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Lokales Juliane Nagel fordert Aufnahme von 64 „Alan-Kurdi“-Flüchtlingen in Leipzig
Leipzig Lokales Juliane Nagel fordert Aufnahme von 64 „Alan-Kurdi“-Flüchtlingen in Leipzig
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16:48 08.04.2019
Das deutsche Rettungsschiff „Alan-Kurdi“ hat vor knapp einer Woche 64 Flüchtlinge im Mittelmeer aufgenommen. Bisher konnte es weder in Italien noch in Malta anlegen. Quelle: dpa
Leipzig

Die sächsische Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke) hat dazu aufgerufen, die 64 Flüchtlinge an Bord des deutschen RettungsschiffesAlan Kurdi“ in Leipzig aufzunehmen. „Menschenleben sind keine Verhandlungsmasse“, erklärte Nagel am Montag in Leipzig. Die Debatte über eine faire Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Staaten dürfe nicht auf dem Rücken von akut schutzbedürftigen Menschen ausgetragen werden. Das Schiff navigiert seit sechs Tagen ohne Anlegeerlaubnis im Mittelmeer.

Der Leipziger Stadtrat hatte sich auf Initiative der Linksfraktion, der auch Nagel angehört, vor knapp vier Wochen mehrheitlich dafür ausgesprochen, „sicherer Hafen“ für Flüchtlinge zu werden. Laut dem Beschluss will die Stadt pro Jahr bis zu 100 Gerettete zusätzlich zu denjenigen Flüchtlingen aufnehmen, die durch die bundesweite Verteilung ohnehin auf Leipzig entfallen. Der Initiative gehören bundesweit mehrere Dutzend Kommunen an.

Entscheidung ist von Bund und Land abhängig

„Jetzt ist die Gelegenheit, den Beschluss mit Leben zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass zumindest ein Teil der aus Seenot geretteten Geflüchteten schleunigst einen 'sicheren Hafen' finden“, erklärte Nagel. Dabei sei Leipzig jedoch wie alle Kommunen von der Zustimmung in Bund und Ländern abhängig. Sie appelliere daher an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und dessen sächsischen Amtskollegen Roland Wöller (CDU), zu handeln, sagte die Abgeordnete.

Das RettungsschiffAlan Kurdi“ der Regensburger Hilfsorganisation „Sea-Eye“ hat vor knapp einer Woche 64 Flüchtlinge vor der Küste Libyens aus Seenot gerettet. Italien verweigerte dem Schiff, auf der Insel Lampedusa anzulegen. Die „Alan Kurdi“ nahm daraufhin Kurs auf Malta. „Sea-Eye“ appellierte an Premierminister Joseph Muscat, das Schiff dort anlegen zu lassen. Eine Entscheidung steht aus.

Die Situation auf der „Alan Kurde“ verschlechtert sich nach Angaben der Hilfsorganisation wegen eines einsetzenden Sturms und des gesundheitlichen Zustands einiger Geretteter zunehmend. Das Schiff sei für die insgesamt 81 Menschen an Bord nicht ausgelegt, hieß es weiter.

von LVZ

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