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Jugendberatung in Leipzig: Grüne und Linke warnen vor Hilfe nach Kassenlage

Jugendberatung in Leipzig: Grüne und Linke warnen vor Hilfe nach Kassenlage

Schulden, keine Lehrstelle oder Idee von der Zukunft, Probleme bei der Beantragung von Sozialleistungen - Gründe, warum Jugendliche Hilfe benötigen, gibt es viele.

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Seit 1. Februar leitet Nicolas Tsapos das Amt für Jugend, Familie und Bildung.

Quelle: Christian Nitsche

Die Stadt will nun dezentrale Treffs schließen und ein "U 25-Haus" in der Axis-Passage einrichten, um Geld zu sparen. Grüne und Linke kritisieren, dass dies nicht fachlich diskutiert wurde.

"Mit uns gibt es keinen Kahlschlag in der Jugendhilfe und Jugendberatung", sagt Annette Körner (Grüne). Juliane Nagel (Linke) fordert: "Wir müssen endlich beginnen, Angebote nicht nach Kassenlage, sondern orientiert am Bedarf von Kindern, Jugendlichen und Familien vorzuhalten."

Worum geht es? Mitte des Jahres sollen vier Jugendberatungsstellen schließen. Die Stadt plant die Umstrukturierung hin zu einem zentralisierten neuen "U 25-Haus". Nicht mehr gefördert werden dann die bestehenden Beratungsstellen des Vereins für Frauen, Familien und Jugend, Windmühlenstraße 41; das Jugendhaus Leipzig, Richard-Lehmann-Straße 14; die Jugendberatung "G 23" des Internationalen Bundes, Gräfestraße 23 sowie die Augsburger Gesellschaft für Lehmbau, Bildung und Arbeit in Leipzig, Anton-Zickmantel-Straße 47. Dem Verein Caktus wurde bereits die Leistungs- und Kostenvereinbarung seiner Erziehungs- und Familienberatungsstelle in der Riemannstraße gekündigt. Stattdessen soll eine zentrale Beratungsstelle mit deutlich weniger Mitarbeitern in der Axis-Passage direkt neben dem Jobcenter in Möckern entstehen (die LVZ berichtete). Die Idee wurde aus der Not heraus geboren. Bei der Debatte um den Jugendetat 2014 im Dezember vorigen Jahres konnte die Schließung von medienpädagogischen Angeboten und fünf freien Treffs verhindert werden, da nach Protesten die geplanten Kürzungen zurückgenommen worden waren. Doch für die dezentralen Beratungsstellen reicht das Geld nicht mehr.

Dabei werden sie stark von 18- bis 27-Jährigen genutzt, die Unterstützung bei sozialen Leistungsansprüchen, Familienproblemen, Wohnungssuche, Schulden oder psychischen Problemen benötigen. "Bei der geplanten neuen Beratungsstelle könnten sowohl die Kooperation mit dem als auch die räumliche Nähe zum Jobcenter für Teile der Klienten eine ernste Hürde darstellen", warnt Nagel. Körner ergänzt: "Wichtig ist, keine neuen Hemmschwellen für Jugendliche aufzubauen, wenn sie professionelle Beratung benötigen." Bemängelt wird zudem, dass im zweiten Halbjahr 2014 nicht genügend Geld für die Beratungsstelle bereitgestellt wird.

Die Freien Träger der Jugendhilfe haben ebenfalls protestiert, da aus ihrer Sicht eingespielte Fachteams zerschlagen werden. Nach LVZ-Informationen will die Verwaltung die neue Beratungsstelle im März zur Betreibung ausschreiben. Die Freien Träger haben bereits Ende 2013 eine Online-Petition "gegen die konzeptlosen Sparpläne der Stadt Leipzig bei den Kinder- und Jugendhilfeangeboten" initiiert. Dabei sind mehr als 7000 Unterschriften zusammengekommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.02.2014

Mathias Orbeck

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