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Lokales Jugendkriminalität: Leipzig steigert Aufklärungsquote
Leipzig Lokales Jugendkriminalität: Leipzig steigert Aufklärungsquote
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23:00 06.02.2018
Eröffnung im Haus des Jugendrechts in der Witzgallstraße im Februar 2015: Karl Schreiner, Ina Groh , Bernd Merbitz , Claudia Laube und Thomas Fabian (von links) bei der Schlüsselübergabe. Quelle: Kempner
Leipzig

Das Leipziger Haus des Jugendrechts ist nach Auffassung der sächsischen Staatsregierung ein Erfolgsmodell. Wie Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) jetzt auf Antrag der Linken-Fraktion berichtete, sei die Aufklärungsquote im Bereich der Jugendkriminalität von 73,3 Prozent im Jahr 2014 auf 93,2Prozent im Jahr 2016 gesteigert worden.

Vor knapp drei Jahren, am 27. Februar 2015, wurde das Projekt im Gebäude des früheren Polizeireviers in der Witzgallstraße gestartet. „Damit sollte nach dem ganzheitlichen Ansatz jungen lntensivtätern unmittelbar begegnet und mittels verbesserter Kooperation aller beteiligten Stellen angemessen auf deren Verhalten präventiv-erzieherisch Einfluss genommen werden“, so Gemkow. „lm Vordergrund steht dabei die umfassende, schnelle und konsequente Bearbeitung jugendlicher Delinquenz. Dies wird durch die räumliche Konzentration der beteiligten Behörden in einem Gebäude erreicht.“ 17 Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe, 17 Polizeibedienstete und drei Staatsanwälte verrichten hier ihren Dienst unter einem Dach.

Allein durch diese räumliche Nähe habe die behördenübergreifende Zusammenarbeit eine ganz neue Qualität erreicht, so der Minister. Verfahrensbeschleunigung, gezielte Hilfestellungen, Verhinderung krimineller Langzeitkarrieren – dies waren einige Ziele des neuen Projekts. Vor allem der Umstand, dass die zuständigen Dezernenten der Staatsanwaltschaft nunmehr Tür an Tür mit den Beamten des Fachkommissariat der Polizei arbeiten, sei besonders gewinnbringend. „Das Ziel, Straftaten von Jugendlichen schnelle, individuelle, unmittelbare und nachhaltige staatliche Reaktionen folgen zu lassen, wurde erreicht“, stellte Gemkow klar. So werde nun zeitnah bekannt, ob ein jugendlicher Intensivtäter erneut unter Verdacht gerät, Konsequenzen könnten daher schneller gezogen werden. Gerade bei Delinquenten im jugendlichen Alter gilt es als wichtig, etwaige Strafen quasi auf dem Fuße folgen zu lassen.

Überdies wird durch das Haus des Jugendrechts der Bürokratie Beine gemacht. „Der Aktenumlauf zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft wird erheblich beschleunigt“, stellte der Minister fest.

Insofern kommt es kaum überraschend, dass dieses Modellprojekt, welches ursprünglich auf lediglich drei Jahre bis 28. Februar 2018 befristet war, auf unbestimmte Zeit fortgeführt werden soll. Zwischen den Kooperationspartnern sei dahingehend Einigkeit erzielt worden, versicherte Gemkow. Zudem will die Staatsregierung in Leipzig prüfen, wie die Strukturen in der Witzgallstraße noch effektiver gestaltet werden können, um das beschleunigte Modell auch in anderen Städten zu installieren.

In der Nacht zum 1. Januar war das Haus des Jugendrechts ZIel eines Anschlags geworden (die LVZ berichtete), zu dem sich LInksautonome bekannt hatten. Darin begründeten sie die Attacke unter anderem so: „Hier arbeiten die unterdrückenden Behörden zusammen, um ,kriminelle’ Jugendliche wieder in die ,beste aller Welten’ zu stopfen und in das System der Verwertungslogik zu verfrachten.“.Die Täter hatten die Klinkerfassade mit Farbe besprüht und Brandsätze durch mehrere Fensterscheiben in Büroräume der Jugendgerichtshilfe im Erdgeschoss geworfen.

Von Frank Döring

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