gymnasialrektor Ulrich Stein: „Es geht uns nicht darum, Schulen gegeneinander auszuspielen. Wir möchte die beste Variante für alle.“ Kolportiert wurde, dass das Heisenberg an drei Standorte verteilt wird. „Das wurde so nie erwogen“, sagt Ralf Berger, der Leiter der Bildungsagentur Leipzig, auf LVZ-Nachfrage.

Gemeinsam mit Nicolas Tsapos, dem Chef des städtischen Amtes für Jugend, Familie und Bildung, wurde gestern eine Lösung vereinbart. Acht Klassen der Paul-Robeson-Oberschule sollen für ein Jahr lang ins Interim Anhalter Straße ziehen. Die Stadt erwirbt ein Fertigteilsystem (sogenannte Container), das auf dem Areal Jungmannstraße aufgestellt wird. „Realistisch gesehen funktioniert dies aber erst vom Schuljahr 2016/17 an“, erklärt Tsapos. Vor Februar 2016 können beauftragte Firmen die benötigten Containermodule gar nicht liefern. „Wir kaufen das Raumsystem, weil wir es später für andere Standorte benötigen“, so Tsapos. Ob die Variante für die Oberschule akzeptabel ist, wollte Schulleiterin Karin Dudek während des „laufenden Verfahrens“ nicht sagen. Berger: „Mir ist wichtig, das die Zeit der Auslagerung auf ein Jahr begrenzt bleibt.“ Es sollen nur achte bis zehnte Klassen betroffen sein. Ein Jahr lang müssen die Heisenberg-Lehrer weiter im Interim Diderotstraße unterrichten. Vorausgesetzt, der Bau verläuft optimal. Dafür ziehen sie dann, betont Berger, in eine sanierte Schule zurück. Möglicherweise wird dort mehr modernisiert als angekündigt – die Stadt prüft das zumindest.

Matthias Orbeck

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