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Lokales Jugendliche designen Opernball-Kleider aus LVZ-Papier
Leipzig Lokales Jugendliche designen Opernball-Kleider aus LVZ-Papier
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09:53 11.10.2017
Großformatige Unterröcke sind im Entstehen, gebaut von den Workshop-Teilnehmern Luisa Rabold (16), Pauline Walther (15), Lara Wildner (16), Sarah Junge (19), Kursleiterin Eva Howitz (35), Max Schmidt (17) und Julia Georgi (17, von links).  Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Mit nichts ist es am Montag losgegangen – mit nichts außer weißem Papier, Stiften, Scheren, Paketband und Heißklebepistolen. Gemeinsam wurden erst mal Ideen ausgetauscht, das Thema besprochen, Zeichnungen angefertigt, die ersten Papierstücke gerollt und gefaltet. Im „Paperfashion“-Workshop an der Designschule Leipzig entstehen bis Freitag tragbare Papierkunstwerke – tragbar nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch. Und zwar bei einem besonderen Ereignis: Beim Leipziger Opernball am 4. November wollen die Jugendlichen in ihren Kleidern einen großen Auftritt hinlegen. Gemäß dem Ballmotto „Moskauer Nächte“ soll die berühmte Moskauer Basilius-Kathedrale mit ihren Zwiebeltürmen sich in den Kreationen wiederfinden.

In Moskau war noch keiner der sechs Workshop-Teilnehmer, und beim Leipziger Opernball erst recht nicht. „Deswegen wollte ich mitmachen, weil es mich interessiert, das mal zu sehen“, erzählt Julia Georgi (17), die gerade das erste Semester ihrer Modedesign-Ausbildung begonnen hat. Pauline Walther (15), Schülerin an der Freien Schule Leipzig, wollte in der zweiten Ferienwoche eigentlich nach Thüringen fahren, verzichtete aber gern: „Wenn man hier genommen wird, muss man das machen!“ Sarah Junge (19) schrieb extra ihre Facharbeit an der Henriette-Goldschmidt-Schule vorfristig, um sich Zeit für den Workshop zu verschaffen. Sie will sich einen Rock im Stile eines Ballett-Tütüs bauen, plus einen Hut wie ein Zwiebelturm „und ganz viel Kitsch dran.“ Den Rock will sie mit verschiedenen Falttechniken aufpeppen.

„Das werden spannende, abwechslungsreiche Sachen“, freut sich Designerin Eva Howitz auf die Ergebnisse. Die 35-Jährige, die selbst Modegestaltung und Modetheorie lehrt, betreut den kostenlosen Workshop „Paperfashion“ in der Designschule Leipzig in der Nordstraße. Die LVZ spendierte dafür das Papier. Es ist nicht dicker als normales Zeichenpapier, aber eignet sich erstaunlich gut: „Man muss es mehrmals falten, dann wird es ganz straff und geht auch nicht kaputt“, sagt Julia Georgi. „Wenn es dicker wäre, wird es zu hart und man kann keine runden Sachen draus machen“, meint Pauline Walther.

Gestern, am zweiten Tag, konnten die sechs Kreativen schon mehr oder weniger stachelige Unterbauten vorweisen. Gesprochen wurde im Zeichensaal in der fünften Etage nicht viel, jeder war versunken in seine Arbeit, die im Detail auch mal nervig wurde: Auf dem Fußboden sitzend, schnitt Julia Papierstreifen um Papierstreifen mit der Hand und wickelte jeden einzelnen um einen Stift. Dadurch wollte sie das Papier in Schlangenlocken-Form bringen. „Ich brauche mehrere hundert davon allein für den Rock, das ist anstrengend“, stöhnte sie. Ein pompöses russisches Hochzeitskleid mit Schleppe und Schleier schwebt ihr vor. Genau das, was sie später mal beruflich machen will – Festmode kreieren, und zwar mit einem eigenen Modelabel.

Max Schmidt (17), einziger männlicher Teilnehmer, baute in mühseliger Kleinarbeit am Reifrock für sein Gewand. Eine knielange Pluderhose in barocker Anmutung will er zum Opernball tragen. Damit er das Kunstwerk auf seinen Körper bekommt, ließ er hinten eine Öffnung.

Über dem Arbeiten sinnierten die Sechs schon mal, wie sie in ihren Kleidern am 4. November in die Oper kommen – ob zu Fuß oder in der Straßenbahn...

Ein Special zum Leipziger Opernball gibt es unter www.lvz.de/leipziger-opernball

Von Kerstin Decker

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