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Jubel an Leipziger Institut nach Raketenmission in Schweden

Test von aufblasbarer Funkantenne Jubel an Leipziger Institut nach Raketenmission in Schweden

Als am Mittwoch nach mehreren Countdown-Abbrüchen eine sechs Meter lange Forschungsrakete in Nordschweden abhob und wenig später aus großer Höhe ein Funksignal sendete, entlud sich am Leipziger Institut für Raumfahrtbildung (Isei) die Anspannung in Jubel. Denn an der Mission waren Isei-Mitglieder beteiligt.

Start der Rakete in Schweden, die am Mittwoch ein neues Antennensystem an Bord hatte. Zu den Entwicklern gehört Jewgeni Zakutin vom Leipziger Institut für Raumfahrtbildung.

Quelle: Esa

LEIPZIG. Warten, warten – endlich starten: Als gestern nach mehreren Countdown-Abbrüchen eine sechs Meter lange Forschungsrakete in Nordschweden abhob und wenig später aus großer Höhe ein Funksignal sendete, entlud sich am Leipziger Institut für Raumfahrtbildung (Isei) die Anspannung in Jubel. Per Livestream hatten Institutschef Ralf Heckel und einige Mitarbeiter verfolgt, wie auf der Esrange-Basis der europäischen Weltraumagentur Esa bei Kiruna das Projektil rund 80 Kilometer emporstieg. „Da war großes Daumendrücken und Mitfiebern angesagt, weil zwei unserer jungen Leute ja in das himmlische Projekt eingebunden und vor Ort sind“, so Heckel.

Schon seit einigen Jahren gehören Dokorand Jewgeni Zakutin und Studentin Nadin Rößler zur Stammbesatzung am Isei, das als eingetragener Verein firmiert. Jetzt ging für sie mit der Mission im hohen Norden ein großer Traum in Erfüllung. Zakutin leitet neben seinem Engagement am hiesigen Institut ein Team von Kommilitonen an der Technischen Universität Dresden, das unter dem Kürzel Diane ein innovatives Antennensystem entwickelt hat. Bei einem Wettbewerb um den Transport von Nutzlasten mit den von Esrange aufsteigenden Raketen konnte sich die Tüftler-Gruppe durchsetzen. Vor einigen Tagen bezogen die vier Studenten und Promovend Zakutin dann Stellung auf dem entlegenen Startareal und bauten ihre Sendetechnik in die Bugspitze des Flugkörpers ein.

In der Dipol-Antenne steckt viel Know-how: Sie ist aus dünnem, mit leitfähigem Material versehenen Textil gefertigt und beansprucht in gepacktem Zustand nur wenig Platz bei der Reise in Richtung Weltraum. Das aktuelle Experiment sollte nun vor allem zeigen, ob sie nach dem Abkoppeln von der Rakete funktioniert. Dazu musste auch ein integrierter Gasgenerator autonom in Aktion treten, um die Antenne etwa 80 Kilometer über der Erde aufzublasen und so auf eine Länge von 7,50 Meter entfalten.

Amateurfunker waren vorab gebeten worden, während des nur wenige Minuten dauernden Unternehmens eine bestimmte Frequenz nach dem abgestrahlten Signal abzuhören. Doch sie und die Crew in Esrange wurden auf eine Geduldsprobe gestellt. Eigentlich sollte schon am Dienstag der sogenannte Liftoff erfolgen, aber Nebel sorgte im Tagesverlauf immer wieder für Terminverschiebungen. Letztlich wurde der Start ganz abgesagt und für Mittwoch neu angesetzt. Da spielte das Wetter mit, und alles klappte – nach einer ersten Manöverkritik – wohl reibungslos. Auch die weitab des Startplatzes am Fallschirm gelandete Bugkapsel mit der darin verbliebenen Ausrüstung konnte geborgen werden.

Während Zakutin noch einige Zeit in Esrange zur Datenauswertung bleibt, steht für Nadin Rößler schon die nächste Reise bevor. Zusammen mit anderen Isei-Aktivisten fliegt sie demnächst in die US-amerikanische Stadt Huntsville zum Nasa-Rover-Rennen mit Hightech-Tretmobilen. Im dortigen Spaceflight-Center wird sie auch mit einem Vortrag über das Antennenprojekt aufwarten. Heckel wertet den gestrigen Erfolg auch als Jubiläumsgabe zum anstehenden 60. Jahrestag von Sputnik 1, der am 4. Oktober 1957 erstmals aus der Umlaufbahn funkte.

Von Mario Beck

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