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Lokales Jugendamt sagt Ultimate Fighting den Kampf an
Leipzig Lokales Jugendamt sagt Ultimate Fighting den Kampf an
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14:32 14.01.2010
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Leipzig

Eingereicht wurde die Beschlussvorlage vom Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule. Ultimate Fighting oder auch Free Fight ist eine Mischung verschiedener Kampfsportarten, mit dem Ziel den Gegner durch Hebel oder Würgegriffe zur Aufgabe des Kampfes zu zwingen, oder den Kontrahenten mit Schlägen und Tritten durch K.o. oder das Urteil der Ringrichter zu besiegen. Jugendamtsleiter Siegfried Haller sorgt sich vor allem um Minderjährige. „Diese Veranstaltungen sind geeignet, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gefährden." Es werde sportlicher Wettkampf mit einer - minimal geregelten - Schlägerei gleichgesetzt, bei dem selbst auf am Boden liegende Teilnehmer noch eingeschlagen und getreten werden dürfe. Deswegen solle Kindern und Jugendlichen, gemäß § 7 des Jugendschutzgesetzes, zu den Kampfarenen kein Zutritt gewährt werden. Auch Sabine Heymann (CDU), Vorsitzende des Fachausschusses für Umwelt und Ordnung, unterstützt den Vorstoß. „Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ist ein Nachahmeffekt gegeben, dem soll durch das Verbot vorgebeugt werden." Es sei eine genaue Abgrenzung zu olympischen Sportarten, wie Boxen oder Ringen nötig, die „sehr starken Regeln unterworfen sind". Allerdings gebe es in der CDU-Fraktion auch zwei Abweichler, die planen beim Votum im Stadtrat sich ihrer Stimme zu enthalten. [gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_333] Andreas Stockmann, Vorsitzender der Free Fight Association Deutschland (FFA), wehrt sich vehement gegen eine pauschale Verurteilung seiner Sportart. „Ich bezweifle, dass sich die Leute die plötzlich gegen uns vorgehen, überhaupt eingehend mit unserem Produkt beschäftigen. Unser Reglement ist ausgefeilt und zusammen mit anerkannten Experten ausgearbeitet." Die FFA existiere schon seit 20 Jahren. Aufmerksam seien Politiker erst geworden, als die amerikanische UFC im letzten Jahr einen Kampfabend in Köln veranstaltet habe. „Da wird mit Bildern aus den USA Stimmung gegen uns gemacht", so Stockmann. Vom Leipziger Free-Fight-Vorreiter Marko Zschörner war indes keine Stellungnahme zu bekommen. Zschörner hatte in der Vergangenheit mehrere Events in der Messestadt organisiert, nicht selten kamen mehr als 1500 Zuschauer zu dem knallharten Spektakel. Auch bei diesen früheren Veranstaltungen gab es laut Jugend-Dezernat Absprachen zwischen Ordnungs- und Jugendamt, um potenzielle Jugendgefährdungen zu ermitteln.

„Das Dezernat hat jedoch keine Befugnis, Ultimate-Fighting-Veranstaltungen generell zu untersagen, wenn sie in nicht kommunalen Einrichtungen stattfinden", so Haller.

Johannes David

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