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Lokales Jubiläum am Flughafen Leipzig/Halle: Erste Maschine landete vor 90 Jahren
Leipzig Lokales Jubiläum am Flughafen Leipzig/Halle: Erste Maschine landete vor 90 Jahren
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15:14 18.07.2017
Archivfoto aus den Anfangsjahren des Flughafens in Schkeuditz.  Quelle: LVZ-Archiv
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Schkeuditz

Happy birthday! Heute vor 90 Jahren landete Otto Stötzer als erster Pilot seine Lufthansa-Maschine auf dem fast mittig zwischen Leipzig und Halle liegenden Flughafen in Schkeuditz. Die offizielle Inbetriebnahme war sogar schon eine Woche früher, so dass der heutige Airport Leipzig/Halle der drittälteste deutsche Flughafen von Rang ist – hinter Hamburg (1911) und Bremen (1913) und kurz vor Düsseldorf. Weltweit zählt er – je nach Quellenlage – zu den Top Ten der ältesten am selben Standort noch in Betrieb befindlichen Airports. Unter anderem Bukarest, Rom Ciam- pino, Amsterdam, Paris Le Bourget und Bangkok rangieren noch vor ihm.

In nur acht Monaten war der Flughafen aus dem Boden gestampft worden. Er trug stark die Handschrift von Künstlern der halleschen Kunsthochschule Burg Giebichenstein wie dem Architekten Paul Thiersch. Gebäude wie der Glaspalast (Bauhaus-Lehrer Hans Wittwer), Möbel, Lampen und Geschirr stammten von der Saale. Die Leipziger Seite hielt sich zunächst – um es wohlwollend zu formulieren – zurück, wollte den eigenen Flugplatz in Mockau pushen. Keinen Pfennig soll die Messestadt damals dazubezahlt haben.

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Der Flughafen Leipzig/Halle feiert am 25. April 2017 bereits seinen 90. Geburtstag und blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück.

Im Jahrzehnt darauf entwickelte sich der nunmehrige Flughafen Halle/Leipzig rasant. Ende der dreißiger Jahre wurde Berlin im 20-Minuten-Takt angeflogen – damals „Weltrekord“ in Sachen Taktung. Und bereits 1938 gab es drei Mal pro Woche einen Linienflug über Budapest, Athen, Bagdad, Kalkutta, Bangkok und Singapur bis Bandung in Indonesien. 1937 war der Airport mit 40 Starts pro Tag Nummer 4 in Deutschland.

Fliegen konnten sich damals nur wenige leisten, Flugzeuge schauen hingegen viele. Zu Beginn der dreißiger Jahre waren zwei Eintänzer beim Airport fest angestellt. Sie forderten an Flugtagen, die tausende Schaulustige anlockten, feine Damen zum Tanz auf. Einer der beiden trug den – passenden – Namen Alfred Schlenkrich.

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Alle Teile der LVZ-Serie "90 Jahre Flughafen Leipzig/Halle" finden Sie hier!

Die florierende Entwicklung wurde mit Beginn des Zweiten Weltkriegs abrupt gestoppt. Der zivile Flugverkehr kam praktisch zum Erliegen, die deutsche Luftwaffe übernahm das Kommando. Alliierte Bomber zerstörten am 16. April 1944 große Teil des Areals, darunter auch den legendäre Glaspalast.

Eine gewisse Euphorie nach dem Krieg, an alte Zeiten anknüpfen zu können, legte sich bald. Spätestens, als die DDR ihre ehrgeizigen Luftverkehrsprojekte wie den Flugzeugbau ad acta legte. Doch blieb aus dieser Zeit der Neubau einer 2500 Meter langen Start- und Landebahn (ab 1957). Auch aufgrund dieser wanderte der – zwei Mal jährlich stattfindende – Messeflugverkehr von Leipzig-Mockau 1963 nach Schkeuditz. Das alte Abfertigungsgebäude wurde ab 1968 auch als Autobahnraststätte genutzt – was für einigen Spott sorgte.

Schwärzester Tag des Airports war der 1. September 1975, als eine von Stuttgart kommende TU-134 der Interflug mit 34 Insassen (28 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder) beim Landeanflug abstürzte – nur vier Fluggäste und drei Crew-Angehörige überlebten.

Einer der Höhepunkte: Insgesamt elf Mal landete hier ab dem Jahr 1986 die berühmte Concorde (Air France und British Airways) – kein anderer Airport hinter dem Eisernen Vorhang bekam sie sonst jemals zu Gesicht.

Nach 1989 reiften zwar nicht alle Blütenträume, doch nahm die Entwicklung wieder deutlich Fahrt auf. Die Passagier-Millionen-Marke wurde 1992 geknackt, vier Jahre später konnte das neue Terminal B in Betrieb gehen und seit dem Jahr 2000 verfügt der Airport – als einziger in Mitteldeutschland – über ein zweite Start- und Landebahn. Der im selben Jahr eingeweihte Tower soll übrigens in nicht allzu ferner Zukunft auch die Flughäfen in Dresden, Erfurt und Saarbrücken mit überwachen.

In erster Linie geht es natürlich um die Fliegerei vor Ort, die seit 2008 maßgeblich vom Logistikunternehmen DHL mit einem seiner weltweiten Drehkreuze bestimmt wird. Und noch eine Besonderheit soll nicht unerwähnt bleiben: die in Schkeuditz beheimatete Frachtfluggesellschaft Aerologic.

Rund 2,2 Millionen Passagiere wurden im vergangenen Jahr gezählt – damit ist Leipzig/Halle der größte Flughafen in Mitteldeutschland. Mit mehr als einer Million Tonnen Luftfracht ist er hinter Frankfurt/Main die Nummer 2 in Deutschland.
INFO: Am 10. und 11. Juni findet jeweils von 10 bis 18 Uhr das Festwochenende mit „Tagen der offenen Tür“ statt. Geboten werden unter anderem eine Luftfahrt- und Technikausstellung, Rundflüge, Flughafenrundfahrten, zwei Showbühnen, das Familienfestival „Kids & Family Day“auf der Grünen Mitte sowie Ausstellungen im Terminal. Im halleschen Hauptbahnhof gibt es bereits eine Expo, die bis zum 27. Juli zu sehen ist.

Dresden und Erfurt sind die Nummern 2 und 3 in der Region

Der ursprüngliche Dresdner Flughafen – zunächst von 1913 bis 1926 in Kaditz und danach auf dem Heller ansässig – genügte bald den Anforderungen nicht mehr und war zudem nicht ausbaufähig. Der 1935 eröffnete neue Flughafen in Klotzsche hatte im Süden seinen zivilen und im Norden den militärischen Bereich (Luftkriegsschule Klotzsche). Das erste zivile Verkehrsflugzeug startete am 11. Juli 1935. Dresden ist der zweitgrößte mitteldeutsche Verkehrsflughafen. Im Vorjahr wurden knapp 1,7 Millionen Fluggäste abgefertigt.

1925 wurde am südlichen Rand des Roten Bergs am Nordrand der Stadt der erste Erfurter Flughafen eröffnet. Ab 1939 gab es eine rein militärische Nutzung, nach dem Krieg auch Sportfliegerei. Nach der Schließung entstand hier ein Wohngebiet. Der in Bindersleben 1935 eröffnete Fliegerhorst der Luftwaffe ist seit 1956 der aktuelle Flughafenstandort. Gut 230 000 Passagiere nutzten im Vorjahr den Airport. Beide Flughäfen verfügen nur über eine Start- und Landebahn

Von Roland Heinrich und Martin Pelzl

 

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