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Journalisten aus ganz Deutschland besprechen Leipzigs City-Tunnel

Journalisten aus ganz Deutschland besprechen Leipzigs City-Tunnel

Leipzigs City-Tunnel findet auch im Rest der Republik Beachtung. Selbst internationale Fachzeitschriften widmen dem Projekt ihre Aufmerksamkeit. Der Tenor im Blätterwald ist ziemlich einhellig: Die Messestadt hat etwas geschafft, was Hamburg, Stuttgart und Berlin erst noch gelingen muss.

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Fast alle überregionalen deutschen Printmedien und auch ausländische Fachzeitschriften nehmen den Leipziger City-Tunnel wahr und bewerten ihn.

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Den Leipziger Planern und Politikern gelang, was in Berlin, Hamburg oder Stuttgart gründlich schiefgeht: ein ausuferndes Großprojekt in den Griff zu bekommen", schreibt die Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bei allen Unwäg- barkeiten zeige Leipzig, "dass nicht jedes deutsche Prestigeprojekt im Chaos enden muss, so wie der Bahnhof ,Stuttgart 21' oder der Berliner Hauptstadtflughafen ,BER'".

Konstatiert wird auch, dass der Tunnel "dem Einzelhandel in den Nachbarstädten wenig behagen" dürfte, weil er "die Bedeutung Leipzigs als Oberzentrum" stärke. Nicht nur aus Halle werde Kaufkraft nach Leipzig abfließen, heißt es. Dies verleihe Leipzig - "der am schnellsten wachsenden Stadt im Osten" - zusätzlichen Schub. Sachsens umtriebigste Großstadt" habe es besser als Stuttgart verstanden, Eingriffe in die "herausragende historische Architektur" seines Hauptbahnhofes zu begrenzen. Der klassizistische Portikus des Bayerischen Bahnhof sei "mit Samthandschuhen zur Seite geschoben" worden.

Die "Süddeutsche Zeitung" erkennt in der Unterquerung eher "die kleine Schwester von Stuttgart 21". In den Kategorien Bauverzug und Kostenaufwuchs kann sich der City-Tunnel mit anderen Großprojekten durchaus messen", befindet das Blatt.

Die Berliner "taz" findet, der Eingangsbereich der Station Bayerischer Bahnhof werfe "ein bezeichnendes Licht" auf das Gesamtprojekt City-Tunnel. "Zwischen Bauzäunen und Dreckhalden führt nur ein schmaler Durchgang zur neuen S-Bahn-Station", schreibt die Tageszeitung. "Trotz vier Jahre Verspätung und einer Verdoppelung der Kosten ist das Großprojekt immer noch nicht ganz abgeschlossen." Ingenieurtechnisch sei der Tunnelbau aber "eine Meisterleistung" gewesen.

In der "Welt" und der "Berliner Morgenpost" werden Unterschiede zwischen dem Leipziger und dem Stuttgarter Großprojekt ausgemacht - allerdings nur marginale. "Anders als bei S 21 und BER ist den Beteiligten des Projekts in Leipzig, also der Bahn sowie Land und Stadt, das Ganze nicht völlig aus dem Ruder gelaufen und zur Lachnummer geworden", ist dort zu lesen. "Auch ein Versprechen wurde nicht eingelöst: Der City-Tunnel wird kein Knotenpunkt für den Fernverkehr ermöglichen, wie es zunächst vorgesehen war. Immerhin, der Tunnel ist fertig und wird künftig von nahezu allen Linien des neuen Netzes der S-Bahn Mitteldeutschland befahren."

In der "Baupraxiszeitung" ist zu lesen, die Belieferung der Tunnelbau- stellen mit Transportbeton im Großstadtverkehr sei "eine logistische Herausforderung gewesen. An bis zu sechs Stellen sei gleichzeitig gebaut worden, seien zwischen zehn und zwanzig Fahrmischer eingesetzt worden. "Auch wenn die einst geplanten Kosten des Projekts nicht gehalten werden konnten, ist seine verkehrliche Nutzen unumstritten."

Die Wochenzeitung "Die Zeit" meint, der City-Tunnel sei "das Scharnier des Ostens". "Was bedeutet es für eine Stadt, wenn sie ein U-Bahn bekommt?", fragt der Autor und gibt diese Antwort: "Sie wird Metropole. Unter der Erde sind wir Berlin, Paris, Tokio! Für kurze Zeit jedenfalls." Überschrieben wurde der Artikel mit "Endlich Weltstadt!".

Die Londoner Railway Gazette Gruppe, ein Fachmagazin für die weltweite Eisenbahnindustrie, stellt Leipzigs Röhren auf mehreren Seiten vor; ebenso die englischsprachige Zeitung "The Local", die für deutsche Einwanderer in Chicago erscheint.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.12.2013

Andreas Tappert

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