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Lokales Jugendbanden im Allee-Center - Wie heiß wird der Winter in Grünau?
Leipzig Lokales Jugendbanden im Allee-Center - Wie heiß wird der Winter in Grünau?
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01:00 01.11.2013
Das Allee Center in Stuttgarter Allee in Grünau Quelle: André Kempner

Seitdem ist es ruhiger geworden. Offenbar tragen die Bemühungen von Quartiersmanagement, Stadtbezirksbeirat und Centermanager Peter Lehnhardt erste Früchte. Das Rezept: hartes Durchgreifen von Polizei und Wachdienst - gefolgt von Kreativ- und Aktiv-Angeboten für Jugendliche.

Peter Lehnhardt bereitet sich auf den Winter vor. Denn dann kommen die Jugendlichen wieder verstärkt in sein Center. Auch die, die in der Vergangenheit Probleme bereitet haben.

Aber Grünau hat sich gewappnet. Lehnhardt hat gemeinsam mit dem Quartiersmanagement im Sommer erstmals spezielle Angebote für Jugendliche ins Leben gerufen. Streetworker der Mobilen Jugendhilfe Leipzig luden zu Kreativ- und Aktiv-Workshops ein. Mitte November sollen Jugendliche im Center wieder verstärkt angesprochen werden, kündigt Lehnhardt an. Anfang Dezember beginnen die neuen Kurse - unter anderem in Selbstverteidigung und Breakdance. "Ich bin überzeugt, das wird gut", sagt Lehnhardt. Auch die Deutsche Bahn AG sei sensibilisiert worden, "damit die ihre Hausaufgaben macht". Mit Inbetriebnahme des S-Bahn-Netzes Mitte Dezember müsse für Ordnung am Haltepunkt "Allee-Center" gesorgt werden, damit dort nicht ein neuer, unliebsamer Treffpunkt entsteht. Lehnhardt betont: "Wir haben nichts gegen die Kids und dass sie sich bei uns aufhalten, aber sie müssen sich benehmen."

Der Center-Manager sitzt mit am runden Tisch, an dem die Akteure im Umfeld ihr gemeinsames Vorgehen nun regelmäßig abstimmen. "Es ist sehr ruhig geworden, und wir sind heute sehr gut aufgestellt - das ist ein ganz anderer Status als noch vor einem Jahr."

Uwe Greischel, Leiter des Polizeireviers Leipzig-Südwest, sieht das ähnlich. "Von den Händlern, über das Center-Management bis zur Quartiersmanagerin haben sich am runden Tisch alle mit eingebracht." Greischel verweist auf gemeinsame Workshops, in denen die Polizei, Detektive und Rechtsanwälte Tipps gaben. "Die Händler haben gemerkt, dass etwas passiert."

Als die Situation Anfang des Jahres akut war, habe die Polizei das Problem zunächst "konventionell bearbeitet", so Greischel. "Wir haben zu Schwerpunktzeiten mehr Präsenz gezeigt - ohne es zu übertreiben." Dann griffen die neuen Angebote für die Jugendlichen, die Arbeit der Streetworker. Und die verbesserte Kommunikation begann Früchte zu tragen. Greischel gibt jedoch keine Entwarnung. "Es kann uns jederzeit wieder treffen. Aber wir werden nicht zulassen, dass sich die Lage wieder so zuspitzt. Wir sind besser vorbereitet, informieren uns schneller gegenseitig, können zügiger auf aktuelle Entwicklungen reagieren." Auch aus Sicht der Stadt Leipzig ist es rund um das Allee-Center "auf jeden Fall ruhiger geworden", wie Mitarbeiterin Martina Menge-Buhk erklärt.

"Wir haben immer über die Jugendlichen geredet, aber selten mit ihnen", beschreibt die Grünauer Quartiersmanagerin Antje Kowski die Situation vor einem Jahr. Das habe sich geändert. Es werde intensiv das Gespräch gesucht. Neben den Angeboten für Jugendliche seien diesen gegenüber klare Regeln formuliert worden: Wir schlagen keine Brandmelder ein, Flaschen werden im Mülleimer entsorgt und nicht ins Schaufenster geschmissen. "Es hat sich etwas in den Köpfen der Jugendlichen bewegt", hat Kowski beobachtet.

"Es sind Maßnahmen getroffen worden, die greifen", sagt Pia-Naomi Witte (Die Linke). Gleichwohl könne sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Problem ein Stück weit klein gehalten und unter den Teppich gekehrt werde. Es sei eben nur nicht mehr so sehr sichtbar. "Es wird weiter mit Drogen gehandelt, es wird weiter Alkohol getrunken." Langfristigen Erfolg verspreche nur ein Ausbau der offenen Jugendarbeit. Doch gerade dieser Bereich sei Bestandteil aktueller Kürzungspläne im Haushalt, moniert Witte. "Diese Arbeit ist sehr wichtig - wenn wir sie schwächen, wird es später noch teurer."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2013

Björn Meine

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