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Lokales Jünger und internationaler: Wachstum hält in Leipzig weiter an
Leipzig Lokales Jünger und internationaler: Wachstum hält in Leipzig weiter an
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16:41 30.05.2018
Blick auf die Leipziger Innenstadt. (Archivfoto) Quelle: dpa
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Leipzig

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Messestadt wächst weiter, floriert und expandiert. Bei der Vorstellung der aktuellen Quartalszahlen aus dem Amt für Statistik am Mittwoch war das Wörtchen „mehr“ inflationär in Gebrauch. Ende März lebten 590.888 Menschen an der Pleiße – und somit gut 8600 mehr als vor einem Jahr. Bis Ende April diesen Jahres kamen noch einmal 500 dazu. In den letzten zehn Jahren ist Leipzig somit um mehr als 82.000 Menschen angewachsen – als hätte man sukzessiv einfach eine Stadt wie Worms, Konstanz oder Dessau-Roßlau an die Pleiße eingemeindet.

„Das ist ganz schön viel und kommt vor allem auch aus der jungen Bevölkerung“, erklärte Amtsleiter Peter Dütthorn bei der Vorstellung der Zahlen. In der Gruppe der Leipziger unter 18 Jahren gab es einen Schub um mehr als 38 Prozent gegenüber 2007 – doppelt so viel wie beim Rest der Altersgruppen. Gründe dafür liegen laut Stadtforscherin Andrea Schultz auch auf der Hand: Junge Menschen ziehen in die Stadt und bekommen dann Kinder. Das spürt man in den Stadtteilen, im Mehrfamilienhaus, im Park und in der Straßenbahn. Im Detail hatte Leipzig anno 2017 theoretisch fast 4750 Krippen- und 4600 Kindergartenkinder mehr als noch vor sieben Jahren, sagte Dütthorn. Und die Tendenz bleibt steigend: Im vergangenen Jahr wurden erneut rekordverdächtige 6976 Kinder in Leipzig geboren.

Jeder Siebente in Leipzig hat Migrationshintergrund

Mehr Leipziger bedeutet dabei auch mehr Internationalität. Bei den Zuzügen in die Stadt spielen Menschen mit Migrationshintergrund eine bedeutende Rolle, sagte der Leipziger Statistikchef. „Es gab in den vergangenen zehn Jahren deutliche Zuwächse in diesem Bereich – allein 53 Prozent des Wachstums kommen von Migranten“, sagte Dütthorn. Insgesamt waren Ende März 83.406 Leipziger Ausländer ohne deutschen Pass oder hatten zumindest Vorfahren außerhalb der Republik – das ist praktisch jeder siebente Messestädter. Größte Migrantengruppe in Leipzig bleiben mit Abstand die ehemaligen Bürger der Russischen Förderation (8460), gefolgt von gebürtigen Syrern (8441), Polen (4641) und Rumänen (3598). „Diese vier Bevölkerungsgruppen machen allein ein Drittel der Migranten in Leipzig aus“, so Dütthorn weiter.

Ein Mehr gibt es auch bei Pendlern nach und von Leipzig – inzwischen sind es mehr als 97.000 Menschen, die regelmäßig zum Arbeiten an- und abreisen. Während die Auspendler immer noch vor allem in den alten Bundesländern ihr Geld verdienen, kommen die Einpendler an die Pleiße vor allem aus dem direkten Umland. „Es gibt Orte rings um Leipzig, bei denen mehr als die Hälfte der dort wohnenden Beschäftigten in Leipzig arbeitet“, sagte Dütthorn. Dazu gehören Taucha, Markranstädt, Markkleeberg, Großpösna und Borsdorf. Kaum anders sieht es in Schkeuditz, Rackwitz, Krostiz, Jesewitz, Machern und Brandis aus, dort fährt fast jeder Zweite jeden Tag nach Leipzig zum Arbeiten. Nimmt man die beiden Landkreise rings um die Messestadt zusammen, sind es fast 50.000 Menschen, die täglich von dort anreisen, um in der Messestadt ihrer Arbeit nachzugehen.

Mehr Autos – aber weniger Privat-Pkw

Kein Geheimnis ist: Viele der Pendler legen ihren Arbeitsweg mit dem Auto zurück und stoßen dann im Stau auf eine wachsende Zahl von Kraftfahrzeugen, die an der Pleiße gemeldet sind. Zum Jahresende 2017 gab es davon genau 255.091 – ein Plus von gut 5000 gegenüber dem Vorjahr. Vor allem im Bereich von Nutzfahrzeugen und Krad gibt es merkliche Zuwächse in Leipzig.

Dagegen scheinen die Großstädter auf ihre privaten Autos zunehmend zu verzichten: Denn trotz erheblichem Bevölkerungsplus im vergangenen Jahr nahm die Zahl der privaten Pkw in Leipzig um gut 1,2 Prozent ab. Blickt man in die Stadtteile hinein, „gibt es bei der Nutzung von Privat-Pkws in Leipzig auch sehr große Unterschiede“, sagte der Statistikchef am Mittwoch. In den Regionen am Stadtrand sind beim Kraftfahrt-Bundesamt praktische doppelt so viele Autos gemeldet, wie in den innenstadtnahen Quartieren. Ein Beispiel: Auf 15.798 Einwohner in Plagwitz sind lediglich 4 291 Privatautos zugelassen, in Baalsdorf leben 1814 Menschen mit insgesamt 962 privat genutzten Pkw.

Von Matthias Puppe

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