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„Joo joo“ – Graupapagei Maja hört aufmerksam zu und plappert munter nach

Fröhliches Tierleben in Möckern „Joo joo“ – Graupapagei Maja hört aufmerksam zu und plappert munter nach

Dass ihre Tiere sich so gut verstehen, ist für Gabriele Pinkatschek aus Leipzig-Möckern die größte Freude. Graupapagei Maja verträgt sich hervorragend mit den beiden Perserkatern Basti und Merlin sowie mit Havaneserhündin Mia. Besonders der Vogel sorgt für Unterhaltung, denn er hört aufmerksam zu und spricht viel nach.

Graupapagei Maja in seiner geräumigen Volière

Quelle: Kerstin Decker

Leipzig. „Ich brauche keinen Fernseher“, lacht Gabriele Pinkatschek. Die beste Unterhaltung bekommt die 55-Jährige von ihren vier Haustieren geboten, allen voran von Graupapagei Maja. Denn der fünfjährige Vogel ist ausgesprochen redselig und lernt schnell Neues dazu. Maja spricht viel, sogar auf Sächsisch, macht Geräusche, pfeift und schnalzt, ahmt auch andere Tiere nach. Und sie verträgt sich hervorragend mit den beiden Perserkatern Basti (11) und Merlin (6) sowie mit Havaneserhündin Mia (7), die ebenfalls zum Haushalt gehören.

„Joo, joo“, ruft es zur Bestätigung laut im Hintergrund, wenn man mit Gabriele Pinkatschek telefoniert. Klingt wie Ehemann Jürgen, der sich da einschaltet – doch Irrtum. Es ist der Graupapagei, der scheinbar mit der Stimme des Hausherren spricht. „Ach so“, sagt der gelehrige Vogel, als ob er sich selbst darüber wundern würde. „Mein Mann und ich nehmen uns viel Zeit für die Tiere“, erzählte die Altenpflege-Assistentin. Schon beim Frühstück geht es los, dann wird die Decke vom Papageien-Käfig gezogen und miteinander geredet. Wenn die Frau des Hauses zur Arbeit geht, unterhält sich ihr Mann mit den Tieren, denn der ehemalige Maurer kann mit 63 Jahren schon seine Rente genießen. Sohn (35) und Tochter (29) sind längst aus dem Haus.

„Hüscha“ für einen Nieser

Auf die Frage „Bist du die Gute?“, nickt Maja zur Bestätigung. Sie hört gut zu, und dann spricht sie nach, imitiert Laute und die Stimmlage „ihrer“ Menschen. Durch ihre umfangreichen Fähigkeiten zur Imitation halten Papageien in freier Wildbahn den Kontakt zu ihren Artgenossen. Und was mit den Artgenossen funktioniert, das klappt ebenso in der Heimvogelhaltung beim Menschen. Zuerst konnte Maja „Guten Tag“ und „Guten Morgen“ oder „Opa“ sagen. Mittlerweile krächzt sie auch so ungewöhnliche Dinge wie „RB – Tor“. Wenn Jürgen Pinkatschek niest, ruft sie „Hüscha“ oder „Hatschi“. Ruft er den Hund, schaltet sich der Papagei ein und gibt dem Hund ebenfalls Anweisungen: „Mia, komm Gassi gehen“. Nicht alles ist immer klar zu verstehen, aber mit ein wenig „Dolmetscher-Hilfe“ hört sich der fremde Besucher schnell in den Papageien-Dialekt ein.

Die schlaue, aber auch sensible Graupapageiendame bewohnt eine große Vogelvolière, die im Wohnzimmer der Drei-Raum-Wohnung steht. Nachmittags wird die Tür geöffnet, dann kann Maja im Zimmer herumfliegen. Gern lässt sie sich auf der Astgabel eines großen Kratzbaums nieder und ruft ihren Kumpel, den jüngeren Kater: „Merlin, komm her.“ Merlin klettert tatsächlich zu ihr hoch, die beiden Haustiere reiben Nase an Nase. Oder sie fordert ihn auf „Gib Küsschen“. Wenn Maja dann vom Spielen genug hat, scheucht sie den sechsjährigen braunen Kater mit den Worten „Mach dich runter!“ auch wieder weg. Und sie würde ihn am liebsten immerzu zwicken, was der Stubentiger naturgemäß nicht so gut findet. Viel lieber möchte er kuscheln und den Vogel ablecken.

„Von Papageien war ich schon immer begeistert“, schwärmt Gabriele Pinkatschek. Genau erinnert sie sich an eine Erinnerung aus ihrer Kindheit: „Früher saßen im Zoo zwei Papageien am Eingang, die die Leute begrüßten.“ Als Kind durfte die Leipzigerin kein Haustier besitzen, aber später hat sie alles nachgeholt. Alles fing mit Kaninchen und Meerschweinchen von Freunden und Bekannten an, die sie zur Betreuung übernahm. Es folgten Wellensittich und Nymphensittich. Die erste Perserkatze kam 1991 ins Haus. Mittlerweile hängt eine Fototafel mit den verstorbenen, aber unvergessenen Lieblingen bei Pinkatscheks an der Wand.

Hund beschützt die Truppe

Dass ihre Tiere sich so gut verstehen, ist für Gabriele Pinkatschek die größte Freude. Eigentlich sind alle gleichrangig, trotzdem füllt jedes Tier eine bestimmte Position aus: Die weiße Havaneserhündin Mia fühlt sich als Beschützerin der ganzen Truppe. Mal liegt sie auf ihrer Decke und beobachtet die herumtollenden Perserkater, mal schmust sie mit ihnen, schnuppert an ihnen herum oder spielt Hasche mit ihnen. Die Kater bringen viel Action in die Wohnung. Bei schönem Wetter halten sie sich gern auf dem Balkon auf und haben ihren Lieblingsplatz in der Hollywoodschaukel.

Gerade lernt Graupapagei Maja wieder etwas Neues: „Leipzig.“ Bis „Leip“ ist sie schon gekommen. Und sie lernt ihren eigenen Namen: „Ma-ja Pin-ka-tschek“. Sie spricht die Silben langsam und noch nicht deutlich. Aber ihre Besitzerin wünscht sich, dass der Vogel eines Tages seine komplette Adresse sagen kann, falls er doch mal fortfliegt. Da bleibt noch viel Zeit zum Üben, denn Graupapageien können bis zu 60 Jahre alt werden.

Von Kerstin Decker

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