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Jürgen Schrödl – von einem, der auszog, Aufbauarbeit zu leisten

Buddehaus in Leipzig-Gohlis Jürgen Schrödl – von einem, der auszog, Aufbauarbeit zu leisten

Der neue Leiter des Buddehauses in Leipzig-Gohlis ist ein aufgeschlossener Typ, offen, entgegenkommend, voller Tatendrang. Nach 18 Jahren Selbstständigkeit ist Jürgen Schrödl wieder bei Fairbund gelandet, bei dem Verein, den er vor über 23 Jahren mitbegründet hat.

Jürgen Schrödl vor dem Buddehaus in Leipzig-Gohlis.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der neue Leiter des Buddehauses in Gohlis ist ein aufgeschlossener Typ, offen, entgegenkommend, voller Tatendrang. Nach 18 Jahren Selbstständigkeit ist Jürgen Schrödl wieder bei Fairbund gelandet, bei dem Verein, den er vor über 23 Jahren mitbegründet hat. Anfang der 1990er-Jahre hat er die Kinder- und Jugendvilla, damals noch in der Karl-Tauchnitz-Straße ansässig, mit aus der Taufe gehoben. Schrödl erzählt von dem erfolgreichen Projekt Straffälligenhilfe der Jugendberatungsstelle. „Das Projekt für junge Leute, die in U-Haft sollten, und denen wir mit einem Wohnprojekt halfen, war ein Modellprojekt im Freistaat Sachsen. Daraus entwickelte sich der Verein Straffälligenhilfe, der sich 1995/96 in Fairbund umbenannt hat. Somit ist der Leipziger quasi zu seinen Anfängen zurückgekehrt und zudem wieder in einer Villa gelandet. „Fairbund-Geschäftsführer René Boitz war damals bei uns Praktikant, heute bin ich bei ihm angestellt.“ Als Fairbund sich als Betreiber des Buddehauses bewarb, wurde Schrödl angesprochen. Der Verein war schnell drauf gekommen, dass dieser Mann offenbar der Richtige wäre auf dem Hausleiter-Posten. „Genug Erfahrung hatte ich ja, und Lust darauf, die Herausforderung anzunehmen, noch mal was Neues auszuprobieren habe ich auch.“ Außerdem kennt der Leipziger die Villa Hilda noch aus Klubhaus-Zeiten.

Der gelernte Elektromonteur, der seinen Facharbeiter mit einer glatten Eins hinlegte, arbeitete bis zur Wende in seinem Beruf beim VEB Bodenbearbeitungsgerätebau in der Karl-Heine-Straße. Seinem Unterhaltungspotenzial konnte er im dortigen Amateurkabarett „Die Leipziger Wühlmäuse“ frönen. Nach einer kurzen Zeitspanne als Betriebselektriker bei der DHfK zog es ihn freiwillig in die Villa Tauchnitzstraße 3, weil er dort seinen kulturellen Interessen nachgehen und etwas aufbauen konnte. Schrödl, damals Mitte 20 und Mitglied im Folkclub Leipzig, wollte in der Aufbruchsstimmung Aufbauarbeit leisten und tat das auch. Er habe die Villa strukturell neu mit aufgebaut, von Anfang an, „das war mir wichtig.“ Denn er konnte schon immer gut organisieren, hat das auch sehr gern gemacht. „Ich war immer mit Herzblut dabei.“ Und er hatte Erfolg, aber mit dem Erfolg wachsen bekanntlich die Aufgaben. Jürgen Schrödl wurde Vorsitzender der Villa und später Geschäftsführer des Fördervereins Villa. Er hatte Ferienangebote, Kinderfeste, die Kinderliederaue mit organisiert. Aber wie heißt es so schön: Ohne Moos nichts los. So kam es, dass er 1997 die Villa wegen mangelnder Fördergelder verließ, um danach wieder etwas anzufangen, was er zuvor noch nie gemacht hat.

Der Tausendsassa wurde Produktionsleiter einer Druckerei in der Kreuzstraße. Weil er gut organisieren kann, hat er sich in das neue Abenteuer gestürzt. Zudem könne er sich als analytisch denkender Mensch in alles Mögliche gut hineindenken. Und: „Ich war immer lernwillig“, so der Werbemann, der berufsbegleitend eine Marketingausbildung absolvierte. Obwohl es gut lief in der Druckerei, stieg er bald wieder aus. „Ich wollte mehr Freiheit.“ Und die hatte er dann als Texter und Konzeptioner, er habe immer schon ein Faible für Werbung gehabt, so der 50-Jährige, der eine lange Zeit seines Berufslebens selbstständig war, mit eigenem Agenturbetrieb. Die Erfahrungen in der Werbung kommen ihm jetzt zugute. Seine vielen Kontakte aus der Villa-Zeit will der Buddehausleiter jetzt reaktivieren. Sein Kopf steckt voller Ideen. „Das ist ein so tolles Gelände hier, da lässt sich viel machen.“ Auch der idyllisch gelegene Skulpturengarten liege ihm sehr am Herzen, denn der umtriebige Mann, wen wundert’s, ist auch Gartenfreund.

Der Urleipziger, der 20 Jahre in Gohlis zu Hause war, wohnt mit seiner Frau Kerstin mittlerweile in Wiederitzsch. Sohn Julius studiert Kommunikationswissenschaften. „Er kommt bissel nach mir“, meint der Vater, der seine Geburtsstadt toll findet. „Ich bin gerne in Leipzig und will hier auch nicht weg.“ Und er ist sicher, dass er sich jetzt am richtigen Platz befindet, sowohl privat als auch beruflich.

Am Donnerstag gibt’s um 19 Uhr in der „Lutherburg“, Wittenberger Straße 26, einen Themenabend mit Jürgen Schrödl.

Von Marianne H.-Stars

Leipzig Lützowstraße 19 51.3637858 12.3737799
Leipzig Lützowstraße 19
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